Jessy Pohler, was ist ein schnörkelloses Baddie?
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00:00:00: Dieser Podcast ist an Ruhrnachrichten original produziert im Lensingmeneaport in Dortmund.
00:00:05: Da sind wir wieder in der Hafenbahn mit einer jungen Frau, die viele wahrscheinlich schon kennen.
00:00:09: Ich kenne sie noch vom kulinarischen Dortmund nach Facebook-Gruppe, wo man sich immer den neuestem Scheiß erzählt hat und Jesse Poler ist genauso eine, die dir immer was zu erzählen hat.
00:00:18: Vorher haben wir auch nicht gewusst, was kommt aber irgendwie ist sie überall in aller Munde.
00:00:22: Man kennt sie da, wo etwas los ist.
00:00:24: es auch immer Jesse Sie
00:00:28: erscheint mir so, wie du es beschreibst.
00:00:29: In alter Sprache würde man sagen, sie ist eine Gesellschaftsstare, eine Society Queen ... Ja?
00:00:35: Sie hat allerdings auch privat etwas ganz fürchterliches erlebt, weil sie bin kürzlich innerhalb eines Jahres wohl Vater wie Mutter verloren, obwohl sie noch so jung
00:00:42: ist.
00:00:43: Genau!
00:00:43: Sie ist Anfang dreißig geworden und hat sich davon aber nicht abbringen lassen, hat sich sogar dann selbstständig gemacht aus ihren sicheren Jobs befreit und ist das Gesicht der Marke Kronen.
00:00:55: also man sieht sie sehr oft mit einem Bienen an.
00:00:56: Ich glaube, das ist wirklich in sie übergegangen.
00:00:59: Sie sind testimonial aber mit Fleisch und Blut.
00:01:04: Er lebt eine ganze Menge!
00:01:06: Wenn man wissen will was los ist dann ist Jesse auf jeden Fall immer bestens informiert und darum war es klar dass er auch hier sein muss.
00:01:35: Im Lensing-Media-Port in Dortmund begrüßen sie Nikoletta Knust und Jörg Tadeus.
00:01:40: Heute zu Gast, Jesse Polar!
00:01:47: Seit letzten Jahr zwei Nachnamen.
00:01:52: Wobei ich mich mal frage, warum Doppelname?
00:01:54: Da geht es eigentlich für mich schon los!
00:01:56: Ich habe gesehen ihr nennt euch auch schonmal die Paltas um das doch wieder abzukürzen.
00:02:01: Um genau zu sein nennen wir uns gerne die Poltas weil mein Mann und ich sind immer sehr laut zusammen wenn wir irgendwo hinkommen.
00:02:07: Man hörte davon.
00:02:08: Ja man, dass kann gut sein.
00:02:11: Wenn ihr wohin kommt seid ihr laut ist.
00:02:13: Das heißt wenn ihr bei Freunden zum Essen eingeladen seid irgendwo in den Restaurant geht oder...
00:02:17: ...oder in eine Dortmunder Kneipe kommen, weil ja.
00:02:21: Ja mein Mann und ich sind glaube ich tatsächlich in den Dortmundern Kneipen... recht bekannt.
00:02:26: Ich würde jetzt einfach mal sagen, dass ich an einer Hand abzählen kann.
00:02:29: wie viele Würte mich ja nicht an eine Hand abziehen können sondern ich komme auf eine ganze Hand.
00:02:34: Wie viele Würde mich persönlich begrüßen wenn ich in die Kneipe reinkomme?
00:02:37: Viel mehr Knapen gibt es ja auch nicht mehr
00:02:38: glaube ich.
00:02:39: Das stimmt!
00:02:40: Ist das so?
00:02:41: Ja
00:02:41: knapenssterben also.
00:02:42: gerade in Dornbundes kommen zwar immer neue Popups und Weinbars sowas ist ja jetzt zähnig aber ich denke du sprichst von Huberts zum Sauen
00:02:50: zum Beispiel Perpen Die Knobelmaus
00:02:55: Die Knobelmaus.
00:02:56: Kennst du?
00:02:56: Klingt nein, aber ich gehe nie in Kneippen.
00:02:59: Ranzige Kneipe sieht genauso aus und riecht auch genau so wie
00:03:02: die Knobbelmaus nicht anhört.
00:03:04: weil ich tatsächlich an meiner Hochzeit, dort meine Aktienbrauerei auch gefeiert habe, war ich dorthin mittags und hab da meinen Braut-Shooting gemacht mit meinem Mann tatsächlich.
00:03:15: Und du sagst das riecht also es rieht nach Alkohol oder es richt nach Axel?
00:03:20: Ja und es rricht auch meistens nach einem nassen Hund Snoopy heißt er der dort immer eigentlich so ich sage mal von zehn bis sechzehn Uhr haben wir immer gesagt sind die sogenannten Stammalkies und ab sechzehn Uhr sind da die Studis.
00:03:33: Und die jungen Leute, ich bin jetzt gar nicht mehr ganz so jung mit ein dreißig Jahren aber die Jungs kommen dann so ab.
00:03:39: Sechszehn, achtzehn uhr damals vorbei genau das wechselt sich da ganz gut ab.
00:03:44: Genau es riecht nach Snoopy.
00:03:46: Snoopy trinkt das was außer Tropfmolde.
00:03:52: Wie fühlst du dich wenn du da bist?
00:03:54: Das sind ganz unterschiedliche Gründe.
00:03:56: also zum einen finde ich dass Kneipen Ein gewisses Kultur gut in Dortmund stellen.
00:04:04: Auch ich bin tatsächlich aus einer Familie, wo immer nicht ein Dorbmunder Bier getrunken worden ist.
00:04:10: Das kommt ja aus dem Sauerlandes ganz groß und hat eine Formel Einswerbung die man unschwer kennen kann an.
00:04:15: Ton und an Wäldern.
00:04:17: Das hat mein Papa immer gerne getrunken, ich hatte aber schon ganz früh eine Passion für diese Dortmunder Bier-Hauptstadtgeschichte aus einer Vergangenheit, an der wir fünfzig Brauereien an der Anzahl hatten zu Höchstzeiten.
00:04:31: Und das fand ich irgendwie mal faszinierend.
00:04:33: und das Überbleibsnummer sind davon irgendwo diese Kneipen Arbeiterkultur, die wir theoretischen Dortmund gar nicht mehr richtig haben.
00:04:40: Aber was mich für einigen daran fasziniert ist, dass man über Generationen hinweg in den Schnack kommt und ich da echt schon einen guten Rat von ja unterschiedlichen Blickwinkeln mir einholen konnte.
00:04:51: Würdest
00:04:52: du auch alleine als Frau in Dortmund eine Kneipe gehen?
00:04:54: Auf
00:04:54: jeden Fall!
00:04:56: Weil das finde ich immer skurril.
00:04:58: Ich würde mir vorstellen, ich sitze da wie bestellt nie abgeholt warte irgendwie auf jemanden oder den ich vielleicht noch gar nicht kenne und das hält mich davon ab Weil ich hatte auch immer Arbeitszeiten, wo ich dann frei hatte wenn andere nicht konnten.
00:05:10: Aber mich alleine irgendwo hinsetzen finde ich immer noch cool.
00:05:13: oder würdest du machen?
00:05:13: Würde ich machen liegt aber auch an meinem Netzwerk dass ich immer jemanden treffen würde oder kennen würde.
00:05:18: Das ist halt aus Jesse Sicht nochmal was anderes als aus Otto Normal Bier, Trinker innen sicht.
00:05:26: Ich fand mich der hat immer das Gefühl ich will mich da womöglich gar nicht weil die sind unter sich.
00:05:30: Ich weiß die Linna-Chenke in Dortmund und Öspel.
00:05:33: zum Beispiel herstand immer die Tür auf den Wander so Bleiglasfenster und dann hat man von drin immer nur gehört wie der Würfelbecher ist.
00:05:39: auch oft knallt und dann hört er mal wieder so ein Mann so was ganz feuchtes Hochguster und sagt immer okay also ihr sitzt da jetzt drinnen und es war das muss man aber wollen sehr stark Jessi.
00:05:51: na?
00:05:51: Also du findest dass wenn das so ist.
00:05:56: Wie wird man in anderen Städten wahrgenommen?
00:05:58: Es gibt in Berlin-Schmagendorf eine Gaststätte, die heißt zum Dortmund da.
00:06:03: Die schmeichelt uns nicht.
00:06:05: Die gibt es nach wie vor weil es natürlich eine Rauchergaststätte.
00:06:09: Die haben diese gelbe Folie hinter der Schaufel und dahinter sind unüberschaubar viele Schlingpflanzen.
00:06:13: Das ist immer so.
00:06:13: wir werden dem Gastronomen das Ganze ein bisschen aus den Händen geleistet.
00:06:17: Trinkt halt gerne mal einer, denkt man sich, ach heute gieß ich mal nicht und das sieht krass aus.
00:06:21: Also es ist eine Gaste, wo man nicht das Gefühl hat Dortmund ist die Hauptstadt der Eleganz.
00:06:25: Sag mal so.
00:06:26: Nee, Dortmund isch nörkellos auf jeden Fall.
00:06:28: Das heißt Schnör... Schnörkeloos heisst.
00:06:32: Ja!
00:06:32: Ist
00:06:33: sein Mann auch Dortmunder?
00:06:34: Mein Mann ist.
00:06:36: er würde jetzt sagen erst Dortmund.
00:06:37: dabei kommt aus Unerkönigsbornen aber damit ist man in der
00:06:40: Nähe von Dortmund.
00:06:41: Ja je weiter man weg ist umso mehr zählt man sich dann doch als Dortmunter ne?
00:06:44: Aber wo hast du den aufgetan?
00:06:46: Auch in so einem
00:06:48: Ja, bin ich ehrlich.
00:06:49: Also mein Mann und ich bekennen uns auch aus Kneipenzeiten wo wir noch deutlich jünger waren.
00:06:52: da haben wir immer voneinander gesagt ja du bist hier quasi die Dorfmatratzer deswegen würde ich dich mitapicken.
00:06:56: Ach dann tun wir uns zusammen
00:06:58: ne?
00:06:58: Hat er zu dir gesagt und du zu ihm?
00:07:00: Nee,
00:07:00: wir beide irgendwie voneinander.
00:07:01: Weil ihr wart sexuell schnörkellos Genau
00:07:07: Ne so ungefähr.
00:07:08: aber ich glaube tatsächlich also mein Mann war früher so Panker und kam so ein bisschen aus dieser linken politischen Szene.
00:07:15: Und ich kam da rein als, ich sag mal schon immer gerne auch angehaucht zwischen den Welten.
00:07:21: Denn ich gehe genauso gerne wie ich Dortmunder Bier trinken gehe.
00:07:25: Auch meine gepflegte Bar- und Trinkenglässchen Champagner oder gehe gut essen.
00:07:31: Genau dieser... Ich glaube der Twist, den man in Dortmund machen kann aus beiden Welten, das gefällt
00:07:36: mir.
00:07:36: Die hin und sie aneinander aber nicht glauben!
00:07:38: Ich habe im Berliner erzählt, dass ich nicht so gerne Bier trinke.
00:07:41: Und das ich beim Fußball teilweise Rotwein trinque.
00:07:43: und dann guckte er mich an weil er denkt ja her aus Dortmund.
00:07:45: Ja Rotweim mit Cola, ne?
00:07:47: Du dachtst ja nein, ich trincke die Rotweime mit Cola.
00:07:51: für alle die es nicht wissen hat den... Kaltemusche!
00:07:53: Dankeschön.
