Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani, warum haben Männer Angst vor starken Frauen?

Shownotes

Er nennt Smartphones ein Betäubungsmittel für eine ganze Generation – und würde sie zum Beweis zwei Wochen verbieten. Nicht, weil er es ernst meint, sondern damit wir einmal sehen, wie unsere analoge Welt für Kinder wirklich aussieht: kein Platz, überall Regeln, nirgendwo jemand, dem sie wichtig sind. Aladin El-Mafaalani, Soziologe an der TU Dortmund, ist zu Gast in der Hafenbar. Mit Nicoletta spricht er darüber, warum Kinder in einer alternden Gesellschaft keine Lobby haben und wieso die Kompetenzen sogar bei Akademikerkindern sinken. Außerdem: warum ausgerechnet TikTok das Schulenglisch rettet – und die Baby-Boomer die größte ungenutzte Bildungsreserve des Landes sind. Trotz allem bleibt er Optimist.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Dieser Podcast ist ein Ruhrnachrichten Original produziert im Lensing-MediaPort in Dortmund.

00:00:30: Schön, dass ihr dabei seid bei der ersten Folge Nachstaffel eins der Hafenbar.

00:00:34: Heute ist ein besonderer Tag.

00:00:36: Es ist die erste Folge ohne Jörg Tadeus an meiner Seite.

00:00:39: Ein Gast habe ich mir trotzdem eingeladen.

00:00:41: Wir begehten uns eher zufällig sonst in Dortmund und auf dem Wochenmarkt samstags beim Glas Wein Bei unseren Heimspielen vom BVB.

00:00:48: Er war auch schon bei mir im Theater Und besucht mich heute an meiner neuen Wirkungsstätte hier in der Hafendwahr Im Lensing-Media Port.

00:00:54: Das ist Professor Dr.

00:00:56: Aladdin Elma Falani.

00:00:58: Wie das hier üblich ist in der Hafen, warstellen wir unseren Zuschauern und Zuhörern, unserem Gast zunächst so vor, dass wir sagen was zu deinen Gunsten und dein Ungunsten vorliegt.

00:01:07: Fangen wir den Gunsten an!

00:01:09: Geboren als Kind syrischer Eltern im Datteln aufgewachsen in Waldrop und mit zehn eine Hauptschulempfehlung im Zeugnis – die sein Vater einfach ignorierte.

00:01:18: Heute ist er Professor für Migrations- und Bildungssoziologie an der TU Dortmund bestseller Autor und erklärt gesellschaftliche Zusammenhänge so, dass wirklich jeder versteht wovon er redet.

00:01:28: Dafür gab es zurecht das Bundesverdienstkreuz.

00:01:31: Er macht darauf aufmerksam, dass Kinder in dieser Gesellschaft keine Lobby haben – und bleibt dabei so sympathisch, dass man ihm sofort verzeiht, dass er uns damit ein schlechtes Gewissen macht!

00:01:40: In seinem neuen Buch Misstrauensgemeinschaften geht's ums große Ganze Vertrauen.

00:01:45: Und sein Gegengift gegen die eigene manchmal düstere Diagnose Optimismus.

00:01:51: Schön, dass du den WK hergefunden

00:01:52: hast, Aladin.

00:01:53: Ich freu mich sehr!

00:01:54: Ich bin gespannt was zu meinen Ungunsten folgt.

00:02:26: Al-Adil el-Mafalani haut uns gerne umgefragt die neuesten Pisa-Zahlen um die Ohren und prophezeigt gleich noch, dass wir die Auswirkungen ein paar Jahren auf dem Arbeitsmarkt so richtig zu spüren bekommen.

00:02:43: Als wäre das nicht genug verdonnert er die Boomer Generation dazu sich gefälligst im Bildungssystem zu engagieren – Ruhestand hin oder her!

00:02:50: Das Auseinanderdriften von jungen Männern und Frauen nennt ihr das Spektakulärste was gerade in dieser Gesellschaft passiert, wovon hier vermutlich noch gar nicht jeder etwas mitbekommen hat.

00:03:00: Könnte man ihm womöglich auch vorwerfen, er sei bloß ein Denker und kein Macher.

00:03:04: Doch was macht er?

00:03:05: Ruf mich gestern extra an um nach dem Dresscode im Dortmund an Norden zu fragen und kommt dann doch in einem Fanshirt!

00:03:11: Was hast du da

00:03:11: an?!

00:03:12: Ich habe einen Nordstadt-Liga T-Shirt an.

00:03:15: Und da engagierst Du Dich – was ist die Nordstadtliga?

00:03:18: Nordstadt Liga ist eine Straßenfußballliga.

00:03:23: also es ist keinen Verein hier in der Nordstadt sondern echte ganze Liga mit ganz vielen Spiegelgruppen Und das ist gleichzeitig ein sozialpädagogisches Projekt.

00:03:33: Da wird viel politische Bildung gemacht, Träger schon seit über zwanzig Jahren ist die AWO und ja da seitdem ich davon weiß dass es die gibt.

00:03:46: also bestimmt schon so zehn Jahre supporte ich sie und habe sie auch so ein bisschen mit dem BVB connected der vergessen hat dass in der Nordstadt wo Sie eigentlich herkommen auf Fußball gespielt wird und

00:03:57: Talente wahrscheinlich auch.

00:04:00: Aber die werden jetzt von WVB auch supportet.

00:04:03: Wir sehen Karim Adejemi hat, glaube ich, noch einen Besuch dort abgestattet bevor er uns verlassen hat.

00:04:08: Du bist ja auch Dorbund-Fan Hättest du... Ich habe mich gefragt, du bist ein bisschen älter als ich wäre hätte dich als Kind bei so einem Besuch wirklich umgehauen?

00:04:19: Wer wär dein Lieblingsspieler da als gewesen?

00:04:22: Ich kann mich nicht erinnern dass sich ein Spieler irgendwie besonders toll fand.

00:04:27: Bei mir war Schapissar

00:04:30: Klar, klar.

00:04:32: Aber witzigerweise später habe ich so ein Fetisch für einen Spieler entwickelt und das ist Piszczek.

00:04:40: Ja sehr sympathisch.

00:04:41: Ich kann

00:04:41: gar nicht sagen wie so aber ich finde den besonders cool.

00:04:46: Piszchek hat ja noch ein Abschiedsspiel vor zwei Jahren haben doch super und sich verabschiedelt und da ist auch hier ein Klub nochmal nach Dortmund gekommen Und der hat ja auch jetzt nochmals, also nach der Ernennung zum Bundestrainer gesagt das Fußball einfach eine Wirkung hat.

00:05:01: Auch Probleme mal in Vergessenheit geraten zu lassen.

00:05:04: Dass der Fußball uns unheimlich hilft gesellschaftliche Barrieren zu überwinden und dann gehören alle zusammen.

00:05:11: Ich denke mal bei den wir sind neunhundert Kinder glaube ich in der Nordstadtliga habe ich gelesen.

00:05:15: So ein Dreh das kann sein.

00:05:17: Wahrscheinlich aus allerheren Länder?

00:05:19: Ja klar!

00:05:20: Also das ist Das sind die Kinder, die in der Nordstadt gerne Fußball spielen.

00:05:26: Und das ist auch so... Ich habe das letzte, was ich gehört habe, dass es die größte Straßenfußballliga Deutschlands ist und die erreichen wirklich sehr viele junge Leute.

00:05:39: Dass ja das, was viele Vereine immer so kritisch sehen.

00:05:42: wie kommen wir an junge Leute daran?

00:05:45: Auch gerade junge Menschen, die man als benachteilig bezeichnen kann Und das ist nicht das Problem der Nordstadt-Liege.

00:05:51: Also da ist wirklich Beteiligung groß, denn die kriegen auch mittlerweile relativ gute Aufmerksamkeit über Dortmund hinaus.

00:05:59: Ich würde sagen jetzt ist es so wie es sein sollte aber eine ganze Weile kämpften sie ums Überleben und mittlerweile ist das der BVB-Support des über die Stiftung Die Stadtsupporte, das ist sehr stark.

00:06:13: Er hat

00:06:14: auch den Preis fürs Ehren am letztes Jahr

00:06:16: abgeräumt und

00:06:18: letzte Woche war ich beim Geburtstag des Dortmunder Golfklub, die sind siebzig geworden und da ging die Tombola-Erlöse jetzt zur Nordstadtliga was man ja nicht denkt, dass von der Hohenseeburg die Aufmerksamkeit herkommt.

00:06:32: Ich fand es auch

00:06:33: ... Spannend, was du gesagt hast Fußball kann wichtig sein über den Sportinghaus.

00:06:40: Das ist auch mit der Grund, warum ich total dafür war dass Schalke aufsteigt.

00:06:45: Weil für Gelsenkirchen ist das wichtig und da bringt es auch nichts.

00:06:49: aus Rivalität habe ich mich früher auch immer gefreut wenn die absteigen also um Abstieg gegen Abstieg kämpfen.

00:06:54: aber mittlerweile wäre ich total dagegen weil man stelle sich einfach mal vor Dortmund hätte ein paar Jahre keine erste Liga was das mit der Stadt so machen würde und Gelsenkirchen hat viel schwerere Rahmenbedingungen als Dortmund.

00:07:08: Und wenn sich jemand gefragt hat, wie kann es sein dass in so einer Stadt wie Gelsenkirchen mit der gesamten Sozialstruktur so populistisch gewählt wird habe ich mich immer gewundert das niemand ernsthaft darüber redet.

00:07:22: Dass halt sehr viel dort kaputt gegangen ist inklusive das einzige worauf man zuletzt stolz sein konnte.

00:07:31: Ja die Identifikation total wichtig.

00:07:33: also wir freuen uns alle auf die Derbys und Sie machen ja Deutschland weit die Stadien voll.

00:07:38: und was das für den Fußball bedeutet, finde ich auch.

00:07:42: Ich glaube da bin ich das erste Mal auf dich aufmerksam geworden mit dem Buch.

00:07:44: vor anderthalb Jahren war ich im Koininghaus in Dortmund als du das Buch vorgestellt hast.

00:07:49: Kinderminderheit ohne Schutz ist richtig der Titel wo es darum geht dass.

00:07:54: vielleicht sagst du für die die das Buch nicht kennen so ein bisschen was man wissen muss über das buch.

00:07:58: was es

00:08:00: also ganz knapp zusammenfasst ist es ein buch über die demografische Entwicklung in deutschland Nur aus Sicht von Kindern, also Bücher über Bevölkerungsentwicklung.

00:08:10: Wir altern da wird immer das Altern zentriert und Pflegeversicherung, Rente usw.

00:08:19: Und die alternde Gesellschaft haben wir einfach beschrieben, so wirklich ein Demografiebuch.

00:08:24: aber was das für Kinder bedeutet?

00:08:26: Und wie kommt es in der Schlussfolgerung dass in einer alterne Gesellschaft Kindheit eine schwierige Angelegenheit wird?

00:08:34: weil Wir haben mittlerweile die Situation, dass das Durchschnittsalter eines Wahlberechtigten in Deutschland so Mitte-fünfzig ist.

00:08:43: Es ist unheimlich weit weg von Kindern und Jugendlichen.

00:08:46: Und

00:08:46: d.h.,

00:08:46: die Hälfte der Wahlberechthichten ist älter.

00:08:49: D.h.

00:08:49: es sind gar keine Eltern mehr.

00:08:51: Viele waren auch gar nicht ältern.

00:08:54: Kinder sind einfach unheimlicher zurück.

00:08:56: und dann noch eine andere Zahl.

00:08:59: Es werden jedes Jahr doppelt so viele Leute, fünf oder sechs, oder sieben.

00:09:08: Und noch weniger als die Hälfte wird geboren.

00:09:12: Letztes Jahr sind nicht einmal halb so viele Menschen geboren wie sechzig geworden sind.

00:09:19: Das heißt wir haben nicht ein paar Prozent Abweichung zwischen den Jahrgängen sondern die Jahrgänge die bald in Rente gehen sind doppelt so groß wie die Jahrgänge, die eingeschult werden.

00:09:29: Was haben wir?

00:09:29: Eins, drei bis eins, vier Kinder pro Familie, glaube ich.

00:09:32: Haben wir zu Hause noch mal drüber...

00:09:33: Frau, ja!

00:09:34: So recht einfach, genau.

00:09:36: Drüber Gesprungshaus kurz vor dem Vatikan-Staat, was so die...

00:09:39: Es gibt sogar Staaten, die eine schwierige Situation haben können wir gleich, wenn wir immer mehr mit den Frauen sprechen darüber reden.

00:09:45: aber du musst dir vorstellen Wir haben ja ungefähr dieses Niveau seit ... neunzehnt zwanziebzig Das heißt seit neunzentzwanzig werden jedes Jahr in Deutschland weniger Kinder geboren als Menschen sterben.

00:09:59: Also ohne Migration würde West und Ost zusammengerechnet, BDR-Zahlen eingerechnet würden seit twounzehntseinzebzig unsere Bevölkerung schrumpfen weil weniger Kinder geborgen werden als Menschen stirben.

00:10:09: Und dann kommt die Zuwanderung?

00:10:12: Die Zuwanderung hat dazu geführt dass wir sogar gewachsen sind als Bevölkerung.

00:10:15: aber der Effekt von immer eins Komma drei Kinder pro Frau oder Eins Komma vier Kinder heißt von Von dem also die Alten haben damals und jetzt ist es so in etwa, dann wird's irgendwann so.

00:10:49: Also wirklich umgedreht, ganz wenige Kinder und sehr viele alte Leute.

00:10:53: Und wenn es weniger Kinder sind hat man zwei Probleme.

00:10:57: Man hat auch wenige Eltern das heißt auf Kinder hat man eh nie gehört.

00:11:03: aber jetzt also in der Demokratie hat man aber die ganz gute Situation dass jeder zumindest alle paar Jahre mal eine Stimme hatte bei Wahlen.

00:11:12: nur dass Eltern Aufminderheit sind.

00:11:15: Weil Eltern von minderjährigen Kindern die kann man ignorieren bei Wahlen.

00:11:19: Die sind so eine kleine Gruppe, dass sie überhaupt nicht von Bedeutung sind und wenn man die aber ansprechen würde riskiert man das andere Wählergruppen verärgert sein könnten.

00:11:30: Und deswegen erleben wir es, dass ihr bei wichtigen großen Wahlen weder Kindheit noch Bildung noch Familie irgendwie ne Rolle spielt.

00:11:38: Das ist rational!

00:11:39: Weil wir haben eine demografische Entwicklung, die dazu führt, dass wenn alle sich vernünftig rational verhalten in ihrer Funktion man nicht mehr an Kinder denkt.

00:11:47: Und das ist ein zentraler Effekt, den ... und die Auswirkungen dieses Effekts haben wir in dem Buch ziemlich ausführlich beschrieben.

00:11:54: Ich denke, in Deutschland sind doch auch viele Eltern tatsächlich gar nicht wahlberichtig.

00:11:58: noch dazu?

00:11:59: Genau!

00:12:00: Das kommt noch dazu, dass von denen, die keine deutschen Staatsbürger sind, ist der Anteil unter Eltern besonders groß,

00:12:08: d.h.,

00:12:08: es ist zahlenmäßig eine kleine Gruppe.

00:12:11: Von dieser kleinen Gruppe sind überproportional viele nicht wahrberechtigt.

00:12:15: Das ist der Grund, warum wenn ich Wahlkampfmanager wäre.

00:12:18: Obwohl ich weiß dass das eines der wichtigsten Themen in den politischen als wichtigste Thema ist würde ich immer raten im Wahlkampffinn nicht erst mal nicht ansprechen weil es so riskant.

00:12:29: lieber macht machen nachher sinnvolles.

00:12:32: aber es ist tatsächlich ziemlich riskant und übrigens habe ich das jedes Mal.

00:12:35: jedes mal hab ich auch nachgefragt wenn ich in Fernsehsendungen war ein Talk Show aus dem Fernsehen überall.

00:12:40: man lädt mich ein zu Migration oder zu Kindern und Bildung.

00:12:44: Wenn ich zu Kindern in Bildung da war, keine so schwere Resonanz.

00:12:47: Kein Stress und nur halbso große Einschaltquote.

00:12:51: Wenn ich zur Migration da bin ... Also das E-Mail Postfach explodiert.

00:12:56: mein Sekretariat sagt bitte macht das nie wieder es ist total viel los usw.

00:13:00: Und eben doppelte Einschallquote.

00:13:02: also Migration ist einfach überrepräsentiert und dieses wichtige Thema Kindheit, Bildung interessiert kaum.

00:13:08: Da sind ja auch welche bei die erleben?

00:13:15: Wir sollten ja jetzt eigentlich auch ein bisschen so wählen, dass wir zukunftsorientiert sind.

00:13:18: Und das was du natürlich auch mit Beschäftigst mit den Schulen oder dem Bildungssystem und den Institutionen die ja mittlerweile wahrscheinlich trotz des weniger Kinder sind denn noch überfordert sind.

00:13:29: Ich erinnere mich an eine Rechnung die Du aufgemacht hast Schulklasse für rund zwanzig Kinder.

00:13:35: Siebzehn haben davon internationalen Background zwölf Sprachen.

00:13:41: Viele Kinder sprechen drei Sprachen, für einiges sogar Deutsch die vierte Fremdsprache.

00:13:47: Und dann haben wir noch acht Religionsgemeinschaften und eine Lehrkraft vorne, die das managen soll.

00:13:54: Wo für mich Glas klar ist wie soll das funktionieren?

00:13:57: Das

00:13:58: ist eine Riesenhausforderung und die Art und Weise wie das ganze Schulsystem organisiert ist auch wie die Lehreausbildung ist umso... Werbung

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00:14:57: Ich

00:15:00: weiß nie, ich weiß nie die aktuelle Arbeit.

00:15:02: Die vor anderthalb

00:15:03: Jahren waren es ungefähr fünfzigtausend Schulabgänger pro Jahr ohne Abschluss und das führt dann zu Jugendarbeitslosigkeit für eine Zukunft für diejenigen.

00:15:13: Jetzt haben wir Ganztagsangebote.

00:15:15: Das heißt, da erinnere ich mich auch noch dran, viele Kinder verbringen mehr Wachstunden in den Institutionen als bei der Mama zum Beispiel oder in den Familien und dass sich denn?

00:15:29: dass wirklich verändert hat auch zu der Zeit, wo ich in der Schule war.

00:15:33: Was Familien oder die Mutterrolle an sich heute alles übernehmen soll?

00:15:39: In die Rente einzahlen also bloß arbeiten gehen darum das Kind irgendwie in der Schule betreut haben dann ist die Frage wird das in der schule aufgefangen was zuhause nicht mehr gemacht werden kann?

00:15:50: und am Wochenende hast du damals schön erzählt es gibt viel Quality Time Es gibt vielmehr Interaktion aber weniger zeit am Stück eigentlich in den Familien.

00:15:59: Das heißt, die Kinder sind sicher auch sehr sich selbst überlassen?

00:16:03: Die sind manchmal sich selbst zu überlassen aber eigentlich ja nicht weil sie verbringen echt viel Zeit in Institutionen.

00:16:09: Also man könnte jetzt wenn man das Wissenschaft liefern will darüber sprechen was eigentlich so eine Institutionalisierung von Kindheit bedeutet.

00:16:16: Darüber hat sich nie jemand Gedanken gemacht wenn zumindest in Westdeutschland.

00:16:22: Aber man muss sagen ganz kurz nur in Klammern gesetzt in Ostdeutschen haben wir auch so einen hohen Wert ein Kita-Quote an Ganztagsquote wie während der letzten dreißig Jahre nicht.

00:16:32: Also auch da steigt es, auf hohem Niveau steigt das aber in Westdeutschland.

00:16:37: wir hatten nicht irgendwie das flächendeckten Kindergärtenplätze und auch schon gar nicht Ganztagsschulen.

00:16:43: in meiner Schulzeit wusste ich gar nicht dass es irgendwo eine Ganztagsschule gegeben hätte.

00:16:48: Und jetzt ist es so die Mehrheit in Ganztachschulen sind.

00:16:51: In NRW kann man an zwei Händen die Grundschulen abzählen die noch keinen Ganztage hatten Und ab jetzt haben es alle, ab erster August ist es sozusagen zumindest ein Rechtsanspruch.

00:17:03: Es ist nicht Pflichter beim Rechtsanspruch und das verändert natürlich einiges.

00:17:07: Wenn es so eine Verschiebung gibt von was hat früher die Familie gemacht zu?

00:17:12: Zumindest zeitlich hat jetzt die Institution mehr.

00:17:16: Das ist einfach so unfair wenn die Instituationen nur betreuen und keine Aufgaben übernehmen wie unfair ist das?

00:17:23: Das was typischerweise überwiegend Mütter früher gemacht haben müssen wir ja immer noch machen, weil die Institutionen eigentlich nur das Nötigste machen und das geht so nicht.

00:17:34: Also wenn die Zeit rüberwandert, müssen auch Funktionen rüber wandern, Aufgaben rüber Wandern.

00:17:39: und jetzt übersetze ich das mal damit viele dir uns jetzt zuhören Gänsehort bekommen, weil es ist unangenehm was ich jetzt sage.

00:17:45: dass wäre auch nicht so schlimm gewesen hätte man da vorher drauf reagiert.

00:17:48: aber das heißt dass die Kitas- und Grundschulen Aufgaben der Familie übernehmen muss.

00:17:55: ersetzen muss Nicht alle Aufgaben, aber Teile dessen was die Funktion von Familie typischerweise früher war.

00:18:02: Was für

00:18:02: Aufgaben machen konkret?

00:18:03: Alles!

00:18:04: Also als Soziologe würde man sagen... Die einzige Rolle, die man in der Gesellschaft haben kann, die nicht spezifiziert ist, ist die von Eltern.

00:18:14: Man kann nicht sagen also Mama oder Papa, Kind ist krank, das ist nicht meine Aufgabe Oder Kind ist traurig, es ist nicht meiner Aufgabe Oder Kinder hat Probleme in der Schule, es sind keine Aufgaben.

00:18:22: Du kannst jetzt alles aufzählen, was einen Menschen ein Problem hat.