00:07:54: Das ist wirklich Schreckliches.
00:07:56: Also wer?
00:07:57: und so denken die über uns?
00:07:59: eine andere Frau hat zu mir gesagt du kommst ja aus diesem Rohrtopf Wo ich gesagt habe, so heißt das gar nicht eigentlich ganz genau.
00:08:04: Die denken sich die könnten hier über alles hinweggehen und trauen uns nicht zu dass es fantastische Weinhandlungen gibt, dass Leute hier Wein trinken oder?
00:08:12: Doch wird immer mehr.
00:08:13: Ich sag mal Wochenmarkt bist du glaube ich auch viel ansprachiger.
00:08:15: Tatsächlich ja aber erst in den letzten zehn Ja, würde ich jetzt einfach mal sagen.
00:08:19: Also ich habe ja jetzt auch ehrlicherweise mit einunddreißig noch nicht so viele Jahre auf die ich zurückblicken kann.
00:08:24: aber wenn ich jetzt Dortmund als ich mit zwanzig nach Düsseldorf gezogen bin mit dem Dortmund was es heute ist Vergleiche finde schon dass wir eher daran zugelegt haben und das sage ich jetzt auch bewusst ein bisschen kritischer.
00:08:37: eher glatt geleckte Läden hierzu haben statt dieses Standard Eckknall
00:08:43: weil die Leute immer sagen das sei glatt gelegt.
00:08:44: wenn irgendwas elegantes Warum ist Wim Gielhardt?
00:08:48: In einrichtungsland ist der glattgeleckt.
00:08:51: Das ist ja schon auch eine Institution, also Wimm-Gelhardt
00:08:53: klar!
00:08:53: Das
00:08:53: ist ne Anlaufstelle für Design-Enthusiasten und begeisterten Fans von guten schönen ästhetischen zeitlosen Marken.
00:09:02: aber wenn ich mir jetzt vorstelle dass wir mal einfach nur an einen in die Stadt gucken wie viele Ketten Restaurants wir da haben die sich halten Aber wie wenige Inhaber geführte lehnen wir mittlerweile wieder mehr wie ihr da in Dortmund eigentlich von Ham im Vergleich zu Düsseldorf essen, auch Bochum tatsächlich.
00:09:19: Also dortmund besticht jetzt nicht von der Gastronomie-Szene die sich aus Individualisten zusammensetzt sondern eher aus großen Ketten tatsächlich.
00:09:28: Ja ich fahre auch lieber nach Bochun muss ich sagen wenn wir ausgehen wollen und wenn wir auch nicht so rechtzeitig dran sind kriegst du da eigentlich länger noch was zu essen?
00:09:35: Ich habe bei dir schon erzählt wie ich gibt es nicht mehr das Hösch.
00:09:40: Als mein Bruder nach Düsseldorf zog oder überlegt hat, haben wir auch gesagt, kommen wir treffen uns.
00:09:44: Gehen ihn wohin?
00:09:44: Es ist eine Kleinigkeit.
00:09:45: Geh mal deinen Arbeitsvertrag durch und dann gehen wir im Hörsch machen die Tür auf
00:09:49: Kücher zu.
00:09:50: Ich sage schön, guten Abend!
00:09:51: Vielen Dank!
00:09:52: Was für ne Begrüßung sagt mein Brudder?
00:09:54: Einzelsen null für DüsselDorf.
00:09:55: also das ist sofort etwas... Gastgeber zu sein in Dortmund.
00:09:59: Und wie du sagst, nach Hause kommen gerne hingehen man kennt sich und so dieses... Das ist schon Arbeit ne?
00:10:05: Und das sind nicht viele die kannst du wirklich an ein zwei Händen abzählen Die sind überlaufen.
00:10:09: Es gibt diese Läden definitiv.
00:10:11: also wenn ich jetzt mal Rheinische Straße kucke das Laabsaal oder
00:10:15: Nordstadt.
00:10:16: Genau das sind so Floh und Jesse auch gute Bekannte von mir die hier wirklich auch ja eine Benchmark setzen an Leben, die wir in Dortmund gerne öfter sehen würden.
00:10:28: Also es sieht man auch in den Reservierungszahlen ne?
00:10:29: Die sind oft tagelang wochenlang vorher ausgebucht.
00:10:32: klar sagt mal spontan jemand ab aber ich glaube schon dass diese Dieser Wille da ist, dass die Dortmunderinnen schon Lust haben auf schickere exquisitere Erlebnisse.
00:10:44: Warst du nicht auch in mein kulinarisches Dortmund in der Gruppe?
00:10:47: Hast Du die Gründe oder war es sehr präsent?
00:10:49: Also habe ich Dich das erste Mal wahrgenommen als jemand, der in der Stadt mitgestaltet und die Meinungsmachend unterwegs ist.
00:10:57: Gegründet!
00:10:58: Und Meinungs-Machend ist ein guter Punkt gegründelt, wo diese Gruppe von Silke Albrecht, ich glaube schon vor zehn Jahren ... Ich lasse mich nicht lügen, ich glaube über zwanzigtausend Mitglieder.
00:11:09: Es ist eine
00:11:09: Facebook-Gruppe?
00:11:10: Es ist ne Facebook Gruppe wo regelmäßig neue Restaurants und Restauranteröffnungen geteilt werden.
00:11:16: Wo Leute sie sich aus Erfahrung sprechen.
00:11:18: hey ne!
00:11:19: Ich war jetzt heute da und da und das war super oder nee das war nicht so gut.
00:11:23: Silke hat damit halt wirklich, also ich bin auch mit Silke Privat befreundet.
00:11:27: Weil ich im Endeffekt das Pondant auf Instagram angefangen habe.
00:11:30: Also Silke hatte so eine Facebook-Gruppe gegründet und hat das eher für die, ich sag mal U-Fürzigjährigen von der Ziergruppe her ausgerichtet.
00:11:38: Das ist da sehr erfolgreich!
00:11:40: Und ich hab' das gleiche in grünem Videoform auf Instagram gemacht.
00:11:44: Das
00:11:44: waren deine ersten Schritte?
00:11:45: Genau, das waren meine ersten Schritten.
00:11:46: Dann gibt's da Aufrufe von, ich weiß nicht, siebenhundertfünfzigtausend Mal dass das geklickt worden jetzt ein neuer Rahmenladen oder so auf der Brückstraße aufgemacht hat.
00:11:55: Aber genau Silke war tatsächlich, ich sag mal die Gründerin des Austausches was mein kulinarisches Dortmund angeht.
00:12:01: also diese Gruppe hat wirklich auch meiner Meinung nach eine hohe Relevanz in der Dortmunder Stadtgesellschaft.
00:12:07: denn Gastronomen haben uns auch immer erzählt wenn Silke etwas da reinpostelt dann ist sie regelmäßig danach ausreserviert.
00:12:15: Und daran sieht man ja, ich sage mal auch diese Empfehlungskultur die sich ja durch Social Media so ein bisschen etabliert hat.
00:12:21: Dass man jetzt sehen will wie es sich das Essen aus bevor man dahin geht.
00:12:24: Ich möchte mir Fotos davon angucken, gegebenenfalls sogar Erfahrungsberichte und nicht mehr nur das Hören sagen genauer dass das halt einen großen großen Einfluss
00:12:33: von der schönen Höhe an sagen.
00:12:34: verehrte Frau Knus wir haben unseren Gast noch gar nicht richtig vorgestellt.
00:12:37: Das machen wir hier traditionell mit die für sie sprechen und den Sachen, die gegen sie sprechen.
00:12:43: Du trägst vor was für Jesse Polter spricht.
00:12:47: Jesse Poler ist einundreißig Dorbmunderin ausgebildet im Kommunikationsdesign und seit Jahren strategisch im Social Media Bereich unterwegs.
00:12:57: Sie arbeitet nicht nur an Sichtbarkeit sondern an Struktur Tonalität und langfristiger Markenführung regional wie überregional.
00:13:05: Über fünf Jahre hinweg hat sie den digitalen Auftritt einer Dortmunder Traditionsbrauerei mitentwickelt und geprägt.
00:13:11: Dabei spricht sie offen über Arbeit, Verantwortung und persönliche Schicksalsschläge ohne daraus ein Narrativ zu machen.
00:13:17: Genau diese Klarheit macht Sie heute zu unserer spannenden Gesprächspartnerin!
00:13:22: Vielen Dank.
00:13:53: gut verpackt.
00:13:56: Wenn wir jetzt sagen, wir würden mit dir nach Hamburg fahren und würden sagen ja hier Nikoletta und ich haben eine Bekannte mitgebracht sie ist die Biertrinkerin Dortmunds würdest du dich dann abgeholt fühlen?
00:14:09: Würdest du das Gefühl haben oh die meins.
00:14:10: aber gut mit mir.
00:14:12: Ich würde mich insofern erstmal geehrt fühlen, dass meine Arbeiter anerkannt wird.
00:14:16: Denn ich finde es ganz spannend zu sehen... Also ich werde mittlerweile oft angesprochen wenn wir irgendwo unterwegs sind im Dortmund.
00:14:24: natürlich ist es hyperlokal sagt man in unserem Marketing-Sprech.
00:14:28: Es ist eine lokale Biermarke.
00:14:30: Das ist keine Wachstumsbiermarke wie die andere Bier Marke die zum Beispiel auch im Stadion vertreten ist.
00:14:34: das kann man ganz klar sagen dass wir wirklich hier vor Ort sind.
00:14:38: aber ja ich würde mich abgeholt fühlen definitiv denn Das ist nur das, womit ich mich nach außen auf meinen Social Media Kanälen präsentiere.
00:14:46: Es ist nicht unbedingt das was meine Miete bezahlt, es ist ein schönes Taschengeld mit dem ich da rechnen darf jeden Monat aber...
00:14:53: Ja,
00:14:53: zuerst mal eine Anerkennung würde ich sagen habe ich erst mal etwas richtig gemacht.
00:14:56: Trinkst du jeden Tag
00:14:58: Bier
00:14:58: oder an?
00:14:59: Also kann man das beobachten bei vielen ne?
00:15:02: Das ist so sehr regelmäßig geworden.
00:15:05: und wer macht jetzt alles?
00:15:05: dry January wenn das Jahr losgeht oder so?
00:15:09: ist ja ein richtiges Ding geworden.
00:15:11: Und auf dem Wochenmarkt, dass dann Glas Wein dazugehört und wo lässt du das Auto?
00:15:15: Ich frag mich immer wie machen die Leute das!
00:15:19: Hat sich das so eingebürgert bei dir?
00:15:20: Also erstmal vorwegte Nein ich trinke nicht jeden Tag Bier.
00:15:24: mir ist es tatsächlich sogar sehr wichtig unter der Woche keiner cool zu trinken.
00:15:29: wenn da inhalte auf meinem kanal geteilt werden die oft vor produziert dann also gerade in diesem social media business muss man natürlich auch einfach mal ja tage nutzen indem man mehrere content.
00:15:42: Strenge am Stück halt produziert und die dann halt verteilt ausspielt.
00:15:47: Das ist ganz klar, was mir bei meinem Kanal aber auch extrem wichtig ist, ist halt auch wirklich darauf hinzuweisen zu sagen hey Leute ne?
00:15:54: It's all about the balance!
00:15:56: Deswegen habe ich auch eine Kooperation mit einem örtlichen bzw mittlerweile auch überregional vertretenen Fitnessstudio geschlossen um das auch in meiner Content-Strategie mit einfließen.
00:16:06: Ja, das
00:16:09: ist baradil tatsächlich.
00:16:10: Also ich krieg da kein Geld für aber ich muss auch keinen Geld für diese Mitgliedschaft bezahlen.