00:18:24: Die einzige Funktion bisher, wo man nicht sagen konnte ist nicht meine Aufgabe.

00:18:29: Ist Elternschaft.

00:18:31: So und jetzt stell dir vor das gleiche Kind verbringt mehr Zeit in der Grundschule oder Kita.

00:18:38: Ich finde, man kann nicht mehr sagen, es ist keine Aufgabe.

00:18:41: Wenn's um Gesundheit geht bis aber auch Kunst und Kultur, Sport, Traurigkeit was auch immer alles was für ein Kindheit- und Jugend von Relevanz sein kann, muss Aufgabe sein.

00:18:54: Eine Uwe, diese finde ich eine sehr gute Studie.

00:19:02: Zitiert die übrigens ein Mitautor von mir Peter Strommeier mitgemacht hat.

00:19:07: Wo Kinder gefragt werden gibt es an deiner also Grundschulkinder?

00:19:12: Gibt es an der Schule jemanden Erwachsenen dem du wirklich wichtig bist?

00:19:18: Das war glaube ich erschreckend wenig.

00:19:20: Besonders wenn man weiß dass sie mehr Zeit dort verbringen als woanders.

00:19:24: Und wenn man weiß, dass das der wichtigste Indikator dafür ist.

00:19:27: Dass Kinder selbstbewusst werden, dass Kinder motiviert sind und dass Kinder das Gefühl haben, das ist mein Ort... Also man könnte diese Frage hat die Funktion abzübschicken ob die Kinder das Gefühl haben, dass sie nur als Schüler da sind oder als Mensch?

00:19:42: So!

00:19:42: Wenn die Kinder jetzt sagen, naja die Schule is ok aber auf die Frage dann gibt es jemanden dem du wirklich wichtig bist, sagen nein heißt das Ok, Schule ist noch so wie früher.

00:19:53: Lehrer muss ein bisschen was beibringen, gibt den Noten und so.

00:19:55: Das läuft anscheinend so dass die Kinder zumindest sich nicht so doll beschwernt.

00:19:59: aber das ist nicht mein Ort.

00:20:00: es könnte auch jemand anders hier sitzen wie ich.

00:20:05: Schüler heute sagen würden random is egal ist egal dass ich da bin Und das ist ein Problem wenn die Familie immer weniger intensiv sozusagen der Ort für Kinder ist und manche können das bedauern.

00:20:22: völlig klar und ich bin auch vollneutral.

00:20:26: Ich sehe nur, dass wir das Rentensystem nicht stabilisieren wenn Mütter oder Väter jetzt weniger arbeiten sondern im Gegenteil alle Berechnungen gehen davon aus, dass die Müttern- und Vätererwerbsquote steigen muss noch von Wir reden über heute und sie muss eigentlich nochmal steigen.

00:20:43: Oder wir brauchen mehr Migration vielmehr als bisher.

00:20:46: Kommen Sie jetzt aussuchen was man besser findet weiter in Migration, aber wir müssen die Mütter und Erwerbskotisch steigern.

00:20:54: Und das würde bedeuten dass man dieses Rat nicht zurückdrängen kann.

00:20:57: Kann man einfach nicht wenn seit neunzehnt zwanziebzig die Demografie sich so entwickelt hat?

00:21:01: Das bedeutet dann zurück zu meiner Aussage, die etwas unangenehm für viele wirkt diese Institutionen müssen Teile der Funktion von Familie ersetzen.

00:21:11: Ergänzten haben sie das schon immer.

00:21:13: Aber Sie müssen es ersetzen im Sinne der Kinder.

00:21:16: Anders sehe ich keine Möglichkeit.

00:21:18: Aber

00:21:19: ist die Manpower dafür überhaupt gegeben?

00:21:21: Nein, deswegen hab' ich ja auch die Baby-Boomer verpflichtet.

00:21:23: Wichtig!

00:21:23: Ja, Darin, du hast gesagt wenn jeder zehnte Boomer nur sich engagieren würde oder mit im Bildungssystem unterstützen würde, würde sich die Zahl derer verdoppeln, die aktuell beschäftigt sind.

00:21:34: Genau.

00:21:34: Bevor es im Theater in der letzten Saison ging hatte ich noch etwas mehr Zeit bin da mal aus der Kirche ausgetreten, da muss ich engagiere mich anders und bin bei den Schülerparten in dem Verein eingetreten.

00:21:46: Syrischen Jungen, die Familie ist sehr hergeflüchtet.

00:21:51: Einmal die Woche unterstützt bei den Schularbeiten und das war das erste Mal dass ich in Dorf- und Lücklemberg, wo leben wir im Ponyhof damit so eine Berührung kam.

00:22:00: es war auch gar nicht weit weg von mir und Ich habe den immer einmal die Woche bei den Schullerweiten unterstützt.

00:22:05: aber das wurde ganz schnell.

00:22:07: also er war zehn seine Mutter war jünger als ich hatte ein kleines Mädchen auf dem Arm Und ein Baby im Bauch und der Papa war den ganzen Tag weg hat angeblich nur vierhundertfünfzehn Euro verdient.

00:22:17: Ich weiß nicht, wo er die Zeit verbracht hat und wir haben dann nicht nur Schularbeiten gemacht.

00:22:21: Wir haben auch die Amtspost erledigt weil er seit dem Dezember angefangen und der hat seit dem Sommer keinen Schulessen bekommen, weil da ein paar Kreuzchen fehlten, wo ihm keiner bei geholfen hat.

00:22:31: Und dann haben wir angerufen bei den Ämtern und dann hat dieser zehn elfjährige Junge die ganze Familie gemanagt und der war in einer fünften Klasse und hatte Schwierigkeiten, sechszehn plus neun zu rechnen.

00:22:45: Und dann war der Elternsprecher, ich habe ihn begleitet.

00:22:48: Die Mutter auch, er hat natürlich alles übersetzt und dann sagt der Lehrer ja und wir freuen uns das wieder ein Förderstatus aufheben weil du kannst aus dir jetzt alles so gut in dieser Moment-Moment wie Förderstatus.

00:22:58: also das heißt er hat ja andere Arbeitsblätter, andere Aufgaben.

00:23:00: Das war viel Arbeit für die Lehrer.

00:23:02: da muss man immer einen Bericht schreiben und dann haben wir gesagt ne wir wollen den jetzt lieber freigeben und dann kann er nächstes Jahr dieselben Arbeiten schreiben.

00:23:08: und wenn er jetzt schon solche Defizite hat?

00:23:11: Wie soll der Junge der eigentlich Fähigkeiten hat wenn nicht mein Kleinhaltbruder-Vergleiche, denn solche Sachen nicht regeln musste.

00:23:19: Wie geht das weiter?

00:23:20: Und dann will es ja... Ich habe keine Kinder aber du wirst ja dann irgendwie trotzdem mütterlich und denkst ich würde mir die am liebsten alle so unter die Fetiche nehmen und zusehen dass deine Ausbildung kriegt, dass der irgendwo gesehen wird weil wenn er diese Aufgaben bald noch mit einem kleinen Geschwisterchen übernimmt wo bleibt da die Kindheit und die Aufgaben mit denen er sich eigentlich beschäftigen würde.

00:23:40: Das hat mich ...ich bin da jetzt hat mich damals total beschäftigt.

00:23:46: Ja, und genau sowas braucht man flächendeckend.

00:23:52: Ich habe das früher immer Patenbeschaft genannt, soziale Patenschaft aber die Leute können damit mehr anfangen wenn man es Mentorenprogramme nennt.

00:24:05: Das kennt man außer Arbeitswelt und das Gleiche gibt's natürlich auch bei Schülerinnen und Schülern.

00:24:12: Eine Person nimmt sich ein, zwei Kinder an.

00:24:15: Was für eine

00:24:16: Person?

00:24:17: Also eine erwachsene Person

00:24:19: die... Zwei Kinder, die nicht ihr eigenen Enkelkinder sind.

00:24:22: idealerweise Rentnerinnen und Rentner muss man wirklich sagen.

00:24:24: Nicht weil ich irgendjemandem was böses möchte oder die Rente den Ruhestand einem nicht gönne aber es ist die größte Bevölkerungsgruppe jetzt in Rente geht also die jetzt kurz im Rente gegangen sind und in den nächsten wenigen Jahren in Rnte geht Die quantitativ größte Bevölkerungsruppe, das sind die gesundheitlich also körperlich unkognitiv fitteste Rentnergenerationen, die wir jemals haben.

00:24:50: Und da hat das Kognitive so fit sein... Also sie sind so nah noch an ihren Kindern und Jugendlichen dran wie früher das nie der Fall war.

00:25:02: Alleine die haben die Digitalisierung mitbekommen, die kennen ja sogar die meisten Apps usw.. Und Sie haben so viel Lebenserfahrung.

00:25:10: Wie gesagt, die sind kompetent.

00:25:12: Die sind viele auf die kann man nicht verzichten.

00:25:15: und dieser Alterung und diese Pensionierungswelle betrifft alle pädagogische Berufe, also wir werden jetzt in den nächsten, also in diesem Jahrzehnt und Anfang der zwanzig dreißiger Jahre von heute angerechnet geht fast jeder dritte Lehrkraft in Rente und es kommen genauso kleine Jahrgänge halt nach.

00:25:38: Also, und wir müssen den Ganztag jetzt organisieren.

00:25:41: Wie gesagt es muss mehr werden!

00:25:43: Wir brauchen also auch Erzieherinnen, Sozialpädagogen so... Wir haben seit zwölf oder dreizehn Jahren den Rechtsanspruch auf ein Kita-Platz und seit dreizehn Jahren haben wir nicht genug Kitaplätze.

00:25:55: Nee das kriege ich ja einen bekannten Kreis

00:25:57: mit.

00:25:57: Das muss man sich mal überlegen in Deutschland wo eigentlich wenn irgendwas gesetzt ist traditionell immer Zumindest das Selbstbild hatten, dann passiert es auch.

00:26:08: Seit dreizehn Jahren passiert es nicht und damit in Zukunft der Mangel nicht noch größer wird brauchen wir also auch da Manpower und Womanpower und die wird es nur geben wenn man Rentnerinnen und Rentner stärker in die Pflicht nimmt oder sie überzeugt.

00:26:26: Ich wäre sogar dafür, dass es bezahlt wird.

00:26:30: Weil die Institutionen leiden ein bisschen darunter wenn Ehrenamtliche mal kommen, mal nicht wie es gerade im Laune macht und dass man das schon auch monetär honoriert Und dass man vielleicht ist versucht, dass diese ganzen Pädagoginnen und Pädagogen in Rente gehen Dass die sogar, was weiß ich, eine halbe Stelle bleiben Und die müssen kein Unterricht machen, weil ich war selber Lehrkraft an der Schule.

00:26:56: Ich habe gesehen wie schwer Menschen, die schon sechzig sind... Wie anstrengend?

00:27:02: Man kann sich das wenig vorstellen.

00:27:03: Wenn man dreißig ist, ist es fünfzwanzig Stunden Unterricht geben in einer Schule.

00:27:08: Schon anstrent aber das kann man ab.