00:16:13: Es schon ein Premium Fitnessstudio ist passt aber super in meinen Content weil die auch ich sag mal den Robot mit ja vertreten haben.
00:16:22: und genau also dass es natürlich wichtig und es ist halt auch irgendwo eine Verantwortung.
00:16:27: Ich weiß ja worauf ihr gerade hinaus wollt.
00:16:29: Das Thema Alkohol sollte definitiv auch immer kritisch betrachtet werden und ich glaube schon Mein Freundeskreis und ich, da schon immer sehr gut mit dabei sind.
00:16:38: Wie du schon sagst Nicoletta wenn man sich überlegt so Samstag ist mir sicherlich schon öfter passiert im Sommer dass ich um zwölf Uhr auf dem Markt bin und um sechzehn Uhr zum Sauen oder in einer Kneipel sitze.
00:16:51: Ich bin total gegen die Verteuflung von Alkohol natürlich viele schöne Momente erst möglich macht.
00:16:57: also ich hätte viele Problematischere Komplimente nie gemacht, wenn ich nicht befeuert gewesen bin vom Mindestens zwei Glas Rotwein.
00:17:04: Und daraus haben sich natürlich teilweise Kaskaden von schönen Ereignissen ergeben manchmal auch nicht so schön aber mehrheitlich und das hätte ich mich nie getraut wäre ich nicht leicht beschwipst gewesen.
00:17:15: also dann müsst ihr doch auch sagen Alkohol ist wirklich ein fantastischer Treibstoff.
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00:17:40: Dortmund.
00:17:44: Ich glaube Alkohol ist ein Stück deutsche Leitkultur.
00:17:46: So, das ist noch dazu natürlich.
00:17:48: Vor allen Dingen, ich meine, das darf man auch nie vergessen es gibt keinen Grund eigentlich in so einer Breite wie Deutschland zu wohnen wenn man weiß... Es gibt das Mittelmeer da ist schön warm Da gibts Stürze weg.
00:17:58: Warum sollte man hier wohn?
00:17:59: Normalerweise sechs Monate im Jahr dunkel, kalt Es regnet viel zu viel.
00:18:04: Also was macht man?
00:18:06: Was kann man machen?
00:18:07: Sich
00:18:07: schön trinken.
00:18:08: Zum Glück gibt es alkoholische Regierungen, das gilt ja für alle Städte, egal ob es in Dortmund oder Hildesheim ist.
00:18:13: an beiden Orten gleich drist zu dieser Zeit des Jahres und deswegen ist der Alkohol natürlich eine gute Sache.
00:18:19: Schön zu mir.
00:18:20: zu Frau Nuss.
00:18:21: Ja ich gehöre eher zu den, die wir selten oder wenig trinken.
00:18:25: aber dies als Genussmittel hatten wir schon mal das Thema.
00:18:27: Aber ich beobachte sich sehe... Ich hätte jetzt gedacht du trinkst öfter Mit dem Vorproduzieren kann ich gut verstehen.
00:18:37: Aber ja, das ist... Es gibt ja mittlerweile bei diesem Markt mittlerweile Sachen, die daran anknüpfen.
00:18:43: Man kann jetzt schon damit aus in den Disco gehen in Dortmund.
00:18:45: Sechszehn Uhr habe ich.
00:18:46: Kann man?
00:18:47: Ja, eine Oma Doris glaube ich dann wenn wir da nicht genug.
00:18:51: Das ist früher
00:18:52: Tanzcafé Hürsel.
00:18:54: Ah!
00:18:54: Tanzcafe Hürssel kenne ich noch aus dem Tischtelefon.
00:18:57: Genau das war die Durchsage im Westfalen Stadion.
00:19:01: als ich da als kleiner Junge hingegangen bin wurde es durchgesagt.
00:19:04: Also kommen Sie doch mal vorbei im Tanzcafi-Hürsel wo man dachte oh Gott wenn du da bist komm ich aber nicht in die so schlimmer Stimme.
00:19:11: Und das heißt jetzt heute auch mal... Ja,
00:19:12: und da
00:19:13: wird
00:19:13: angeknüpft!
00:19:14: Man kann man immer noch am Tisch telefonieren.
00:19:16: Wieder?
00:19:17: Genau wieder.
00:19:17: Es gibt Formate wo ihr das jetzt aufgelegt habt.
00:19:19: Aber ich habe immer vorgestellt, jetzt rufe ich, du hast ein Tischtelefon, ich hab einen Tischtelem, dann rufe es an und dann gehst du gar nicht ran weil du denkst der hat bestimmt Brusthaare.
00:19:28: Der sieht so aus wie einer der Brusthaber.
00:19:29: Dann machst du mit und gehst nicht ran.
00:19:30: was macht man denn?
00:19:32: Kann man dann winken?
00:19:32: oder wie ist das?
00:19:34: Ja, oder
00:19:34: was mit ein Tablett drüber gebracht von dem Herrn da drüben und so.
00:19:38: Ich glaube wenn das Telefon nicht funktioniert...
00:19:41: Ganz ehrlich über die Brusthaare würde ich mir gar keine Gedanken machen sondern wenn heutzutage das andere Geschlecht einen in der realen Welt anspricht dann nimmt man das erst mal an, weil das so selten mittlerweile passiert.
00:19:55: Meiner Meinung
00:19:55: nach.
00:19:55: Bist du sicher?
00:19:56: Ja!
00:19:56: Wenn du jetzt von einem alten Mann wie mir angesprochen würdest, es wird zu nichts schön für dich.
00:19:59: Gott Schokadetti, da will mich im Reisebus verschneiden... Das
00:20:01: ist Auslebenssache und damit habe ich auch auf jeden Fall meine Erfahrungen.
00:20:03: Da würde ich sagen verzichte ich gerne drauf definitiv.
00:20:06: Aber ja, so Kommentare wie, oh hör mal, du hast da ein Rock in der Gürtel-Abteilung gekauft ne die kann man sich auf jeden fall sparen.
00:20:12: gerne aber dass man Komplimente bekommt für seinen Aussehen mein Gott das kann man ja schon verpacken und das ist mir egal von
00:20:17: Beweiter.
00:20:18: Das würde ich zum Beispiel nicht machen bei euch beiden.
00:20:21: Das ist ungeheurig.
00:20:22: Ich würde gucken, wo eine Frau, die auch weh ich ü?
00:20:25: t reißig ist und dann abwarten.
00:20:29: Also eine Frau in den siebziger Jahren des Zwehnzehstehunderts.
00:20:32: Da fange ich mit Komplimenten an aber euch will ich mich das gar nicht trauen.
00:20:35: Wenn ich denke, oh Gott, jetzt finden Sie gleich was das für Zitlichkeitsverbrecher!
00:20:39: Oder?
00:20:39: Ja, vor allem mit meinem Brusthaar.
00:20:40: Vergesst es nicht?
00:20:41: Ich liebe Brusthare
00:20:42: überhaupt nicht!
00:20:43: Ach,
00:20:43: ich liebe Brusthare!
00:20:45: Plötzlich
00:20:45: findet die Dame Brusta... Sie hat vorhin... Sie darf sie zitieren.
00:20:50: Ich hatte nur das Juckett aufgeknöpft.
00:20:55: Weil ich mit meinen Reizen überzeugen würde aus irgendeinem pragmatischen Grund.
00:20:59: und dann sagte sie, ii du hast ja Brustdauer.
00:21:01: Das ii hast du dir.
00:21:01: Sie hat aber mit
00:21:02: Brustkaren keine Probleme.
00:21:03: Das ist normal.
00:21:04: Das Ii hat er erfunden.
00:21:06: Das war aber
00:21:07: wie iii.
00:21:08: Ja, du warst wahrscheinlich überraschig irritiert.
00:21:11: Ich habe aber ehrlich gesagt gedacht, dass du das Hemd nicht gewaschen hast.
00:21:14: Aber es ist einfach so ein dünner Stoff und ich
00:21:16: konnte ...
00:21:17: Und dann waren's halt nur die Brusttare?
00:21:19: Das ist eher erleichtert!
00:21:21: Man sieht da alles offenbar, Nicoletta.
00:21:23: Du glaubst, wenn wir hier unser schönes Hafen machen, dann komme ich mit einem ungewaschenem Hemd, das hält sich für denkbar
00:21:29: an.
00:21:30: Also ich glaube fragen mal Jesse was in der Kneipe rumläuft.
00:21:32: Da könnte er etwas durchaus mal begegnen in Dortmund und ist ja von wegen dran gerochen.
00:21:36: Welcher Stapel?
00:21:37: Geht noch mal?
00:21:38: Geht nicht für gut, aber geht.
00:21:41: Ja okay, gut wie ihr meint.
00:21:42: also das heißt ihr würdet aber gerne.
00:21:43: oder Jessie du sagst dass wenn jetzt ein gleichalträger Mann kommt auch jemand der nicht so einen totaler Blickfang ist weil das man von einem schönen Mann gerne Kompliment hören möchte.
00:21:52: ok Aber wenn ihr sie einmal so durchschnittlich das geht da würdest du dich eher freuen.
00:21:57: ja sagen
00:21:58: wir es sowas kommt immer auf den Kontext an.
00:22:01: ich glaube bei einem Format irgendwie im ehemaligen Tanzcafé Hürselts Er zum Tischtelefon greift und meine Nummer wählt.
00:22:10: Da finde ich das erstmal super, ja!
00:22:12: An der Supermarktkasse mit drei Tüten C war und eine Packung Klopapier unter dem Arm fände ich es eher nervig.
00:22:18: aber in so einem Kontext ist es schon cool.
00:22:21: Ehe es digitale Daten gab, war der Supermark die Kennenlernbörse also wo Leute wirklich... sich gut kennengelernt.
00:22:29: Da musst du dir aber genau überlegen, wo du in Dortmund in Supermarkt gehst?
00:22:32: Also ich empfehle doch Möllerbrücke.
00:22:33: da ist auf jeden Fall abends noch am meisten los auch viel alleinstehende und natürlich wenn man ein bisschen anderes Publikum will es geht jetzt in Akzenten.
00:22:40: Genau!
00:22:41: Im Akzent hat er schon mal gewesen...
00:22:43: Da kann man sich ja auch im Fußballer angeln zwischen den Regalen.
00:22:45: Das heißt
00:22:46: echt nicht.
00:22:46: Das ist auf jemals Schicke Mikirewe und das ist eine kleine Champagnerbar
00:22:49: also der Edeka Böbinghausen wo ich hin und wieder bin dann nicht.
00:22:53: Also da hatte ich das Gefühl, dass es nicht so gut war.
00:22:57: Ohne geguckt zu haben.
00:22:58: aber zurück zu dem was du machst... Du hast jetzt häufiger schon gesagt naja wir haben's vorgelesen.
00:23:06: Du bist Spezialistin für Social Media.
00:23:08: Social media kann man sich mal angucken.
00:23:11: inwiefern Social media Nachrichten im Moment machen geht oft darum
00:23:15: ja
00:23:15: das muss man für junge Leute verbieten sollen.
00:23:18: das verdirbt die Jugend.
00:23:21: Damit steht es in einer guten Tradition, weil ganz besonders tolle Sachen, tolle Musikrichtungen haben schon immer die Jugend verdorben.
00:23:26: Besonders gute Filme haben auch immer die Jugend verdorbt.
00:23:29: Würdest du sagen bei Social Media ist das ähnlich?
00:23:30: Das zeigt eigentlich die Qualität dass man es verbieten will.
00:23:34: Ich finde das zeigt die Unaufhaltbarkeit und das zeigt aber auch ganz klar die teilweise vielleicht auch fehlende Kompetenz und die fehlenden Bildung Vielleicht auch in unserem Schulsystem, die halt einfach noch nachgeholt werden muss.
00:23:49: Weil es gibt Social Media... Ich möchte jetzt ganz klar sagen, Social Media hat ganz viele Dinge mit sich gebracht.
00:23:56: Also wir haben jetzt mal überlegen, ganz ehrlich, ganz platt gesprochen.
00:23:59: bevor ich irgendwas anfange in den Workshops oder so auf der Arbeit erzähle ich immer erstmal hey!
00:24:03: Wir sind von Empfänger und naja, wir haben einen, der etwas erzählt also ein medialer Dialog zu einem socio-medialen Dialog gewechselt.
00:24:14: Das heißt, wir sind ständig Sender und Empfänger!
00:24:17: Und früher waren wir halt einfach nur Sender-und-Empfänger – natürlich konnte man Leserbrief schreiben und dann hat man eine Antwort bekommen – aber ich sage mal so diese Verantwortung die damit einhergeht dass jeder und jede zu jeder Zeit an jedem Ort auf jeder... egal wozu welchem Thema etwas sagen kann stellt uns natürlich auch vor Herausforderungen.
00:24:37: deswegen abhöhle ich da ganz klar einen unsere Bildungseinrichtungen, dass man da auf jeden Fall mehr das in die Hand nimmt und sagt wir müssen hier was an den Kompetenzen der jungen Leute tun.
00:24:49: Aber ich hatte schon mal den Eindruck, dass Man darüber reden muss.
00:24:53: Muss man zu allem immer etwas sagen?
00:24:55: Und zwar wird es auf der Treppe des Kunsthistorischen Museums in Wien.
00:24:58: Da hatten sich junge Frauen aufgebaut.
00:25:01: Sie hatten junge Männer dabei, die haben sie gefilmt und diese jungen Frauen hatten sich Ballkleider angezogen weil sie in Wien waren und haben dann Varianten von awesome!
00:25:10: Das ist also ganz toll es sein diesem Museum, mit dem sie noch gar nicht waren, weil sie waren in der Treppe draußen und haben darüber ganz viel geredet und ich habe dazu gehört... Ich war natürlich auf eine gruselige Weise begeistert und das hat mich aber... Ihr habt ja jetzt die Bilder noch gar nie angeschaut und ihr zählt ja auch gar nicht herum worum es darum geht in diesem Museum in dem tatsächlich Kunstschätze aus Die wäre es in Jahrhunderten aufbewahrt werden, sondern er redet ja jetzt hier einfach nur rum und sieht dabei hübsch aus.
00:25:33: Das erschien mir dumm.
00:25:35: und dann ist die Frage, spricht da der Großvater aus mir?
00:25:39: Jesse, wenn du das hörst...
00:25:41: Nö!
00:25:42: Weil ich gehe da komplett mit dir mit, denn Selbstdarstellung ist ja quasi gehört jetzt mittlerweile zum guten Ton auf Social Media.
00:25:49: Also höher schneller weiter!
00:25:51: Ich möchte die Erste sein, die etwas in die Welt puhsauend... ...ich möchte jemand sein der alles Mögliche kommentiert obwohl ich absolut keine Ahnung von habe oder vielleicht noch nicht mal die Kunststätzer, die da vor Ort sind halt gesehen haben.
00:26:04: und ich glaube auch dass es tatsächlich auch teilweise wehtun kann weil wenn ich so was sehe, ich bin auch Kunst-Enthusiastin sage ich mal, keine Expertin aber Interessiere mich sehr für, dass mir dann schon auch das Herz brechen könnte.
00:26:15: Deswegen glaube ich sind wir da aufs Sprechmeda oder sehen es in einer gleichen Richtung.
00:26:20: aber was sich halt auch Glaube ist, dass diese Entwicklung also wie sich die Welt dahin entwickelt hat... Die ist ja nicht aufzuhalten!
00:26:31: Wir können das gut oder schlecht finden?
00:26:34: Wir müssen einfach nur schauen was wir daraus machen weil Tatsächlich momentan ist es sogar ja so auf Social Media meine Beobachtung nach, dass wir von diesen perfektionistischen Denken total weit weggehen.
00:26:47: Wir wollen jetzt nicht mal alle aussehen wie Mariah Carey die sich hier irgendwie inszeniert mit wunderbaren Haaren und... gefälschten Gebiss und was weiß ich nicht gegen Mariah Carey an diesem Punkt, aber die war schlechthin sein.
00:27:01: Und dieser wirklich perfektionistische Content hinzu realen Einblicken.
00:27:07: Das hab' ich auch gerade tatsächlich in meinem Content gesehen... Also ja es gibt diese Menschen, die solche Dinge tun wie sich in einem Kunstmuseum hinstellen und sagen awesome wow!
00:27:17: Ich dachte eher einen popkulturellen Moment dass sie jetzt eine Folge Bridgerton nachspielen.
00:27:20: das ist jetzt grade auf Netflix ne Serie die sehr bekannt und berühmt ist.
00:27:24: Das hat mir eher so den Eindruck gegeben, dass sie vielleicht gar nicht für die Kunst sprechen wollten.
00:27:27: nun aus.
00:27:28: Aber ... Von
00:27:29: Präsidenten gibt's jetzt Grey Tea hab ich gesehen und ich habe die Serie gar nicht geguckt.
00:27:33: aber ich dachte mir auch, vielleicht wenn ich diesen Tee kaufe gehöre ich auch irgendwie dazu.
00:27:37: Ein
00:27:37: Stück vom Kuchen abhaben, guter Punkt!
00:27:39: Ja
00:27:39: als älterer Mensch hink man natürlich an Weiß... Ich hab es auch
00:27:42: nicht geguckt, aber ich hab auch Game of Thrones nicht gegockt und da bin ich dann ... Oh das ist
00:27:45: ein Fehler, das
00:27:48: muss du nachholen auf jeden Fall.
00:27:50: Weil nirgendwo wurden so schön auf Drachen geflogen.
00:27:53: Aber eigentlich sobald Drachen dabei sind, bin ich raus.
00:27:56: Ich normalerweise auch aber durch die ganze Gewalt bei Game of Thrones drin ist war ich wieder dabei!
00:28:01: Und deswegen, also der Kammunterhang ist der stärkste Mann in der Welt vorhin sehr interessant.
00:28:06: Was man auch sieht, schöne mediterrane Settings.
00:28:08: Also es gibt die Welt wo's kalt schon bald Winter wird schlimm wie Deutschland.
00:28:14: und dann gibts aber Mittelmeer oder wohnelegantere.
00:28:16: Leute hier sind gut angezogen haben auf viel schönerer Art und Weise Sex zum Beispiel als in den kalten Gegend wo die ganze Zeit brutal usw.
00:28:25: Also deswegen gehen wir von zu sehr empfehlenswerten.
00:28:33: Das Problem mit der Zeit.
00:28:35: Ja,
00:28:36: die sie nicht
00:28:38: hat.
00:28:38: Ich habe von euch am wenigsten Zeit, weil ich bin der erste, der stirbt in dieser Runde.
00:28:41: Du fährst
00:28:42: ja zum Beispiel viel zu!
00:28:48: Da kann man doch sowas total gut machen.
00:28:50: Aber ich konsumiere immer häppchenweise, glaube ich eher dann die Social Media.
00:28:54: kurz Clips da bloß nicht so lange dauern schnell alles rein.
00:28:57: Ich habe letztes eineinhalb Stunden zu Katzenvideos bei Instagram.
00:29:00: Ja das ist natürlich auch gefährlich haben wir uns ja wie alle schon
00:29:02: bei.
00:29:02: Das Video Rabbit Hole ist aber auch schon also dass man da dann hängen bleibt nur noch Katzenvideo angezeigt bekommen.
00:29:08: Ich guck
00:29:08: gerne Gärtnern zu wenn die so total verwilderte Einfahrten von den ganzen Büschen entfernen und hinterher ist alles so Piccobello da könnte ich stunden.
00:29:19: Warum?
00:29:20: Warum ist es ein Reinigungsvideo, weil was dich wieder fasziniert.
00:29:24: Irgendwas wird aufgehört.
00:29:25: Ist zufriedig dann irgendwie genau und dann guckst du noch eins und noch eins.
00:29:28: Du denkst ja das kann doch nicht sein dass er sich dabei tatsächlich nicht
00:29:30: will.
00:29:30: Katzen stehen für Chaos.
00:29:33: Ich mag keine Katzen so gerne aber ich gucke auch Katzenvideos.
00:29:37: also ich weiß dann wieder wer bei mir im Freundeskreis Katzen mag und schicke denen dann gerne.
00:29:43: Also wahrscheinlich schicken dir Menschen total viel.
00:29:45: Ja Menschen sind auch mit mir digital befreundet.
00:29:49: also das ist ja auch, wir haben ja Welten die Social Media aufmacht.
00:29:54: Da bin ich auch ehrlich aber manchmal so ein bisschen okay.
00:29:57: letztens hat mich jemand gefragt hey du Jesse.
00:30:01: Kurze Frage sorry schon mal vorab kennst du jemanden bei Wohnungsgesellschaft XY?
00:30:06: Ich würde voll gerne diese Wohnung haben und ich war so... Nee, kenne ich nicht.
00:30:13: Oh sorry dass ich dich das überhaupt gefragt habe und da merke ich immer so.
00:30:16: die gehen dann also Menschen gehen mit dir quasi eine digitale Freundschaft ein Obwohl ich ja überhaupt nichts von diesen Menschen kennen.
00:30:24: Also ich teile jetzt viel auf Social Media.
00:30:25: Das
00:30:26: ist ein Promi-Schicksal, ist es eigentlich?
00:30:27: Die
00:30:29: Leute glauben, dass sie berühmte Schauspieler kennen.
00:30:35: Das ist dann bei dir ähnlich?
00:30:38: Ja, definitiv.
00:30:39: Weil ich Menschen da draußen in den Raum auch gegeben habe mit doch eher schwierigeren Themen tatsächlich
00:30:47: über die wir jetzt reden wollen.
00:30:47: Über
00:30:48: die wir sicherlich auch noch hier
00:30:49: reden.
00:30:50: Genau, weil du hast uns gerade unter dem Ball gewissermaßen in den Lauf gespielt.
00:30:54: Du hast, obwohl du so jung bist wie du jung bist, du hast vorhin gesagt, ein und dreißig deine beiden Eltern schon verloren und zwar innerhalb kurzer Zeit.
00:31:00: Ich glaube, der Jahresfrist war das.
00:31:02: Ja, mein Papa ist am drehzehnten Oktober-Zw.ie.
00:31:06: gestorben und meine Mama am sechsten-zwanzigsten November-zw.c.
00:31:10: Wenn wir uns da mal Gedanken drüber machen... Ein Trumpf, den man als junger Mensch hat, ist es, wenn sich denkt dieses Thema Sterben und das Leben ist vorbei.
00:31:21: Das war langehin bei dir so?
00:31:23: Oder wie hast du auf dieses Thema geguckt bevor ihr das so begegnete?
00:31:27: Definitiv!
00:31:27: Also mit... ...vierundzwanziger, dachte ich noch Ich kenne ja niemanden, der gestorben ist.
00:31:32: Das ist ja voll cool!
00:31:34: Ja... ich kenne jemanden, den er gestorbt
00:31:36: hat.
00:31:36: Du loser bist gestorbend und ich bin der erst vor zwei Jahren.