00:27:11: Aber für jemanden, der das schon vierzig Jahre lang gemacht hat und schon über sechszig ist dem dann zu sagen Wir geben den kleinen finanziellen Anreiz und dann macht bitte noch die Hälfte der Stundenzahl.

00:27:21: Das ist nicht realistisch, aber wenn man denen sagen würde wir bezahlen dich dafür dass du die jungen Leute betreust?

00:27:27: Dass diese Person, die so viel pädagogische Kompetenz hat und Erfahrung das macht was du machst und dann nicht für ein Kind sondern für vier oder so.

00:27:35: Das hätte einen starken Effekt und das würden sie machen wollen.

00:27:38: also das weiß man sicher.

00:27:40: Die haben keine Lust mehr dreizig Kinder zu unterrichten gleichzeitig und das fünf Tage eine Woche und so und Klausuren korrigieren, diese ganze Theater.

00:27:48: Aber die hätten schon oder die könnte man davon überzeugen dass das sinnvoll ist so was zu machen also was pädagogisches aber nicht mehr unterrichten nicht mehr jonglieren mit so vielen Kindern und so weiter und sofort.

00:28:02: Und das muss man organisieren Das muss man koordinieren, organisieren Die Anreize usw.

00:28:08: und das finde ich schade.

00:28:10: Also auf kommunaler Ebene sehe Das wäre

00:28:14: jetzt meine Frage, wo du das so vorstellst.

00:28:17: Wie man das dann bezahlt und wie man auch das Ganze verlässlich macht?

00:28:21: Sollen wir es komplizierter besprechen oder nicht?

00:28:24: Wir machen uns nicht zu komplex aber du musst dir Folgendes überlegen.

00:28:27: Wir reden jetzt halt über Grundschule da darf ich hin zum Kunst einfach mit Kindern arbeiten.

00:28:31: Das muss mit Kinderschutz gecheckt werden.

00:28:34: Es müssen Fortbildungen geben.

00:28:36: Wenn Lehrkräfte-Fordbildung brauchen, dann brauchen natürlich auch Leute die extern als Mentoren und so brauchen auch Fortbildungen.

00:28:41: Es muss eine Meldestelle geben, eine Koordinierungsstelle sonst wollen alle an einer Grundschule weil sie in der Nachbarschaft ist.

00:28:46: aber nee wir müssen es ja verteilen.

00:28:48: Das ist echt eine anspruchsvolle Aufgabe.

00:28:50: dafür braucht man also nicht nur sozusagen Kohle um die Ehrenamtlichen oder die Engagierten zu bezahlen sondern man braucht auch Kohle das zu koordinieren.

00:29:02: man braucht so viel.

00:29:04: Das ist alles voll gut machbar, wenn Land und die Kommunen dein Bewusstsein für haben.

00:29:11: Und das verstehen und wollen daran abhatten.

00:29:14: Typischerweise sagt man wir haben kein Erkenntnisproblem oder Umsetzungsproblem.

00:29:17: Wir haben erstmal ein Bewusstseinsproblem.

00:29:20: Diese Problemlage, die ich jetzt gerade bespreche, die ist ja meist nicht klar.

00:29:24: Es

00:29:24: ist ja so leicht zu verstehen, wenn du es erklärst?

00:29:27: Ja!

00:29:29: Da kann ja eigentlich keiner gegen.

00:29:31: Und man müsste uns in einem Land wie uns das eigentlich zutrauen, dass man das

00:29:36: so hinkriegt?

00:29:37: Dagegen sind auch nicht so viele.

00:29:38: Also als ich das erzählt habe haben total viele gesagt Nö, Rentner wir haben uns das verdient und so aber noch mehr haben gesagt die Eltern muss mal die Pflicht nehmen.

00:29:46: da ist noch nicht ganz verstanden was es sich beißt Eltern mehr in die Pflecht nehmen und Renten finanzieren.

00:29:56: Aber das allergrößte Problem ist, dass auf kommunaler Ebene und auf landespolitischer Ebene alle nicht nur die Bildungspolitiker, sondern auch der Finanzminister, auch der Ministerpräsident, der Kamera und so, dass sie alle verstehen, dass das das Wichtigste ist.

00:30:15: Das ist das Wichteste!

00:30:16: Zumindest das Allerwichtigste von den Nichtpflichtaufgaben.

00:30:20: Ansonsten provizaisst du was?

00:30:22: Ja, also das kann man ausrechnen.

00:30:24: Dazu gibt es ziemlich gute Modelle international und so weiter.

00:30:27: Wenn das so weitergeht wie's jetzt weiter geht dann werden wir nicht nur aufgrund von Alterung weniger Wirtschaftswachstum haben Und nicht nur Aufgrund von weniger Innovation bei einer immer älteren Bevölkerung.

00:30:39: Das sind Dinge die werden eh passieren Sondern auch noch schrumpfen mehr als nötig weil die jungen Leute nicht so qualifiziert sind Wie will sie hätten qualifizieren können?

00:30:48: Weil human Kapital wie das Volkswerte sagen ist etwas, was man bilden muss.

00:30:53: Das sind nicht einfach da.

00:30:53: Humankapital ist nicht das der Körper einfach da ist sondern humankapital ist überwiegend Nicht ausschließlich aber überwiegend dass was hier oben is und so ein bisschen sagen Volkoswerte sogar auch das was dieser Leidenschaft die Selbstständigen usw.

00:31:06: Gründer an den Tag liegen.

00:31:08: Und das ist etwas was übrigens alle Probleme, die wir jetzt gerade besprochen haben.

00:31:14: Also ne, wir haben ja gar nicht.

00:31:17: Lass mich darüber sprechen Damit man vielleicht... Vielleicht muss ich das noch mal stärker machen.

00:31:21: Für mich ist es so selbstverständlich, du hast es gerade angedeutet.

00:31:25: Wir sind im freien Fall was die Lernentwicklung der Kinder geht – zumindest bei den Dingen, die wir messen.

00:31:30: Wir messen wie gut kann man lesen und schreiben?

00:31:32: Wie gut kann rechnen?

00:31:34: Wiegut kann man Fremdsprache?

00:31:35: Wie good kann man Naturwissenschafts?

00:31:37: Die Ergebnisse gehen runter in der Grundschule, in der weiterführende Schule, in jeder Schulform.

00:31:42: Und jetzt halte ich fest, in jedem Bundesland, in Bayern, Hamburg oder Ostdeutschland überall.

00:31:48: Es gibt keinen direkten Zusammenhang zu dem Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund.

00:31:53: Es gibt nicht einmal einen direkten zusammenhang, nur zu armen Kindern.

00:31:57: Halt dich fest.

00:31:58: das allergrasseste und das ist das letzte was ich als letztes sage weil es dann alle überzeugt die Kompetenzen von akademiker Kindern gehen zurück sind rückläufig.

00:32:08: also die Kinder die bisher immer so bergauf ging weil die Eltern so viel fördern konnten und so gut formal gut gebildet sind Die Kompetenzen gehen runter.

00:32:19: Es geht runter in jedem Fall auf jeder Stufe, es gibt eine Ausnahme und diese Ausnahme ist interessant Englisch Und das liegt an Digitalisierung.

00:32:31: Ich finde das ziemlich interessant.

00:32:32: wir reden darüber ich auch dass digitalisierung Eine solche ist.

00:32:36: und gleichzeitig ist das einzige was sich verbessert hat ist etwas, was hat sich nicht verbessert wegen des Englischunterrichts.

00:32:44: Sondern weil die Kids so viel an den Smartphones hängen und deswegen so viele Englische hören und englisch im Untertitel mitlesen dass sie am Ende wahrscheinlich doppelt soviel Englisches gelesen haben wie unsere Generation in gleichen Alten.

00:32:57: Und das les mal auf.

00:33:00: Wir messen ja einen solchen Kompetenztest Das was in Curriculum steht.

00:33:04: Durch TikTok verbessert sich Englisch, Schulenglisch-Kurikular.

00:33:11: Das geht eigentlich nicht.

00:33:12: Da spricht er für mehr Medienzeit eigentlich?

00:33:14: Das spricht dafür dass die Medienzeit enorm ist.

00:33:18: Das ist enorm!

00:33:19: Also wenn du überlegst wie lange muss jemand der nicht trainiert.

00:33:23: spielen tischende Spielen, Fußballspiel aber ohne Trainings.

00:33:26: Wie viel muss der spielen das er damit kompensiert dass es keinen Training gibt.

00:33:32: Kein Trainer kein training so ein etwa musst du dir das vorstellen?

00:33:35: So, deswegen haben wir die positiven und negativen Seiten von Social Media zum Beispiel.

00:33:40: Und daran sieße Lecklöfte können damit gar nicht mehr konkurrieren.

00:33:44: also das ist einfach so viel Zeit da aber gleichzeitig sieße es kann auch positive Effekte haben.

00:33:50: Aber warum mit dass bei Akademiker Kindern jetzt auch schlechter in den Ergebnissen?

00:33:55: kümmern die sich zu wenig um die Kinder und die häusliche Unterstützung ist nicht mehr gegeben, wie ich das hatte.

00:34:01: Bei mir hat sich jeden Tag meine Vater mit mir hingesetzt bis es richtig ist und später habe ich Nachhilfe gekriegt.

00:34:07: also dass ohne diese häuslicher Unterstützung hätte ich es auch nicht so leicht gehabt und schon damals gab es Unterschiede in meiner Klasse.

00:34:15: aber liegt das daran oder allgemein?

00:34:20: Es ist ja ein mehrere Ding.

00:34:21: Also aber einen Grund ist natürlich Heute, also Akademikereltern heute mehr arbeiten als früher wahrscheinlich.

00:34:33: Ich sage extrawahrscheinlich weil interessanterweise ist die Müttererwerbsquote bei Akademikern nicht so hoch wie bei Nicht-Akademikanen.

00:34:43: Weil... Also stell dir vor, die meisten Müttern arbeiten dann Wenn das Einkommen des Vaters nicht reicht oder wenn kein Vater da ist, die haben die höchste Müttererwerbsquote.

00:34:54: Das muss man auch immer bedenken.

00:34:56: nochmal ganz kurz zu Die Eltern müssen die Pflicht genommen werden Denn ne, die meisten Eltern arbeiten beide, wenn das Einkommens von einem nicht reichen würde.

00:35:06: Also verstehe es sich mal Da kann man nichts dran ändern.

00:35:10: Und bei Akademikern ist es so dass es einmal daran liegt Familien ihre Funktion schon lange nicht mehr so wahrnehmen, wie es vor fünfzig Jahren war.

00:35:19: Es ist kein Vorwurf das muss so sein.

00:35:22: die Arbeitsintensität hat sich verändert und die Institutionen auf den Zahnfleisch gehen.

00:35:28: Das ist glaube ich jetzt aber auch allen aufgefallen dass egal wo der Standort ist wie gesagt selbst in Bayern versteht dann sicher liebe Ergebnisse Die Institution sind sind den Herausforderungen so nicht mehr gewachsen.

00:35:41: Und Der dritte Punkt ist, den habe ich gerade schon angesprochen, Digitalisierung.

00:35:46: Der Grund dafür dass in vielen Ländern der Welt die Ergebnisse runtergehen nicht in allen.