00:31:40: Nee aber also klar, keine Opa, keine oma oder so ist davor gestorban weil also manchmal waren die halt schon gestorbn vor meiner Geburt.
00:31:49: Also genau, im Endeffekt schon, weil ich sie nicht kennenlernte.
00:31:52: Aber bevor meine Eltern gestorbin sind kannte ich niemanden der gestorbene ist.
00:31:56: Hattest du denn Angst davor?
00:31:58: Nö, war für mich ganz weit weg.
00:32:00: Dadurch dass man keine Berührungspunkte damit hatte, war das für mich...
00:32:04: Bist du Einzelkind?
00:32:05: Nee ich habe ein Halbbruder von meiner Mama
00:32:06: aus.
00:32:08: Genau bin mit dem auch ganz normal aufgewachsen.
00:32:10: Ich hab erst durch eine Tourenlehrerin erfahren, dass es mein Halb Bruder ist weil sie gesagt hat ja das kann ja nicht sein, denn Papa ist eigentlich zu jung der wäre dann irgendwie elf gewesen.
00:32:18: also schön eigentlich und dann haben wir das gesprochen.
00:32:21: Aber sagen Sie sich das Kinder nicht wenn sie böse zueinander sein wollen, ich habe das Gefühl Du bist adoptiert.
00:32:27: Wahrscheinlich sind das böse Kinder, weil mein Bruder und ich waren immer sehr lieb zueinander.
00:32:31: Das
00:32:32: heißt er ist ja jünger als du?
00:32:33: Nee, der ist zehn Jahre älter tatsächlich.
00:32:35: Der ist zehn Jahr älther, der hat jetzt genau das einunvierzig und hat zwei Kinder.
00:32:41: Fühlt ein ganz anderes Leben als ich tatsächlich.
00:32:44: Hat aber auch mit meinen Eltern, wenn sie krank fahren nicht viel zu tun.
00:32:47: Aber ich habe das so wahrgenommen, dass du das ziemlich alleine gereinigt
00:32:50: hast.
00:32:50: Ja, also mein Brudder... hatte mit meinen Eltern in dem Sinne kein Kontakt aus Familiengründen.
00:32:59: Und deswegen hatte ich im Endeffekt ja als Tochter diese Bürde, zwei ziemlich schwer an Krebs erkrankte Eltern zu pflegen.
00:33:08: Als
00:33:09: dein Vater starb war deine Mutter?
00:33:11: Hattet ihr schon ihre Diagnose?
00:33:12: Ja!
00:33:13: Das heißt sie war in dir auch ... Konnte sie dir noch eine Stütze sein das zu organisieren?
00:33:18: was oder warst du da schon?
00:33:20: hat sie dir dabei zugesehen?
00:33:22: Nee, ehrlicherweise hat sich diese Eltern-, Tochter- oder Muttertochterverbindung schon sehr früh umgekehrt.
00:33:32: Meine Mama ist an Darmkrebs erkrankt und konnte tatsächlich sogar operiert werden.
00:33:36: Das war auch alles soweit in Ordnung.
00:33:38: Man wusste, dass das nie ganz weggehen würde, konnte aber operiert wird.
00:33:41: Und als sie eine Chemotherapie gemacht
00:33:43: hat
00:33:44: und auf Kur geschickt worden ist ... Genau!
00:33:48: war es auf dem Rückweg soweit, dass der Hausarzt für meinen Papa angerufen hat und gesagt hat, mal schlechte Nachrichten für sie kommen sie doch mal vorbei.
00:33:55: Also quasi auf den Rückweg von der Kur, von der Chemotherapie meiner Mama haben wir dann erfahren, dass mein Papa Speiserernkrebs hat.
00:34:04: In dem Moment denkst du, das was da jetzt passiert, das passiert nicht?
00:34:08: Das kann dir nicht passieren, ich stand bei meinem Ehemaligen also ja einen meiner ersten Jobs vor der Tür ist auch nur dort eine Agentur gewesen Neovot heißen die Stand davor der Tür Schönes Altbrauch aus einer Kaiserviertel und haben mir so gedacht.
00:34:22: Das ist ja nicht wahr!
00:34:23: Also das geht ja nicht, weil Mama hat er jetzt schon Krebs, Papa kann er jetzt auch noch Krebs bekommen haben.
00:34:27: Das versteht man erst mal gar nicht.
00:34:29: Und es ist glaube ich ganz lange nicht in meinem Kopf angekommen dann zum Glück sehr schnell einen Therapieplatz bekommen und hab mich wirklich auch wöchentlich da blicken lassen.
00:34:40: Und ja, und dann realisiert man das glaube ich jetzt erst.
00:34:44: Hast du das öffentlich gemacht damals?
00:34:46: Ja
00:34:47: direkt.
00:34:47: Also da hatte ich noch keine Reichweite in Dortmund als es passiert ist eher so eine kleine.
00:34:51: Ich sag mal jetzt bin ich ungefähr... Man nennt das immer also ich bin immer noch im Nanobereich nennt man das Marketing Sprech bei ungefähr siebentausend fünfhundert Followern.
00:34:59: damit hat sich so und ich habe mich aber direkt dazu entschlossen öffentlich darüber zu sprechen, weil es irgendwie Teil dessen war wie ich damit umgehen wollte.
00:35:09: Weil Leute reden und Leute sprechen einen natürlich auch darauf an und ich hab das Gefühl, ich wollte diese Situation so ein bisschen... ...zuvorkommen.
00:35:19: Ich wollte den Moment bestimmen.
00:35:20: Und wie war die Reaktion der Leute?
00:35:23: Ganz gemischt!
00:35:23: Sind dir entfolgt welche?
00:35:25: Teilweise sind mir Leute entfolgen, teilweise haben mich Leute beschimpft, dass ich damit so öffentlich umgehe.
00:35:30: Also, aus meiner Sicht bin damit immer sehr sensitiv umgegangen und hab auch immer so ... Ja.
00:35:36: Bevor ich darüber gesprochen habe die Leute vorgewandt und denen gesagt hey, Leute!
00:35:40: Ich spreche jetzt übrigens gleich über Tod Trauer-und Verlust.
00:35:43: Wenn ihr darauf keine Lust habt dann guckt euch das heute nicht an, ne?
00:35:47: So, und hab dann erst angefangen darüber zu sprechen.
00:35:48: Ich hab dann zum Beispiel über die Seebestattung meines Vaters, die ich mit meiner Mama alleine gemacht haben Video gemacht.
00:35:55: Das hat über eine halbe Million Aufrufe bekommen Und natürlich kommen dann Stimmen, die sagen.
00:36:03: Nicht mal da konnte sie ihr Handy weglegen und ich bin bis heute dankbar dass ich das gemacht habe.
00:36:09: Ich hab jetzt nicht hier die Ohne gefilmt was auch immer.
00:36:13: Ich habe dann ein paar Wellen gefilmt und das Schifflein gefilmet also es war sehr zurückhaltend gefilmed Hab zum Beispiel die Hand von meiner Mama und mir, wie wir uns so gestreichelt haben gefilmt.
00:36:22: Und ich guck mir das heutzutage total oft und gerne an!
00:36:25: Also nicht
00:36:26: oft... Ja du guckst dir selber?
00:36:27: Genau,
00:36:28: ich gucke es mir selber an.
00:36:29: und aber auch dadurch dass das so viral gegangen ist habe ich bestimmt an die hundert Nachrichten bin ich sogar mehr Von Menschen bekommen, die mir gesagt haben Jesse Ich kenne dich nicht Aber vielen Dank, dass Du das gemacht hast.
00:36:41: Für mich war das ein schwarzes Loch vorher.
00:36:43: Ich muss auch jemanden bei einer Seebestattung quasi beerdigen jetzt die nächsten Tage und es hat mir unheimlich geholfen zu sehen, dass das ja voll schön ist.
00:36:50: Und also das hat mir halt bestätigt warum ich das gemacht habe.
00:36:53: Hätte ich nur einem Menschen damit geholpen hätte sich's für mich schon gelohnt.
00:36:57: Wobei da wieder sowas drin ist was ich eigenartig finde oder sagen wir mal was ich schwer besprechbar finde mit dem Tod mit dem Verlust von Menschen die man liebt ist ein Schmerz verbunden der nicht einfach weggeht.
00:37:15: Also wo man nicht sagen kann, ich habe... Ich kann mir jetzt von meiner Mutter natürlich schöne Fotos angucken die ich von ihr mal gemacht hab aber die Tatsache dass ich sie nicht anrufen kann und nicht fragen kann, hör mal hier diese eine Soße wie mache ich die?
00:37:28: Dass dieser Schmerz bleibt und würdest du sagen das ist es ne Lehre für dich da raus gewesen, dass das Sachen gibt die einfach wehtun oder auch nicht aufhören weht zu tun egal wie man sie... Wie man's
00:37:41: abholzt
00:37:42: hat
00:37:42: Wie man sie vermeintlich abhaken kann im Kopf, indem man sowas tut.
00:37:47: Ja, irgendwo schon ... Ich glaub das ist alles ein Prozess weil Trauerarbeit, das hab ich jetzt auch gemerkt, nicht einfach nach dem Jahr abgeschlossen oder so.
00:37:55: Bei mir war es ja auch so dass zwei Trauerfälle sehr knapp hintereinander dann passiert sind und das kommt immer wieder hoch.
00:38:03: Und das ist ja ein Leben lang was einen da irgendwie begleitet diese Trauer.
00:38:07: Ich sag immer so gerne man hat immer eine So eine kleine graue Wolke über einem drüber und mal ist die da.
00:38:12: Und mal ist das halt super doll am starken Regnen, und mal zeigt sich die Sonne dadurch auch.
00:38:20: Also das sind ganz unterschiedliche Gefühle, glaube ich, die man da einordnen muss – auch sein ganzes Leben lang!
00:38:24: Mein Papa hat seinen Papa relativ früh verloren mit sixundvierzig.
00:38:29: Mein Papa war da einundzwanzig und dadurch dass ich mit meinem Papa schon damals darüber gesprochen habe wie es für ihn ist, ihn verloren zu haben, hab' ich mir glaube ich davon total viel abgucken können.
00:38:38: Und die konkreten Sachen, weil was auf Leute logischerweise, die sich mit dem Thema nicht so vertraut gemacht haben, weil sie einfach jung sind.
00:38:46: Zukunfts sind ja alles Horrorsachen.
00:38:48: also du hast gerade schon ein Telefonat das man nicht führen möchte.
00:38:51: wenn der Arzt sagt wir haben schlechte Nachrichten Dann ist man auf einer Station, wo dann ein Arzt kommt oder eine Ärztin und sagt das wird nichts mehr.
00:39:00: Es palliativ!
00:39:00: Das ist immer so ein schönes Wort, aber es ist kein schönes Worts, sondern es ist ein softes Wort.
00:39:07: Aber das heißt ja im Endeffekt eigentlich dass man austherapiert ist und auf jeden Fall daran sterben wird?
00:39:10: Man wird in jedem Fall sterben und man sorgt dafür, dass dieser Übergang von Leben zum Tod angenehm übergeht zu schmerzlos wie möglich.
00:39:22: dann Hospiz.
00:39:25: Ich habe gelesen, dass dein Vater in einem Zimmer im Hospiz starb, indem auch deine Mutter gestorben ist?
00:39:31: Ja!
00:39:31: Was ich nur wissen will... Diese ganz eigenartigen Orte, diese Welt mit der man normalerweise nichts tun hat.
00:39:42: Bist du da dagegen geknallt oder ist das so, dass die Leute an diesen Orten begegnet sind, die dir eine Brücke gebaut haben damit es nicht Es ist so unüberwindbar erschienen.