00:35:51: Das gibt es sogar wenn man nach England guckt, ein Land mit dem wir uns gut vergleichen können da gehen die Ergebnissen hoch.

00:35:57: Aber in vielen Ländern geht's runter und das wird auf mehrere Faktoren zurückgeführt.

00:36:03: Der Einzige, der überall der Fall ist, ist Digitalisierung also zu viel Medienkonsum usw.. Und das ist natürlich etwas, was die Ergebnisse verschlechtert.

00:36:11: Das gibt es auch nicht zu besprechen.

00:36:14: Die Frage ist nur, wie man darauf reagiert?

00:36:17: Aber das sollten wir heute nicht so ausführlich besprechen ... Ich kann nur sagen, dass jetzt ein hochkomplexes Thema.

00:36:21: In meinem persönlichen Fall könnte ich noch ein paar Jahre versuchen, Kinder zu produzieren.

00:36:26: Würde mich aber bei dem, worüber wir sprechen weiß ich nicht, ob das eine gute Idee ist gerade einen Kind zu kriegen.

00:36:34: Kann ich mir das leisten?

00:36:36: Will ich dem Kind das antun, die Welt ist so schlecht geworden.

00:36:39: Lauter Gedanken, die man hat.

00:36:40: oder sollte ich lieber Mentor sein und mehrso zwei unter die Füße nehmen?

00:36:46: Weil ich weiß nicht, wenn ich dich jetzt frei würdest du noch mal ein Kind in diesem Land

00:36:52: bekommen?

00:36:53: Das muss jeder für sich entscheiden!

00:36:55: Ich finde es nicht...

00:36:58: Aber du kannst nachvollziehen, welche Gedanken man hat.

00:37:02: Dass das Gedanken sind die jungen Menschen heute haben ist total nachvollziehbar.

00:37:07: Total rational!

00:37:08: Aber es ist ja alles nicht so schlimm wie wir tun.

00:37:14: Also ich rede darüber dass die Institutionen scheiße arbeiten.

00:37:18: So schlimm is gar nicht?

00:37:19: Ja nee... Es ist aus objektiven Gründen.

00:37:22: Die Welt Ist nicht so Schlimm Wie Wir Darüber Reden.

00:37:27: Also es ist wenig gar nicht mehr zu regeln.

00:37:33: Die Vorstellung, die zumindest im Spirit vieler Diskussion mitschwingt, ist ja so... ...die Welt geht dem Bach runter und das ist kaum mehr aufzuhalten.

00:37:43: Das stimmt nicht!

00:37:44: Es ist alles noch einigermaßen zu regelen.

00:37:46: Im schlimmsten Fall beschreibe ich es immer gerne.

00:37:50: Wir fahren vor eine Wand und der Bremsweg ist jetzt zu lang.

00:37:53: Es wird einen Aufprall geben aber der Aufprallen ist entweder ein Kratzer oder Totalschaden mit Personenschaden.

00:38:00: Das ist noch der Spielraum, das Spielraum ist also großen Kratzer ist scheißegal.

00:38:04: Und deswegen finde ich es ein bisschen krass wenn zu viele Menschen meinen lohnt sich alles gar nicht mehr.

00:38:12: selbst Kinder kriegen nicht mehr und ich richte meine ganze Zukunft neu aus weil es so schlimm ist.

00:38:18: So schlimm ist es nicht.

00:38:20: Es ist schlimm, aber es ist nicht unveränderbar.

00:38:24: Und ich befürchte wenn zu viele Menschen die nicht intendierten Folgen von zu vielen ähnlichen Einzelhandlungen, nämlich wenn zu viel Menschen jetzt keine Kinder kriegen verstärkt sich der Effekt.

00:38:38: Je weniger Kinder wir haben das so weniger zukunftsorientiert ist die Politik.

00:38:42: Das ist ja etwas was wir in dem Buch kritisch diskutiert haben.

00:38:45: je weniger junge Leute da sind Oder andersrum, je höher der Anteil derjenigen ist die nicht mehr lange leben umso kürzer auch der Horizont den man immer berücksichtigen muss.

00:38:54: Weil es gibt nichts Schlimmeres für Menschen die so das Gefühl haben ich leb nur noch zehn zwanzig Jahre dass man sagt wir müssen jetzt die Arschbacken zusammengreifen weil in fünfzig Jahren Das werden sie nie honorieren.

00:39:05: und je größer deren Anteil ist Die sind nicht böse diese menschen aber ihr größter deren Anteil ist umso stärker.

00:39:11: Und umso mehr müssen Politiker aller Parteien die mitberücksichtigen und alles immer so vorsichtig machen, vorsichtig formulieren im besten Fall oder eben Dinge nicht machen oder hinaus zögern bis man Handlungsdruck hat.

00:39:25: Weil auch die Menschen sind so nett und so vernünftig, auch alte Menschen so ne?

00:39:29: Dass sie wenn Sie es sehen oh je mir neben man muss jetzt echt was machen.

00:39:33: dann ja aber dass man vorausschauende Politik dann noch machen kann.

00:39:36: Zukunftsseilingspolitik nein Und je weniger Kinder wir kriegen das so stärker wird dieser Effekt glaube ich sagen.

00:39:41: Das heißt wer Wer sagt, weil die Zukunft so negativ werden könnte, interessiere ich mich nicht mehr für Kinder.

00:39:49: Und es ist übrigens mir egal ob man eigene Kinder kriegt oder andere Kinder und das supportet auf jeden Fall sich für Kinder interessieren.

00:39:56: Dann erzeugt man oder verstärkt man das Problem was man ja eigentlich selbst thematisiert.

00:40:05: Ich sehe nach wie vor ungefähr genauso viele Gründe ein Kind zu kriegen also jetzt wie vor dreißig Jahren.

00:40:12: Das hat sich jetzt nicht so dramatisch geändert, aber die Art und Weise wie Kinder im Augenblick welche Aufmerksamkeit sie bekommen das ist echt ein Problem.

00:40:22: Lass mich einen letzten Punkt noch sagen weil wir jetzt so viel über Kompetenzen gesprochen haben.

00:40:28: Die psychische Gesundheit bei Kindern die es dramatisch hat sich verschlechtert.

00:40:34: Die körperliche übrigens auch ein bisschen oder zumindest stagniert sie.

00:40:37: während sie in allen anderen Altersgruppen sich verbessert verbessert sie sich bei Kindern nicht, sondern stagniert.

00:40:44: Aber die psychische seelische Gesundheit ganz schlimm.

00:40:47: Das ist das was wir allgemeiner wohlbefinden Well-being nennen und du musst dir folgendes vorstellen oder ich nehme noch anderes Beispiel ein Teil davon ist glücklich sein Glücksgefühl Und das Allgemeine Glücks Gefühl im Leben.

00:41:02: da hatte man früher das dann fast schon in Lehrbüchern hat mir so eine U-Verteilung.

00:41:07: Ganz junge Menschen Kinder Es sind tendenziell glücklichere Menschen.

00:41:14: Rentnern, es sind glückliche Menschen.

00:41:15: und in der Rush Hour des Lebens vor zu viel Stresses, Karriere oder Familie ist diese Delle eine U-Verteilung.

00:41:23: Wir haben die gar nicht mehr, wir haben jetzt eher so ne Lineare Die jungen Menschen, die den schlechtesten Glücks empfinden Die mittelalten etwas sogar verbessern Und die Alpen nach wie vor gefestigt ganz oben Und das ist krass.

00:41:37: Also etwas, was sie.

00:41:38: Jahrzehnte seitdem wir forschen hatten wir immer so eine Verteilung dass die Kinder sozusagen die höchste Glöcksebene haben und das hat sich verändert.

00:41:47: Jetzt mal ernsthaft und jetzt frag nicht warum?

00:41:50: Die Ursache ist doch egal.

00:41:52: Das einzige eigentliche Problem ist Warum kriegt es keiner mit?

00:41:56: Warum kriegst du das keiner mit?

00:41:57: und ich kann dir die Antwort geben.

00:41:58: Es sind so wenige, dass sie mich auffallen.

00:42:01: Sie sind einfach zu wenige.

00:42:03: Wenn, äh ... Stell dir einfach nur vor.

00:42:05: Es geht grad tausend Menschen schlecht oder zehntausende Menschen schlecht?

00:42:08: Das macht einen Unterschied!

00:42:10: Und zweitens Sie haben ein Betäubungsmittel.

00:42:12: Wir haben die betäubt, sie sind akkultisiert mit diesen Smartphones.

00:42:16: Ich bin nämlich dafür, Smartphones zu verbieten nicht Social Media, Smartphone sogar zu verbieten und zwar nur dafür Nicht weil ich das ernst meine sondern zwei Wochen.

00:42:28: nur Nur damit wir mal merken wie schrecklich unsere analoge Welt für Kinder ist.

00:42:34: Und das kriegen wir nicht mit, weil sie wenige sind und weil sie narkotisiert sind.

00:42:40: Und damit wir das einmal merken!

00:42:41: Weil... Wir machen ja Forschung an Schulen.

00:42:44: Die Schulen, die Smartphones verbieten komplett.

00:42:48: Die müssen langen Atem haben bis sie die positiven Effekte spüren, weil als erstes merken die Ja Mist, wir brauchen andere Angebote.

00:42:57: was machen denn die Kinder jetzt alle?

00:42:58: Weil es gibt da nicht Schöneres als, ich tue jetzt mal so als wäre das jetzt ein Smartphone.

00:43:02: Es gibt ja eigentlich nichts Schömeres wenn in der Pause alle grad so sitzen.

00:43:06: Also du kriegst ja... Früher hast du die Kinder nicht so ruhig bekommen wie sie heute dann sind.

00:43:13: Natürlich gibts auch Mobbing Die Leute filmen sich und so weiter.

00:43:15: Aber fünf Jahre jetzt gewöhnen sich alle daran dass es einigermaßen still ist.

00:43:20: Da nimmste denen diese Dinger weg Und auf einmal haste Theater Ja und auf einmal merkste Was sollen die denn machen?

00:43:25: Ist auch kein Platz.

00:43:26: Und auf allem merkste die Regeln der Schule.

00:43:29: Den Flur darfst du nicht begehen, weil es keine Aufsicht.

00:43:31: Da darfste nicht hin, weil ist gefährlich.

00:43:33: Das darf sie auch nicht machen.

00:43:34: und dann stehen die da alle und denken ja was machen wir jetzt?

00:43:37: Und dann fangen die Erwachsenen auf einmal an und ich rede gerade über professionelle Pädagogen in Pädagogien.

00:43:41: Fangen diese Ansage mal nachzudenken, ja Kumpelschwaum ist uns das ein Feuer nicht aufgefallen.

00:43:45: Ja!

00:43:46: Und jetzt stellen wir unsere ganze Gesellschaft vor überall also auf einmal würde es laut wieder werden, weil ihre Kinder dann ja irgendwas machen müssen.

00:43:52: Und jetzt beschweren sich schon alle Leute über jede Kleinigkeit und dann gucken wir, was dann passiert.

00:43:58: Das würde ich mir wünschen weil diese Gleichzeitigkeit zufällig jetzt historisch wenige Kinder haben diese Dinger die sie ablenkt.

00:44:07: das ist der Grund würde ich sagen warum das öffentlich nicht richtig wahrgenommen wird.

00:44:11: Warum so eine Studie?

00:44:12: auf Saft schrecklich?

00:44:14: Und alle großen Medien haben darüber berichtet.

00:44:17: Also es geht jetzt nicht darum, dass das keiner berichtet!

00:44:19: Es geht nicht um die Presse oder so... selbst die Tage schaut hat das gebracht.

00:44:24: Aber dann sieht man sich also an und denkt sich, ja interessant wird sich schon irgendwer drum kümmern?

00:44:29: ich merke nichts.

00:44:30: Das ist immer so Wenn man selber nichts merkt wenn man's nicht wahrnimmt Dann ist das Problem halt so ein Problem Neuer Ist.

00:44:36: eine Statistik gut ist aber wenn du das richtig wahrnehmen würdest und das würde dann passieren dann hätte es einen anderen Impact Das heißt, seelische Gesundheit, Kompetenzen, kindliche Entwicklung.

00:44:49: Egal was man nimmt es sieht echt nicht gut aus und da muss

00:44:52: man das tun.

00:44:52: Aber du sagst halt vieles ist auch besser geworden ne?

00:44:55: Ich meine allein guck dir die Frauen an ich habe auch viele bei meinen Freundinnen.

00:44:59: wir sind also total glücklich Wir sind unabhängig, wir kommen gut zurecht, wir verdienen teilweise genauso wie die Männer Die Möglichkeiten die es heute gibt.

00:45:06: die gab es ja vor ein paar Jahrzehnten weil Frauen auch nicht.

00:45:09: dann gucken die Männer zwar doof zu ich glaube dass hast du auch schon beschrieben dass die Schere da auseinander geht.

00:45:14: Die Männer, die plötzlich merken, dass sie Frau gar nicht mehr wie selbstverständlich bleibt oder dass sich die Jüngeren auch gar nicht so drauf angewiesen sind mit einem Mann ihr Leben zu bestreiten?

00:45:24: Das fand ich auch eine interessante.

00:45:26: Das habe ich in der Anmoderation vorhin genannt.

00:45:29: Dass das ne Beobachtung ist, die ist noch nicht bei allen angekommen hast, weil es das spektakulärste was du beobachtet hast gerade bezeichnet.

00:45:36: Spektakulaire aber das heißt nicht, dass es toll ist.

00:45:39: Spektakulär sage ich oft zu Sachen, die auch negativ sein können.

00:45:44: Das ist einfach nur krasses.

00:45:46: Männer, die wieder maskulin sein wollen?

00:45:48: Ja

00:45:49: und jetzt reden wir nur von Durchschnittswerten.

00:45:51: nicht die rassen Ausweiser sondern der Durchschnitzwert was die Lebenseinstellung angeht von jungen Männern.

00:45:58: und der Durchsschnittwert von jung Frauen ist so weit auseinander wie in keiner Altersgruppe bei Jungen.

00:46:04: Einmal um zu sagen, wie jung sind wir?

00:46:06: Wir machen

00:46:06: unter dreißigjähriger und unter zwanzigjährige.

00:46:09: Ich würde sagen es funktioniert immer.

00:46:10: Und hier jünger ist das so krasser.

00:46:13: Das geht aber aus.

00:46:14: beide Verursachen, also beide Geschlechter.

00:46:18: Frauen werden immer progressiver, immer selbstbewusster, immer eigenständiger, immer emanzipierter.

00:46:24: Also auch die Frauen, die von sich ... Jungen Frauen, sie von sich nicht sagen ich bin Feministin verhalten sich so in den Neunzeltsebzig an Feministinnen gedacht und sich verhalten haben.

00:46:35: Also das, was damals Feminismus war ist heute normal.

00:46:38: Heute nennen sich Feministsinnen nur die noch krasser sind sozusagen.

00:46:41: Das heißt ich nenne es jetzt mal so junge Frauen werden extrem feministischer oder sehr feministischer und junge Männer werden konservativer.

00:46:50: Beide Bewegungen sind nicht extreme, es sind nichts solcher Bewegung aber beide Bewegungen gehen seit vielleicht sogar mehr als zwanzig Jahren langsam, langsam, so auseinander.

00:47:00: Und jetzt haben wir auf einmal so einen also wirklich krassen Abstand.

00:47:05: Ein Abstand der so groß ist, dass der zurück zu Geburtenrate die Wahrscheinlichkeit, dass die Geburtonrate, die jetzt sehr lange stabil zwischen eins, drei und eins, fünf Kinder war, runtergeht halte ich jetzt für sehr hoch.

00:47:19: weil dieser Einstellungsunterschied der deutet darauf hin das was man was die Wahrscheinlichkeit zum Kinderkriegen erhöht nämlich eine paar Beziehungen wie einigermaßen stabiles Statistisch am häufigsten der Fall, wenn man ähnliche Einstellungen hat.

00:47:36: Und wenn das so auseinander geht dann riskant.

00:47:38: Der Hinweis ist wir haben die ersten Länder auf der Welt wo die Geburtenrate bei unter einem Kind pro Frau ist und wirklich das größte Land in Südkorea.

00:47:52: Das Spannende ist jetzt was haben diese Länder gemeinsam?

00:47:56: nämlich einen noch größeren Abstand zwischen jungen Männern und jungen Frauen.

00:48:00: Das heißt, wir haben ziemlich viele gesagt ja nein in Südkorea die Mietpreise sind so teuer umso weiter und sofort nicht.

00:48:08: Also wenn es ein statistischen Zusammenhang gibt zwischen Kinder kriegen und ökonomischer Situation ist je schlimmer die ökologische Situation ist das zum mehr Kindern.

00:48:18: also dass aufgrund schwieriger ökономischer Situation keine Kinder geboren werden Das halte ich für ausgeschlossen.

00:48:26: Außer ist es eine Wirtschaftskrise, also innerhalb der eigenen Volkswirtschaft eine Krise.

00:48:32: aber dass irgendwas Angespanntes wirklich ausschlaggebend ist das ist echt so nicht nachweisbar.

00:48:41: eher nachwasbar ist, dass dieser Abstand das Problem ist.

00:48:44: Und in Südkorea hat man sogar darüber nachgedacht, ob man ein Ministerium gründen soll.

00:48:49: Nur für dieses Thema!

00:48:50: Wie kriegt man diesen Unterschied zwischen Jungs und Mädchen zusammen?

00:48:54: Es ist spektakulär wie... Für uns sind die Folgen noch nicht so öffentlich, noch nicht deutlich erkennbar aber ich würde sagen das betrifft eigentlich nur junge Menschen.

00:49:03: Das betriffe junge Menschen, die in den letzten Jahren wo auch das Bildungssystem wirklich im Bach runter geht und wo die Gesellschaft alt hat Genau diese Generation betrifft es.

00:49:19: Das ist nicht ursächlich, sondern wir haben's halt total lange nicht wahrgenommen.

00:49:22: und jetzt haben wir einen richtig krassen Abstand.

00:49:24: Ein Abstand der so ist das dass ich feststelle, dass sich junge Frauen alle wissen.

00:49:30: Ich täglich erleben!

00:49:32: Ja... Das also nicht irgendwie.

00:49:33: was man nur in der Statistik sieht, das ist vielleicht etwas was ältere Frauen oder älteren Männer nicht so wahrnehmen aber jüngere Frauen haben das komplett auf den Schirm.

00:49:45: Dafür braucht man die nicht nur... Man kann sie befragen, da merkt man das.

00:49:48: Man kann aber auch einfach gucken worüber wird öffentlich kommuniziert?

00:49:53: jetzt öffentlich von jungen Frauen an junge Frauen bei TikTok, bei Instagram und so weiter und sofort.

00:49:59: Das ist das Thema.

00:50:00: Und dass wir überhaupt... Wir sehen jetzt nicht die ersten, die darüber reden liegt hauptsächlich daran dass die AfD so offensiv genau das angesprochen hat.

00:50:12: Echte Männer sind das, echte Männer umso weiter und sofort.

00:50:15: in anderen Ländern ist es schon viel länger sehr offensif so transportiert worden.

00:50:19: aber das Spannende ist sie machen das nicht.

00:50:22: also Sie sammeln die nur ein.

00:50:24: Das machen die besser als andere Aber dass das greift Dass das so verfängt.

00:50:33: Dafür müssen erstmal Dinge passiert sein Und ich finde es sehr schade, dass überall praktisch allen Demokratien haben wir das auch.

00:50:41: Es ist jetzt nichts was nur Deutschland hat.

00:50:43: Diesen Befund hätten wir in Schweden, der hätten wir im Frankreich, den haben wir in Kanada und USA.

00:50:48: Der Zusammenhang aus meiner Sicht ist am ehesten.

00:50:52: dort wo Frauen emanzipiert sind gibt's bei Männern so einen Rückschritt.

00:50:57: Das machen wir jetzt

00:50:59: mit dem Männern.

00:51:00: Stopp!

00:51:01: Warte mal du hörst ja immer noch zu.

00:51:02: Hast Du eigentlich schon abonniert?

00:51:03: Drück mal hier die Glocke oder klick auf Folgen Und ding dran runter zu schreiben, ob es dir gefällt.

00:51:08: Das ist die siebzehnte Folge und vielleicht willst du uns ja auch sagen, wenn du gerne hier in der Hafenbar sehen würdest?

00:51:13: Ding dran!

00:51:14: Wir sind bei Instagram, bei TikTok, bei YouTube, bei Spotify, weil alles was gibt folgt mal rein und jetzt geht's hier

00:51:19: weiter.

00:51:20: Ich glaube nicht dass das dafür jetzt irgendeine Lösung gibt.

00:51:22: also wir müssen das Thema auf dem Schirm haben.

00:51:26: man muss den alle Richtungen durchdenken.

00:51:29: Wir hatten das Problem in der Form So noch nicht.

00:51:33: Also ich könnte jetzt dir irgendwas erzählen aus dem Bauch heraus, was ich meine und was da sinnvoll ist.

00:51:38: aber ich sage nur Sachen die zu Ende gedacht sind wenn es um Lösungsansätze geht.

00:51:43: unbedingt und deswegen kann ich das nicht sagen.

00:51:46: Es gibt gerade aus meiner Sicht kein anderes Nationalstaat wo wir das abgucken könnten, die das schon irgendwie in Griff haben und auch so sehe ich nicht dass das auch andere sich damit richtig beschäftigen.

00:51:58: Ich beschäftige mir auch intensiver damit Da sehe ich nur, dass die Sachen gerade ausprobieren.

00:52:05: Von daher das ist ein Thema, da sollten wir auf dem Schirm haben und auch so auf dem schirm haben, dass man stärker Jungs im Schulsystem einen Fokus nimmt

00:52:19: Weil die ja auch nachweislich viel mehr Rechts wählen als die Frauen im selben Alter.

00:52:25: Die ja das andere extrem, also...

00:52:28: Und die öfter im Schulsystem auch scheitern.

00:52:30: Ja.

00:52:30: Von denen, die zehntausende, die keinen Schulabschluss machen sind überwiegend männlich.

00:52:36: Echt?