00:39:53: Ich hatte wie gesagt das große Glück, dass ich relativ schnell in Therapie gekommen bin und meine Therapeutin arbeitet zur Hälfte auf der Krebstation in Wittenherdecke und zur anderen hälfte als Therapeuten für Krebsangehörige und Krebsbetroffene.
00:40:06: Das war ein Riesenglück!
00:40:07: Das war wirklich ein Zufall, sodass ich da auf jeden Fall eine Person hatte die mir... zu gleichermaßen meine Sicht der Dinge erklären konnte als auch die Sicht meiner Eltern teilweise.
00:40:19: Und ja, ich bin definitiv auf Leute gestoßen gerade im Hospiz.
00:40:22: Meine Eltern waren beide im Hospizen in Schwärte.
00:40:25: Übrigens dazu nochmal zum Beispiel... Ja, ein Fakt der mich für mein Leben lang begleiten kann.
00:40:31: Ich kann an der Autobahn-Ausfahrt von Schwerte ganz schwer vorbeifahren.
00:40:35: Jedes Mal wenn ich da bin dann kommen diese Gefühle hoch so oh da waren Mama und Papa und das war in dieser letzten Stunden.
00:40:41: und die letzten Stunden sind bei Menschen die sterben natürlich immer ganz furchtbar und ich war bei beiden halt dabei.
00:40:45: und tatsächlich glaube ich aber man trifft im Leben... Immer die Leute, also ich bin nicht gläubig.
00:40:52: Ich glaube aber trotzdem daran dass es so Zufälle gibt die passieren sollen oder vielleicht auch weil man sich so benimmt wie man sich benimmt oder entscheidet wie man dich entscheidet das da immer Leute gibt die wenn man offen mit seinen Sorgen und Ängsten umgeht einem dann einen Weg zeigen können.
00:41:08: und ich glaube deswegen ist auch diese Entscheidung öffentlich drüber zu sprechen gefallen bei mir relativ früh, weil ich gemerkt habe es gibt dann Leute die mir zeigen.
00:41:16: Ich bin nicht alleine oder die mir zeigen man kann mit Jesse darüber sprechen.
00:41:22: Ja und das hab' ich ganz unterschiedlicher Rad und Weise erfahren tatsächlich nicht nur mit einer Mitarbeiterin die im Hospice-Netz zu mir war und gesagt hat ach so ja so läuft das übrigens sondern zum Beispiel auch ein ehemaliger Arbeitgeber von mir einen ehemalliger Chef der auch seine Eltern beide verloren hatte mit dem auf einmal Zwischenmenschlich irgendwie bei einem Bierchen, bei einem Plausch dann auf einem Stadtfest und auch mal gefestgestellbar, okay egal wie alt man eigentlich ist.
00:41:46: Man bleibt ja immer Kind.
00:41:48: Und wenn man seine Eltern verliert, ist es immer gleich.
00:41:50: Egal ob man fünfzig, siebzig zwölf oder achtundzwanzig ist oder neunzwanziger, wie alt ich war.
00:41:57: Ich glaube das hat mir in dem Moment halt unheimlich geholfen dann immer wieder nach vorne zu blicken bis heute.
00:42:03: Und dieses öffentlich machen hast du dir nicht selber bei einem Krankenhausaufenthalt?
00:42:07: Filmisch begleiten war da nicht, was eine Zeit lang hat.
00:42:10: Das tut doch auch... Da hab ich dich gesehen, da bin ich dir noch gar nicht aktiv gefolgt.
00:42:15: Aber warum hat's denn ein Verband?
00:42:17: Und du hast das auf jeden Fall sehr offen gespielt!
00:42:20: Ich glaube tatsächlich ... Das ist die Zeit gewesen, wo ich mein Kind operieren lassen habe.
00:42:23: Da musste ich sechs Wochen mit einem verbannten Gesicht rumlaufen.
00:42:26: Warum hast du das operiert?
00:42:27: Er hatte schon eine Kinderkrankheit.
00:42:28: Ja, ich
00:42:28: hatte hier so'n bisschen...
00:42:30: So
00:42:31: was?!
00:42:31: Das hat mich gestarrt.
00:42:32: So'n Pelikan-Futterberatel hier.
00:42:33: Genau, das war ne
00:42:34: Plastikschere.
00:42:35: Das war so'nen Plastikschein.
00:42:36: Da saß ich auch bei ganz wichtigen Kunden Meetings So ein Ding um den Kopf.
00:42:42: Das wird oben zusammengebunden wie so eine
00:42:44: ... Früher
00:42:44: gab es ja, ich weiß nicht, hast du dir so gesprungen die Gasse früher?
00:42:47: Hast
00:42:47: du das auch schon mal machen lassen oder?
00:42:49: Nein, sie sehe ich so aus.
00:42:51: Ich wünschte ihr das machen.
00:42:52: Ich
00:42:55: würde
00:42:55: mir wahnsinnig gerne die Schluckflieder operieren und dich dann anstarren.
00:42:58: Das wäre eine schöne Sache, weil ich habe Angst, dass man nachts die Augen nicht mehr zumachen kann.
00:43:02: Das
00:43:02: wär schräglich,
00:43:03: ne?
00:43:03: Das wär nicht furchtbar!
00:43:03: Aber ich möchte doch mal zurückkommen zu dieser Trauergeschichte.
00:43:09: Weil das Eine ist, man trauert selber es läuft gerade nicht gut.
00:43:13: Und man isst dann aber schnell für die Andere.
00:43:14: Oh, das ist ja die mit den Eltern...
00:43:16: Ja, genau.
00:43:17: Dann kommen alle anderen und reden komisch mit einem oder wollen das... Manche Leute kommen.
00:43:23: Es ist sehr lustig was die Leute dann auch sagen wie sie das kompensieren.
00:43:26: Ich traf im Kaufland in Indupark eine Schmittschülerin meiner Mutter.
00:43:34: ja, wie geht's denn der Mama?
00:43:35: Ich dachte oh!
00:43:35: Und dann ging es so
00:43:37: weg.
00:43:38: Ich geh mal die Eier holen.
00:43:39: Erzählte dann soweit da ging es gar nicht so gut wo man denkt obwei.
00:43:43: aber jetzt ist dir das auch so gegangen?
00:43:45: Ja, definitiv.
00:43:46: Ich habe auch Freundinnen verloren dadurch.
00:43:50: die haben sich dann einfach gar nicht mehr bei mir gemeldet.
00:43:52: und was ich auch ganz klar sagen muss nach diesem Trauerjahr jetzt ich hab im August diesen Jahres meinen Job gekündigt.
00:43:59: Nicht wegen der Trauer oder so sondern weil ich eine Stufe weitergehen wollte in meiner beruflichen Laufbahn und habe dann gemerkt beim alten Job bin ich da sehr wie ich gerade schon erzählt habe alter Arbeitgeber der halt auch irgendwie damit Erfahrung hatte Eltern gestorben usw.
00:44:14: hinzu.
00:44:15: Ja, okay.
00:44:16: Welche Jessie ... Das hatte mich meine Therapeutin dann auch gefragt.
00:44:19: Welchen Jessie bin ich denn?
00:44:21: Wenn nicht die gestresste Jessie bin, die gerade ihre Eltern verloren hat.
00:44:25: Weil das ein Stück weit von deiner Identität ausmacht in solchen Jahren, die vor der Trauerschmerzpflege Verlust waren und ich bin da sicherlich immer noch mittendrin.
00:44:35: Heute ist ein guter Tag, heute kann ich super drüber reden.
00:44:38: Das hätte morgen anders aussehen können.
00:44:40: Hätte ich hier gesessen und geweint weil es auch in Ordnung ist aber heute ist ok.
00:44:43: Aber ich glaube schon, dass das ein Stück weit mitprägt.
00:44:48: Und bei meiner neuen Arbeit jetzt, die ich letztes Jahr im Oktober angefangen habe – so eine anderthalbmonatige Auszeit auch mal genommen hat es sehr gut getan.
00:44:57: Habe ich gemerkt?
00:44:58: Will ich das jetzt direkt überhaupt erzählen?
00:45:00: Natürlich ist es bei mir im Internet einsehbar, die Leute hätten das auch recherchieren können.
00:45:05: Und sicherlich hat der eine oder andere das auch vorher gewusst.
00:45:07: aber da war das nicht so ein Ding wo ich sag mal hingegangen bin und habe gesagt hi!
00:45:11: Ich bin die Jessie.
00:45:12: Ich hab zwei Katzen.
00:45:13: Ich wohne in einer Altbau-Wohnung im Dortmunder Kaiserviertel.
00:45:15: Ah ja meine Eltern sind beide gestorben.
00:45:17: Da habe ich mich bewusst gegen entschieden weil genau das ja auch irgendwo ein Teil ist wo man sagt okay Das war ja präsent in meinem Leben, das ist auch für immer präsant.
00:45:26: Und es wird irgendwann immer ein Stück Teil meines Lebens bleiben.
00:45:31: Weil ich sage mal so von einer akuten Trauer wenn man jemanden verloren hat hinzu diese Menschen finden einen Platz in deinem Leben vergehen Jahre also.
00:45:40: Ich kann jetzt heute zum Beispiel auch immer noch keine Bilder von meinen Eltern oder so in der Wohnung aufstellen weil mich dass jedes Mal traurig machen würde.
00:45:46: Dafür gucke ich aber gerne dieses Video auf meinem Handy an Wenn nicht vielleicht auch mal traurigt bin.
00:45:50: Wie hilft das überhaupt, dass wir uns drei jetzt mal ein, wie wir sind?
00:45:59: Das hält man ja unserer Region zu Gute, dass wir unverblühmt sind.
00:46:02: Dass ich erinnere mich an meinen Vater der da auch so ein Sport draus gemacht hat wenn wir bei Erdigung waren sogar von nahen Verwandten wie beim geliebten Opa Erich das wir dann da wegfuhren und wir gingen zum Parkfest aber hauptete mein Vater würde schon den Akkuschrauber mit dem sie die Griffe vom Sack abmachen damit die nicht hinter dem Ofen zu liegen kommen.
00:46:20: Das war natürlich ganz schön drastisch aber andererseits fand Local.
00:46:28: Hilft das, dass wir so sind wie wir sind?
00:46:31: Ja
00:46:31: unbedingt und ich liebe auch, dass es so ist wie wir sie denn meine Mama kam ursprünglich aus der DDR mit meinem Bruder als er vier Jahre zu Fuß geflüchtet in den Westen und dann ist die Familie von meiner Mutter nach Mauerfall in den Süden gezogen also in Schwabenländle tatsächlich auch vor, ich glaube ungefähr zwei Jahren mit meiner Mama ein Interview geführt beim Bremerradiosender und da haben meine Mama und ich im Radio öffentlich über das Sterben gesprochen.
00:47:08: Und das haben wir dann natürlich auch meiner Familie geschickt so... Das ist ja mutig und oh Gott, aha okay.
00:47:18: Und da hat man gemerkt durch diese andere, ich sag mal Sozialisierung durch diesen Süden und ich möchte jetzt gar nicht gegen irgendwie das Schwabenländle hier schießen aber ich glaub ihr... Also als ich dabei im Backcover und irgendwie nicht Schripper zu Brötchen gesagt habe wurde ich halt ganz komisch angeguckt eh als einst achzig große Frauen mit einem Blazer was soll die denn eigentlich hier so ne?
00:47:39: Nein!
00:47:39: Aber Wo ich dann schon gemerkt habe, das ist halt ein anderer Umgang.