00:52:37: Auf.

00:52:37: An Haupt- und Förderschulen sind überwiegend Jungs.

00:52:41: Wir können jetzt das Thema durchgehen.

00:52:44: bei den Leistungsstarken bisschen mehr Mädchen als Jungs, aber ungefähr gleichverteilt.

00:52:52: Bei den Schwachen sind die Jungs sehr überrepräsentiert.

00:52:55: Das heißt da muss man unbedingt darauf achten.

00:52:59: Aber klar diese Einstellungsunterschiede führen dazu dass bei jungen Frauen die Linkspartei auf Platz Eins ist und bei jenem Männer die AfD.

00:53:05: also diesen Kontrast haben wir so... Weil

00:53:07: sie sich da zusammen finden auch und also konservativer werden sagt sie tun Sie sich zusammen weil sie da Gleichgesinnte finden oder zumindest werden die Sachen angesprochen, die sie hier empfinden?

00:53:20: Du kannst es so rumsehen.

00:53:23: Ich finde nicht, dass das so sein muss, dass in diese Richtung gewählt wird.

00:53:29: Aber was fast schon sein muss ist so rational gedacht, wenn ich jetzt mal zusammenfasse, was ich gerade gesagt habe, irgendwie bin ich schwächer als die meisten Mädchen in der Schule Und ich sehe die meisten Jungs dann schwächer als die meisten Mädchen in der Schule.

00:53:49: Und die Gesellschaft bewegt sich dahin, dass Mädchen alles können.

00:53:52: Die sind jetzt also meine Konkurrenten und das war zu meiner und deiner Schulzeit glaube ich nicht so.

00:53:57: Also zu meiner Schulzeit war es schon so, Mädchen waren besser als Jungs.

00:54:00: Übrigens die Studien zeigen, Mädchern waren immer besser als jungs auch schon vor hundertfünfzig Jahren.

00:54:05: Das hat sich nicht geändert aber die Mädchen spielen einen anderen Liga.

00:54:09: Ich habe mich früher echt null mit Mädchen verglichen.

00:54:12: Ich wusste genau, die fünf besten Schüler in meiner Klasse sind Mädchen.

00:54:17: Die fünf Besten?

00:54:18: Immer!

00:54:18: Das war nicht mein Vergleichshorizont.

00:54:20: Ja.

00:54:20: Dass sie spielten in einer Liga... ...die spielen eine Liga.

00:54:23: Das ist vorbei.

00:54:24: Heute spielen wir zusammen in einer Lieger.

00:54:26: Also es gibt nun... Sie vergleichen sich wechselseitig und das ist natürlich krass.

00:54:30: Also das führt dazu dass ich nicht erlebt hab nicht direkt erlebt habe in meiner Schulzeit, dass irgendwie Feminismus Gleichstellung und Gender Mainstreaming usw.

00:54:44: dazu führt das, dass ich verliere Frauen gewinne und ich verliehre Für die meisten oder für viele junge Männer.

00:54:51: heute fühlt sich der Gewinn für Frauen als Verlust an Und vielleicht stimmt es sogar.

00:55:00: Das muss man im Blick haben bevor man zu schnell sagt Die sind bekloppt oder das ist irrational.

00:55:07: Ich würde immer sagen, wenn etwas überall in allen Ländern messbar ist und auch in Massen erkennbar ist.

00:55:14: Und dann ist wirklich Denkvollheit zu sagen da stimmt was nicht mit ihnen sondern das scheint es ein ernsthaftes Problem zu geben.

00:55:23: Der Grund-Uweib des Problems habe ich jetzt gerade beschrieben.

00:55:26: Das Gewinn der einen ist das Verlierende anderen.

00:55:29: Die werden

00:55:29: ja auch mehr verlassen, glaube ich mittlerweile.

00:55:31: Entscheiden sich ja auch, mehr Frauen auf die Socken zu machen und zurückzulassen.

00:55:38: Ich weiß als meine Eltern mich getrennt haben, hatten wir Besuch von einer älteren Dame, die meiner Mutter vorwurfsvoll gesagt hat man trennt sich nicht!

00:55:47: Und da hab ich noch gedacht, das gibt's auch nicht.

00:55:48: Bei allem was hier passiert ist doch glasklar, dass meine Eltern jetzt getrinte Wege gehen und die Frau davon so überzeugt war.

00:55:54: Jetzt sind beide meinen Großeltern auch nicht mehr lebendig und wir haben das Haus ausgeräumt.

00:55:59: So viel Fotos gesehen.

00:56:00: Ich sag, es war denn da los!

00:56:02: Der Opa hat auch viel Spaß.

00:56:05: Das hat meine Oma glaube ich einfach mitgemacht.

00:56:08: Heute lässt sich eine Frau das nicht mehr gefallen oder sagt ihr, wenn ich den nicht mehr vertraue dann sind wir geschiedene Leute?

00:56:14: Was ist jetzt den Weg zu deinem letzten erschienenen Boot?

00:56:19: Wo du das ja auch beschreibst, dass Menschen sich Gruppen suchen die ihnen wieder Orientierung und Zubereichkeit geben.

00:56:26: Das sind dann sicherlich auch enttäuschte Verlassene oder die, die verloren haben in der Geschichte wie du es gerade beschrieben hast.

00:56:33: Misstrauensgemeinschaften heißt das Buch.

00:56:36: was genau bedeutet das?

00:56:38: Also Misstrauen Gemeinschaft Der Begriff ist sozusagen das Ergebnis Und es basiert auf der Beobachtung, dass etwas eigentlich Unwahrscheinliches passiert ist.

00:56:51: Dass nämlich Menschen die Misstrauisch sind oder geworden sind – das ist erstmal egal!

00:56:57: Also misstrausische Menschen haben angefangen anderen misstrauischen Menschen zu vertrauen und sie bilden dann vergemeinschaftungen Vergemeinshaftungsprozesse und Gemeinschaften.

00:57:13: so richtig werden ein Team Und das ist das, was wir heute erleben.

00:57:17: Also meine These ist es gibt nicht mehr Misstrauen in unserer Gesellschaft und nicht mehr Menschen misstrauen der Demokratie als früher.

00:57:27: Die gleiche Anzahl an Menschen.

00:57:29: nur früher waren die alle einzeln und Heute bilden sie einen Team.

00:57:34: Das ist der Unterschied dass Sie das machen dieses Teambildingen dieses für Gemeinschaften diese gemeinschaftsbildungsprozess und das führt dazu Dass wir das Gefühl haben Oh je, nee.

00:57:45: Irgendwas stimmt nicht mehr und so, ne?

00:57:47: Wir haben mehr Polarisierung.

00:57:48: Studien zeigen auf Einstellungsebene haben wir nicht mehr Polarisierung.

00:57:52: Wir haben mehrere Leute die auch an Verschwörungen glauben.

00:57:55: Studien zeigen das nicht genauso viel wie in Langzeitsstudien.

00:57:59: alles unverändert!

00:58:00: Wir haben eher Rassismus.

00:58:01: Nee also der Rassismus in der Bevölkerung ist... Man kann ja sagen es zuviel aber es ist relativ stabil.

00:58:08: Wir habe mehr.

00:58:08: dies, wir haben ja dass... Ne, also schlechter geworden ist relativ wenig.

00:58:14: Also man kann ja sagen, wir hätten gerne eine andere Bevölkerung oder sie soll schneller sich so und so entwickeln aber schlechter geworden ist es ganz sicher nicht.

00:58:23: Dann ist die Frage warum haben alle das Gefühl?

00:58:26: Wir haben mehr Polarisierung, wir haben mehr Bekloppte ,wir haben mehr Idioten, wir sind dies und dass wie kann das sein ?

00:58:32: Und mein Lösungsansatz ist die gleiche Anzahl von Leuten die anders denken nur dass sie jetzt stärkere Schlagkraft haben, durch Schlagskraft haben.

00:58:45: Und die Frage ist jetzt warum passiert das?

00:58:47: Das geht nur über digitale Vernetzung.

00:58:50: Ich gerade

00:58:50: gedacht, es ist auch wieder Digitalisierung schuld, ne?

00:58:52: Weil so basiert auf Niklas Luhmann, der schon vor... Auch

00:59:00: einen Soziologen.

00:59:01: Genau ein ganz bekannter einer der bekanntesten deutschen Soziologen lebt nicht mehr.

00:59:07: Der hat schon in den neunzehundertsechzigern beschrieben, dass misstrauische Menschen jetzt in meinen Worten das ist eine trostlose Existenz.

00:59:18: Weil wenn man den Medien nicht vertraut und alles was wir wissen über die Welt wissen wir über die Medien Wenn man der Politik mich vertraute und alle Entscheidungen die getroffen werden werden von denen gemacht Und der Wissenschaft nicht vertrat und alles selbst in so einem Gerät steckt der Wissenschaft drinnen und so nennt oder schnell mal vor, man vertraut der Wissenschaft nicht und dann sagen alle ist jetzt Pandemie.

00:59:38: Naja ich sehe das Virus nicht!

00:59:40: Und ich sehe auch nicht dass gerade überall Leute tot sind

00:59:43: usw.,

00:59:44: also wer wirklich nicht dem Wissenschaftssystem vertraute, wer den Wissenschafts-System sogar misstraut kann bis heute eine Existenz rechtfertigen zu sagen Das gab es nicht.

00:59:58: Das geht.

01:00:00: Weil woher weißt du?

01:00:00: Dass es das überhaupt gibt?

01:00:02: Hat dir so ein Test den Wissenschaftler gemacht haben gesagt und ... Nee,

01:00:07: du, ja genauso Vertrausexperten gemeint.

01:00:10: Natürlich bleibt uns nichts anderes über weil unsere Welt ist so komplex dass wenn du dich nicht auf Experten verlässt wird schwer und deshalb das war aber auch früher schon so und misstrauische Leute konnten sich selbst ausgeschlossen aus allem.

01:00:23: Das war trostlos!

01:00:24: Und heute es ist nicht mehr trostloß Weil sie lernen einander kennen.

01:00:29: Also durch die digitale Vernetzung, durch die Algorithmen werden sie sogar... Müssten Sie es gar nicht suchen?

01:00:33: Sondern so vernetzt.

01:00:34: Dann werden die resignativ eigentlich sich Verhaltenen früher auf einmal jetzt sehen.

01:00:41: Es gibt andere und wir verstärken sich gegenseitig.

01:00:47: man sieht zum Beispiel online sind das die Heavy User also kein Spaß ein Vielfaches mehr kommentieren die liken die all diese in dieser Aktion des Engagements ist bei misstrauischen Menschen viel stärker als bei nicht-misstrauischem Menschen.

01:01:04: Und jetzt gibt man tausend Sachen aufzählen darüber und ich habe die Infrastrukturen, auf denen Misstrauen überhaupt wachsen konnte so in alle Bereiche eingeteilt und deswegen kommt mein Analyse auch zu einem ja wie ich finde sehr besortenes erregenden Endergebnis weil in allen gesellschaftlichen Bereichen haben sich Misstrauensinfrastrukturen eingenüstet Und am schwerwiegendsten finde ich, dass man das nachweisen kann selbst im Wirtschaftssystem, im Geldsystem.