00:47:43: und da kommen wir wieder zu meinem Lieblingsthema die Kneipen.
00:47:46: Ich könnte mich jetzt in die Kneipe setzen und von meinem Schicksal erzählen und es würden mir Leute zuhören.
00:47:51: Und das ist ja im Endeffekt das Beste was man einem Menschen geben kann in so einer Situation dazu sein zuzuhören und dem Raum zu gehen.
00:47:58: Hast du dir gewünscht dass du an den lieben Gott glauben würdest?
00:48:01: weil eine feste Burg ist unser Gott?
00:48:03: Dass man weiß... Wo hin, wo ist okay's?
00:48:06: Meine Mama war sehr gläubig tatsächlich.
00:48:08: Und ich hab auch zum ... Als ich ein bisschen verzweifelt war, weil meine Mama war lange im Hospiz und hat lange gekämpft, ist dann einen Leberversagen gestorben nicht an dem Krebs an sich, sondern weil das halt so gestreut hat.
00:48:22: Das ist echt eine Strapazze, die man damit ansehen muss.
00:48:27: Ich habe mich daran erinnert, dass ich in meinem Kindergarten ein Verrat hatte der Ralf.
00:48:33: Ralf Schlüter war Fahrer in Barob, in der Kirche.
00:48:37: Ich hab den Mann geliebt als Kind.
00:48:38: Der war so toll und so nett dass ich dem einfach.
00:48:42: in meiner Verzweiflung habe ich den im Internet gesucht.
00:48:45: Hab ihn dann auch gefunden.
00:48:46: Er unterrichtet mittlerweile an einer Schule Und ich hab ihm gesagt... Ralf?
00:48:51: Hier ist Jesse!
00:48:51: Ich weiß nicht ob du dich an mich erinnerst.
00:48:54: Du mochtest meine Mama ja auch immer gerne und die kann nicht gehen und die braucht irgendwie eine Brücke.
00:48:59: Und dann ist er wirklich, hab ich ihn abgeholt weil der nur Fahrrad fährt?
00:49:02: Dann ist er mit mir im tiefsten Schnee treiben letztes Jahr nach Schwerte gefahren im Auto und hat mich da noch für meinen Autofastil angemacht ein bisschen oder nicht.
00:49:12: Ein bisschen rabiat in einem Autofaustil habe!
00:49:13: Und dann isst er mit meiim Hospiz gewesen und hat so einen Ritual gemacht.
00:49:19: Keine Ahnung wie man das genau nennt.
00:49:20: auf jeden Fall ist meine Mama ich glaub anderthalb Tage später eingeschlafen und war seitdem super ruhig, und super friedlich.
00:49:28: Und wenn ich darüber nachdenke, jetzt hat jetzt noch Gänsehaut, genau so... Da denke ich mir halt schon, glaube es ist was Wunderwunderschönes!
00:49:35: Ich bin dafür zu rational und zu sehr auf Wissenschaft, dass ich so sage, ich könnte mir das jetzt aneignen aber in dem Moment ist es ja wirklich völlig egal weil es ja irgendwo auch etwas Zwischenmenschliches ist, was da passiert ist und was sehr schön war.
00:49:48: Du als Muslima, wie würdest du das helfen?
00:49:51: Also ich kann das verstehen mit dem Halt geben.
00:49:54: Wie kommst du auf den was wahrscheinlich ewig gar nicht an den gedreht und dass dann in solchen Situationen man doch wieder daran denkt eine unheimlich schöne Geschichte Kann auch dein Jobwechsel jetzt viel besser verstehen, weil du hast ja da gearbeitet.
00:50:09: Wo mein Bruder auch mal gearbeitet hat und ich hab einfach gedacht, Du hast die Faxen dicke!
00:50:13: Du hast kein Bock mehr für einen Mann zu arbeiten oder das sind eher solche ... weil du sagst ja auch, du bist... Ja, wirst ja auch nicht gerne was sagen.
00:50:24: Definitiv!
00:50:25: Und dass du deswegen dich selbstständig machen wollen.
00:50:27: aber mit dem Schritt in diesen Ich bin jetzt einfach ich und werde für meine Fähigkeiten und so und nicht das andere noch Rücksicht nimmt weil das die letzten passiert ist und jeder das auf der Arbeit mitbekommt.
00:50:37: Voll und das ist vielleicht auch ein ja ein Learning was ich daraus ziehen kann zu sagen okay inwieweit geht man eigentlich mit sein?
00:50:46: Das
00:50:47: schließt
00:50:47: eine offene Frage von dir von Anfangs nochmal an Wie weit möchte ich mit meinen Gefühlen und meiner Verletzbarkeit ja auch in die Öffentlichkeit gehen?
00:50:58: Und das war dann halt in dem Moment der Schritt so, nee dieser Job jetzt hier.
00:51:01: Das ist alles sehr eng und ich habe die alle lieb und das ist wirklich eine Agentur gewesen.
00:51:04: Die haben dort noch ganz viele Sachen gemacht, die mir ganz doll am Herzen wegen Dortmund Allerkarten große Stadt fest.
00:51:09: Also ganz viele... coole Sachen, wirklich die Herzensprojekte von mir waren.
00:51:14: Wo ich dann aber auch irgendwann gesagt habe so hey bis hin und nicht weiter weil ich vielleicht auch nicht verstanden habe dass das dann in dem Moment nicht gut ist wenn man so familiär mit Leuten wird mit denen man eigentlich nur in einer professionellen Umgebung zu tun hat.
00:51:26: genau.
00:51:27: Aber ist es nicht so dass man sich da immer überlegt wenn wenn man sowas erlebt wie das was du jetzt wie ich finde in viel zu kurzer Frequenz erleben musstest?
00:51:37: Dass man sich ganz allgemein Gedanken darüber macht, ob nicht Teile, die zum Leben gehören, der Tod gehört dazu.
00:51:44: Ich hab das Gefühl, es wird immer spitzfingriger.
00:51:47: Es wird immer weiter weggeschoben.
00:51:48: Es ist immer weiter entfernt von Leuten und Leute sagen dann du hast mich überfordert indem du mir nur davon erzählt hast, ja?
00:51:55: Von einer Sache, die geschieht... Die
00:51:57: mir passiert das
00:51:58: genau!
00:51:58: ...die geschieht und die ihm im Übrigen natürlich auch geschieht.
00:52:02: Äh, kannst du dir, könntest du dir vorstellen?
00:52:04: Gerade wenn du, weil du Kommunikationsprofi bist.
00:52:07: Kannst du dir Wege vorstellen wie man das normalisieren könnte?
00:52:10: Wie man sagt... Ich erinnere mich, ich war beteiligt an der ARD-Themenwoche Leben mit dem Tod.
00:52:15: Da haben zuerst siebzig von hundert beteiligten Redakteuren gesagt sehen wir nicht das Thema Sehen wir nicht wollen wir nicht möchten wir nicht drüber reden bis sich es dann doch machen mussten.
00:52:22: aber aber Es war schwer.
00:52:24: deswegen frage ich dich jetzt als Kommunikation Profi der durch heute Bissi Siehst Du dafür einen Weg oder sagst du Nein Das ist das ist dann doch Zu Schwieriges, zu schwer gangbar.
00:52:36: Ich
00:52:36: sehe einen Weg definitiv vor einigen erst mal in Form von einem kollektiven Ausspiel und das bedeutet nichts anderes als dass man zum Beispiel Social Media nutzt um eine Interessesgruppe direkt anzusprechen, um eine Community anzusprechen die das Thema E bewegt.
00:52:56: Und ich habe tatsächlich auch ein prominenteres Beispiel Sein Name jetzt gerade nicht vor Augen, aber es gibt einen live Moderatoren der Trauerbegleiter.
00:53:07: Also wirklich die Ausbildung zur Trauer Begleiter?
00:53:09: Ich glaube es gibt so eine relativ offizielle Ausbildung ist ja auch irgendwas pädagogisches und er hat sie gemacht ... und Benny Bauer dickt.
00:53:18: Ach schön, ich hab seinen Namen noch.
00:53:19: Der hat auch ein Buch darüber geschrieben... Und der spricht zum Beispiel auch offen im Fernsehen darüber was er hat auch seine beiden Eltern verloren tatsächlich aber nicht in so einem kurzen Abstand fand ich aber sehr inspirierend.
00:53:31: Was das ausmacht überhaupt mit diesem Thema in die Öffentlichkeit zu gehen dieses Thema immer wieder in den Alltag mit anzubringen?
00:53:36: Wir sind halt auch Betroffenen hilft!
00:53:38: Ich glaube schon dass wir in Deutschland in einer Kultur leben wo Tod und Krankheit, Verlust und Trauer.
00:53:49: Genau so ein Tamutthema ist wie Geld vielleicht auch irgendwo?
00:53:53: Und das finde ich schade weil es betrifft ja jeden egal ob armenreichtig, dünn was auch immer.
00:54:01: Passieren von heute auf morgen, das habe ich jetzt leider am eigenen Teil erfahren müssen.
00:54:04: Ich glaube tatsächlich ist es viel viel viel wichtiger darüber nachzudenken wie man den Betroffenen helfen kann als dass man es den Leuten gemütlich macht die damit jetzt gerade nichts zu tun haben.
00:54:14: wo wir gerade dabei sind weil du sagst tabut hin.
00:54:16: wenn ich jetzt in Kampf der Generation anfangen wollte was ich eigentlich nicht so gerne möchte aber Wenn wenn mir danach ist in einem guten moment dann behaupte ich ja dass Leute wie ihr Dass ihr zu einer generation gehört wo ihr seid neoviktorianisch, das heißt ihr seid streng in vielerlei Hinsicht.
00:54:34: Ein Beispiel eine Parfümirin hat mir erzählt dass es in den Siebziger und Achtziger Jahren gab's Schwere Düfte, die nach Moschus, wo man nach Tier gerochen hat.
00:54:42: Da wollte man, ah, ich bin das sinnlich!
00:54:44: Heute ist der Herr Gerocht, den Sie am besten verkauft frisch gewaschen wäschen von Leuten, die gerne in den Garten aufräumen und was da nie reinpasst... Es ist Wildheit und beispielsweise Sexualität als das Zügelose zu begreifen, was es sein kann, sondern es ist immer alles sortiert.
00:55:01: Wenn nicht jemanden kennenlernen dann kann ich mir schon vorstellen, dass kommen la-la-la, wo wir denken genau wie im New Adult Roman.
00:55:06: Das ist alles nicht... der tatsächlich einen Kraft, die das hat nicht gerecht, sagen würde.
00:55:11: Leute meiner Generation sagen.
00:55:13: Was würdest du darauf antworten ist?
00:55:15: Ist es nicht ähnlich tabu behaftet?
00:55:16: oder habt ihr nicht sehr komische Vorstellungen von körperlicher Liebe?
00:55:23: Pitzig kleine Suche ist T-Frage muss ich zugeben.
00:55:25: Ja,
00:55:25: ich wollte gerade sagen...
00:55:28: Sag doch mal wirklich Jesse!
00:55:32: Wenn du mich jetzt fragen würdest, ja also die meisten Leute haben das sicherlich.
00:55:37: Vielen Dank!
00:55:41: Ich würde meinen Mann in einer offenen Ehe leben.
00:55:43: Was heißt
00:55:45: das denn?
00:55:46: Dass wir uns gegenseitig darüber erzählen dürfen wenn wir andere Menschen anziehen oder gut finden und dann mal gucken was passieren könnte?
00:55:53: Also ich bin davon überzeugt.
00:55:54: Das ist
00:55:54: eine riesengroße Schweinerei!
00:55:57: Ja genau,
00:55:57: ich gehe jedes Wochenende in ein Zwingerklub und habe ungefähr drei Dates... Ich muss jetzt deswegen auch gleich los.
00:56:03: Aber
00:56:04: vorhin würdest du zum Beispiel einen attraktiven, siebenfünfzigjährigen Treffen und würdest den so dermaßen verkasern?
00:56:08: Dann
00:56:08: könnte ich das zu meinem Mam erzählen und sagen können hey weißt du was, ich hab heute einen dermaßen attraktivem, siebenfünfzigjährigen getroffen, den nicht gerne daten wollen würde.
00:56:16: dann wird der wahrscheinlich sagen Jesse hast dir jetzt nen Daddy-Complex entwickelt aber ich dürfte es machen.
00:56:21: Und wenn du es machen würdest und du würdest mit dem siebenundfünfzigjährigen in das Land, wo Milch und Drohne fließt aufbrechen.
00:56:29: Dann würde der Mann immer noch nicht sagen, oh, langsam fängt es mir an, dich zu stimmen!
00:56:32: Ja mein Mann hätte das letzte Wort.
00:56:33: und ich glaube, es gibt halt immer etwas zwischen einer Partnerschaft die wir führen und deswegen haben wir ja auch geheiratet, die sehr...die Basis dafür ist.
00:56:41: Ich möchte mich ja nicht mehr verlieben, ich möchte einfach nur den Moschustrieben nachgehen, die jetzt quasi in unserer Gesellschaft vielleicht auch ein bisschen verrufen sind.
00:56:49: aber ich glaube schonungslose Ehrlichkeit Futsche dem Leben gut, egal auf welcher Eben.
00:56:55: Was sagt denn Nikoleta Knus dazu?
00:56:56: Ja was ein Match.
00:56:58: aber wenn es für euch beide gleich in Ordnung ist.
00:57:01: also
00:57:01: ja
00:57:02: Dass Menschen sich das vorstellen können, hört man ja immer wieder.
00:57:05: Aber du musst dann auch immer das Gegenstück finden ne?
00:57:07: Das ist doch Arbeit!
00:57:08: Ganz ehrlich also ich bin furchtbar eversüchtig.
00:57:11: Ja von
00:57:11: wegen Du hattest jetzt dieses Jahr schon vier andere.
00:57:13: Ich bin noch bei zwei.
00:57:14: Jetzt mal du nach Hause.
00:57:15: die Diskussion
00:57:16: gab es durchaus bei uns am Tisch.
00:57:19: Herzlich
00:57:19: willkommen in unserer offenen Beziehung.
00:57:21: unter Erbsen Zähler.
00:57:24: Steht zwei zu vier mein Freund.
00:57:26: Ja vielleicht macht er's was mit einem.
00:57:28: Ich hab' das noch nie erlebt.
00:57:29: Keiner.
00:57:29: Ich habe auch in deinem Instagram steht... Badi
00:57:40: ist ein Begriff, den sich jetzt, ich sag mal feministische Künstlerinnen zu Eigen gemacht haben bzw.
00:57:47: denen entwickelt haben.
00:57:49: Badi is nichts anderes als auf gut gemeint gesagt... Ich weiß es gar nicht ob ihr es hier sagen darf aber wir können's ja sonst rausschneiden.
00:57:55: Eine Badi Das habe ich schon
00:57:59: mal in einem Missy Elliott Song gehört.
00:58:01: Oh, Babbidi Bairdi und dann kommt so ein
00:58:03: Spenngeräusch.
00:58:04: Es ist nicht lange her.
00:58:05: Missy Elliot ist nicht so lange her?
00:58:07: Wieso?
00:58:08: Aber
00:58:08: das ist jetzt ganz aktuell.
00:58:10: Wir reden davon von Künstlerinnen die auch konturwest diskutiert werden wie Iki Mel zum Beispiel.
00:58:16: Und die aber tatsächlich meiner Meinung nach extrem wertvolle Arbeit leisten.
00:58:20: Aber das würde jetzt glaube ich sogar noch einmal ein anderes Thema für einen anderen Podcast ergeben.
00:58:25: Genau Bedornment Bairdy bedeutet nichts anderes als dass man mich auf meinem Account definitiv in der Kneipe beim Trinken, beim Spaß haben und beim Leben genießen sieht.
00:58:33: Ehrlicherweise dieses Thema offene Ehe werde ich auf Social Media nie ansprechen aber man sieht mich auf diversen Datingplattformen.
00:58:39: deswegen kann man sich da schon mal denken weil ich sonst ehrlicherweise auch viel zu viele komische Nachrichten von Menschen bekommen würde, glaube ich.
00:58:46: Deswegen mit der Sicht das auf Social Media
00:58:48: nicht so.
00:58:48: Ohne dich auch Angst vor!
00:58:49: Ja, das ist wirklich furchtbar also gerade als Frau und gerade im Internet.
00:58:53: Leute sind teilweise sehr wahllosig, was
00:58:54: sie
00:58:55: hier auf einem anständigen WDR-Account gelegentlich Dickpicks geschickt kriegen, wo ich denke, okay, das is die falsche Adresse mein Lieber, du kannst, wir können Dich an die Sendung mit dem Maus vermitteln, aber das... Okay, du hast noch weitere schöne Fragen für Bady, Tessie?
00:59:10: Ja, das hast du uns erzählt.
00:59:11: Das passt auf jeden Fall zu der Frage die wir uns gestellt haben ob die Schnelllebigkeit der sozialen Medien auf dein Liebesleben abfärbt.
00:59:17: oder war das vorher?
00:59:20: Nee, das hat sich tatsächlich schon ganz am Anfang raus kristallisiert.
00:59:23: Mein Mann und ich waren immer sehr ehrlich miteinander und haben immer so darüber geschert sondern nach dem Motto ach ich könnte mir jetzt nicht vorstellen dass du bist mit dem ich irgendwie ins Bett gegangen bin und dann meinte er irgendwann höre ich auch nicht und dann waren wir so naja was machen wir jetzt da
00:59:35: drin?
00:59:35: Da ist ja die Claudia.
00:59:36: und gestern sage ich zur Claudia Gefallen dein Mann den Frauen, die so ähnlich sind wie du?
00:59:43: Nein
00:59:43: zum Glück nicht.
00:59:44: Zum Glück nicht ganz ehrlich.
00:59:45: ich habe mich immer gefragt warum mein mann immer das Gegenteil von mir toll findet.
00:59:51: und dann hat er mich mal gefragt Ja Jesse stell dir mal vor Ich würde jetzt eine richtige Businesswoman mit dunkelbraunen Haaren Mit der gleichen Figur wie du toll finden.
01:00:00: Hättest du ja nicht viel eifersüchtiger und ich war so ja haste recht Und dann, also genau.
01:00:05: Also bei mir ist es so keine Ahnung.
01:00:06: mein Mann hat seitdem er zwanzig ist Hausfall und eine Glatze und ich liebe das.
01:00:11: aber ich habe auch früher Glocken toll gefunden und keine Ahnungen.
01:00:15: Ich hab jetzt nicht so einen Mega-Typen.
01:00:16: oder müssen wir jetzt noch nicht auf meinen Typen eingehen?
01:00:18: Aber ich denke mich schon Genau dass man sich dann schon eher so das Gegenteil sucht Oder das was man zu Hause vermeintlich nicht bekommt.
01:00:25: Das finde ich immer aber auch ein Vorurteil davon weil wenn ich nicht Zuhause alles hätte Dann hätte ich diesen Mann nicht geheiratet sondern ist eigentlich so das extra die Sahne Kirche Ja, die man sich dann mal gönnen kann.
01:00:35: Heißt aber auch nicht dass man jetzt jedes Wochenende mit irgendjemanden anderen in die Giste steigt.
01:00:39: Das
01:00:39: ist eine Ansage an deinem Mann, der jetzt vier Podcasts... Genau!
01:00:42: ...das heißt übrigens
01:00:43: nichts mehr.
01:00:43: Ich weiß noch gar nicht was ich darüber
01:00:45: rede.
01:00:45: Oh wow!
01:00:49: Du hast Kommunikationsstrategien entwickelt?
01:00:51: Ich glaube auch in der Firma wo du zuletzt warst für Dom & Alakard wie du gesagt hast und für Bremen Airport In welchen Situation schwächelt auch mal deine eigene Kommunikation Kann man sich kaum vorstellen.
01:01:02: Oh, doch kann man sich sehr gut vorstellen!
01:01:06: Meine eigene Kommunikation schwächelt.
01:01:09: wenn ich mich unfair behandelt fühle dann werde ich immer sehr schnell sehr impulsiv und ich glaube tatsächlich so sehr wie ich mich für Dinge begeistern kann.
01:01:22: also ich bin sehr begeisterungsfähig wie man glaube ich auch merkt.
01:01:25: So sehr kann ich auch umschlagen und schnell über andere Menschen hinweg galoppieren.
01:01:31: Aber gibt es Stellen an denen du hartest, ob du was liken sollst oder nicht?
01:01:34: Ja
01:01:35: zum Beispiel.
01:01:36: Es gibt ja in Dortmund nicht nur die Dortmunder Kronbrauerei, die die beste Brauerei der Welt ist und das gibt natürlich auch ganz viele coole andere vielleicht kleinere oder auch größere Brauereien-Projekte, die dort mit einer Bierkultur aufleben lassen.
01:01:52: und ich glaube wir können nur voneinander profitieren indem wir uns als Community statt Konkurrenz sehen Und ich bin da aber sehr progressiv unterwegs, denn ich werde natürlich als Dote Monochronenmarkenbundschafterin auch von meinen Auftraggebern beobachtet im Internet.
01:02:06: und wenn ich dann mal – ich sag mal in der einen oder anderen Stelle bei einem Bier was jetzt zum Beispiel über Phoenix West verortet ist mit einer wunderschönen Brauerei.
01:02:15: Ja, in Anführungszeichen hat, wenn ich damals gesagt habe das gefällt mir auch, bin ich aber progressiv und meinungsstark genug dass ich sage Das ist in Ordnung.
01:02:24: Ist
01:02:24: genug für alle?
01:02:25: Hänglich
01:02:25: nur Marc gibt
01:02:26: genug her.
01:02:26: ne!
01:02:27: Äh, letzte Frage.
01:02:30: Angenommen unserer Hafenbar sucht noch ein Markengesicht was wäre der letzter Preis?
01:02:36: Das regeln wir dann auf Kamera.
01:02:37: Ah!
01:02:39: Das war ein großes Vergnügen jetzt hier mit dir zu sprechen.
01:02:41: Vielen Dank für deine Offenheit zu den Themen die wie wir alle wissen nicht so einfach sind und auch wahrscheinlich egal wie man das auflockert nicht einfach bleiben.
01:02:51: alles Gute für dich.
01:02:52: und wir haben schon angesprochen dass wir weiterreden müssen über Budgetten zum
01:02:58: Beispiel und Baddys.
01:03:00: Und Baddies, hey Baddicks.
01:03:01: Vielleicht gibt es noch mehr?
01:03:02: Und von Missy Elliott ist so unverschämter von dir schon so lange her.
01:03:04: Missy Elliot ist doch nicht prehistorisch!
01:03:06: Nein aber das ist nicht der Trend oder die Bewegung nenn ich's mal, die da jetzt gerade aufkommt.
01:03:12: Amen, das waren die Vorboten.
01:03:14: Die
01:03:15: vorboten?!
01:03:16: Okay also danke schönes war auch schön mit dir Nikoletta.
01:03:19: vielen Dank.
01:03:19: Tschüss.
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