01:01:32: Kryptowährung ist Misstrauenswährung.

01:01:35: Die ganze Kryptowehrung basiert darauf, dass Man nicht mehr dem Geld vertraut weil man darüber ja Regierungen Zentralbanken und Geschäftsbanken Vertrauen muss.

01:01:47: und Übrigens habe Ich mir das nicht ausgedacht?

01:01:49: Ich weiß nicht warum so wenig darüber reden aber der Erfinder des Bitcoin als erste Kryptowerum hat Als die Finanzkrise war ein Protokoll geschrieben.

01:01:57: Wir wissen ja nicht, wer das war, der das gemacht hat aber er hat so seinen Brief geschrieben und da steht drin dass es eine Trustless Structure sein sollte.

01:02:05: Geld und deswegen macht er Kryptowährung und meint man müsste nicht vertrauen bezweifle ich.

01:02:13: aber auf jeden Fall vertraut man nicht mehr den Experten im Zentralbanken und auch nicht mehr nationalstaatliche Nervierung usw.

01:02:21: und sofort und das kann man überall sehen was gibt.

01:02:24: Also ich beschreibe eigentlich alles, was alternativ vorne dran hat.

01:02:29: Als Misstrauens irgendwas, also Alternatives Geld.

01:02:33: Das

01:02:33: war ein deutsches Phänomen.

01:02:34: Das funktioniert

01:02:34: wahrscheinlich nur in der deutschen Sprache so gut.

01:02:37: Also Alternatives Gelb, Alternative Medizin ist ja nichts anderes als mindestens sehr kritisch oder sogar misstrauisch gegenüber echter Medizin.

01:02:48: Wir haben alternative Fakten, alternatives Geld habe ich schon gesagt, alternative Medien.

01:02:52: Man könnte sich mal durchrunden und eben die Alternative für Deutschland.

01:02:55: Das funktioniert halt leider in allen Bereichen mit diesem Begriff.

01:02:58: Alternativ ist sehr interessant eine eigene Sendung wert wie es eigentlich sein konnte das Alternativ vor hundert Jahren ein neutraler Begriff war bis vor dreißig Jahren ein Linker und jetzt eher ein Rechter.

01:03:10: Was ist eigentlich mit diesem Wort passiert auf dem Deutschen?

01:03:13: Aber lassen wir das, diese Infrastrukturen die ich gerade genannt habe sind entweder im digitalen Raum entstanden wie Kryptowährung geht nur digital oder sie sind nicht im digitalem Raum entstand aber da groß geworden.

01:03:27: Die AfD ist bis heute hat die stärkste Partei im digitaleren

01:03:31: Raum.

01:03:32: Oder dort war sie als erstes die stärkste Partei.

01:03:35: Danach wurde sie überall, also auch im Analogen der stärksten Partei und zum Beispiel alternativen Medizin gibt es schon lange.

01:03:42: aber so stark sind sie auch über einen digitalen Raum geworden.

01:03:47: Das heißt also das ist was man brauchte um das bestehende Misstrauen zu vernetzen.

01:03:58: Hast du Bitcoin?

01:03:59: Nein, aber ich bin jetzt auch nicht guter in Geld zu investieren.

01:04:04: Aber Bitcoins als Investment ist was anderes.

01:04:07: Jetzt nicht dass alle dir zuhören glauben nur weil sie in Kryptowährung investiert haben, dass die deshalb misstrauisch sind.

01:04:17: Es ist ja auch so das nicht alle, die so ganz kurilen Podcasts zuhörn mit Verschwörungspodcast selber an Verschwörungsidoligen hinklauben.

01:04:25: Das muss nicht sein!

01:04:26: Sie sind sehr marktförmig geworden.

01:04:29: Der Erfinder des Bitcoin wollte daraus Geld machen und es wird auch zum Teil so genutzt.

01:04:35: Aber wer das jetzt nur als Investment nimmt, der geht auf eine Misstrauenstruktur aber ohne selbst Mistrausch zu sein.

01:04:42: Das ist leider ein Hinweis darauf wie erfolgreich das geworden ist also wie alle Infrastrukturen die auf Mistrauen basieren wie erfolgreich sie sind dass selbst die nicht misstrauisch sind das machen mittlerweile weil das eben Ja,

01:04:57: ich glaube so ein bisschen Misstrau ist auch nicht verkehrt.

01:04:59: Also hier bei meinen Kollegen in der Redaktion die Reporter sind glaube ich von Natur aus misstrauisch und hinterfragen.

01:05:04: erstmal alles und das ist ja auch total wichtig für eine Demokratie.

01:05:08: also Corona richten bis nachher wohnend.

01:05:11: muss ich das beantworten?

01:05:12: Es gibt auf jeden Fall und wenn nicht gibt es gerade noch einen Angebot für ein Euro Christoph für sechs Monate gerade auf jeden fall Zugang zu unserem digitalen Medium natürlich auch.

01:05:22: aber wir haben ja hier auch festgestellt dass eben Nachrichten wertvoller sind für unsere User oder Leser, wenn sie den Reportern vertrauen und wenn Sie wissen dass die eben unabhängig und kritisch berichten und recherchieren weil das auf Grundlage für eine Demokratie ist.

01:05:39: Und wir das ja auch sehen in Teilen Deutschlands wo der Lokaljournalismus nicht oder nicht mehr so stark ist Die Demokratie auch einfach schlechter dasteht oder sich?

01:05:50: Schönen, dass du das sagst.

01:05:54: Der Grund warum ich sagen würde, dass die Gesellschaft wie wir sie jetzt haben wenn diese Misstrauen Strukturen von dem Rad gesprochen haben sich so weiterentwickeln dann wird es sehr instabil.

01:06:08: Warum?

01:06:09: Wir haben die Gesellschaft so wie wir das jetzt haben weil sich Systeme so autonom entwickelt haben.

01:06:15: Wir haben ein Mediensystem wo Journalismus völlig frei funktioniert.

01:06:19: keiner kontrolliert Journalismus.

01:06:21: die kontrollieren sich nur selbst.

01:06:23: Es gibt keine Behörde, die wirklich das kontrolliert was da gemacht wird.

01:06:28: In der Wissenschaft ist das gleiche keiner kontrolliert mich außer anderen Wissenschaftlern.

01:06:33: Keiner könnte auch kein anderer beurteilen und wenn dir ein Gerichtsurteil missfällt kannst du nicht zu Friedrich Merz gehen?

01:06:41: Du musst zu einem anderen Gericht gehen.

01:06:42: also innerhalb Gerichte werden Gerichtsurteile... Das ist hochmodern!

01:06:47: Was sozusagen der Erfolg unserer Gesellschaft ausgemacht hat dass sich dieses Thema autonom entwickelt haben.

01:06:53: Und jetzt kommt es.

01:06:54: in jedem System brauchen wir misstrauische Berufe und Journalismus, Teile des Journalismus basieren also der ganze Berufsetos muss eigentlich aus dem Misstrauen bestehen.

01:07:06: selbst wenn ich einen Politiker toll finde und eigentlich angezogen das ist ein Misstrauensberuf hat schon übrigens Niklas Wumann gesagt genauso wie eine Richterin.

01:07:16: keiner möchte doch dass ne Richterin Zu jedem der enden Gerichtshalkungen vertraut erst mal.

01:07:21: Sondern nein, die misstraut sogar dem Opfer!

01:07:26: Weil das Opfer ja in der Sache verwickelt sein könnte.

01:07:29: Das ist Professionalität selbst dem Opfert zu misstrauen.

01:07:32: So,

01:07:33: d.h.,

01:07:33: in allen System haben wir Misstrauen verankert, Selbstkontrolle verankernt und das funktioniert aber nur wenn man diesen misstrauischen Berufen vertraute.

01:07:46: also unsere Gesellschaft basiert darauf dass Experten misstrauisch sind und die normale Bevölkerung jeder Bürger den Experten vertraut, die aber stellvertretend für die Menschen misstrausch sind.

01:07:59: Weil wenn Menschen, normale Menschen, wenn ich anfange misstrauscht zu sein gegenüber der Wetterfeuersage – Ich habe doch kein Plan davon!

01:08:06: Also das bringt ja gar nichts oder Virologie oder was auch immer.

01:08:08: Selbst ich als Wissenschaftler in einem Bereich muss mich auf alle möglichen anderen Bereiche verlassen, auf die Experten dort.

01:08:15: So, und Experten machen Fehler?

01:08:18: Krisen gibt es andauernd und so weiter, das ist ja klar.

01:08:20: Aber wenn man aufhört also ein generalisiertes Misstrauen entsteht gegenüber diesen misstrauischen Berufen dann haben wir eine schwerwiegende Instabilität würde ich sagen weil wir überhaupt nur diese Entwicklung unserer Gesellschaft hinbekommen konnten von dem Hintergrund starken Vertrauens Weil alle den Experten vertraut haben Weil alle gesagt haben, ja das wird schon stimmen und so weiter.

01:08:48: Haben wir Synergieeffekte gehabt?

01:08:50: Und darauf basierte dann die ganze Expansion unserer Gesellschaft in allen möglichen Bereichen und es könnte implodieren wenn genau dieses Vertrauen was die Grundlage für gesamtes Wachstum war nicht nur ökonomisches wachstums ist gesammter wachsten.

01:09:03: wenn dieses vertrauen wirklich komplett zerbricht und vielleicht sogar ein Misstrauen umklärt könnte das implodieren.

01:09:10: Also ich glaube wirklich, dass die große Stärke liberaler Demokratien nämlich autonome Szytalsysteme – wie ich gerade gesagt habe, Journalisten sind völlig autonom, Wissenschaftlerautonomen

01:09:21: usw.,

01:09:24: dass das verloren geht ohne die Rahmenbedingungen zu dieser Entstehung beigetragen haben und sie sind in meiner Welt mit dem Begriff Vertrauen

01:09:36: verknüpft.".

01:09:37: Aber so, man sagt ja auch du kannst mich jedem vertrauen.

01:09:39: Du läufst einem im Dunkeln auf der Straße hingehen und denkst schon er tut mir gleich was.

01:09:42: ich gehe lieber rüber.

01:09:44: Stadtbilddebatte haben wir am Telefon auch schon mal drüber gesprochen ist in Dortmund immer wieder ein Begriff.

01:09:48: Wir haben jetzt das Betelverbot im ab August hier sehr streng für oder ich glaube mit am strengsten in Dortmund.

01:09:57: Und auch da ist ja nur wenn ihr einen siehst der dir ein bisschen ungeheuerlich erscheint bist ja von vornherein erst mal misstrauisch.

01:10:05: Da hat ja noch gar nix gemacht, ne?

01:10:07: Und es ist einfach nur so das...

01:10:08: Aber Misstrauen ist überhaupt nichts Schlechtes.

01:10:11: Okay!

01:10:11: Also ich hab' ja gesagt Vertrauen hat so eine Kracht.

01:10:18: Nimmst wie ein Organismus, wie ein Körper.

01:10:20: Vertrauen sind die Muskeln.

01:10:22: Ohne diese Muskeln kannst du nichts machen.

01:10:25: Misstrauens ist das Immunsystem.

01:10:27: Das ist sehr wichtig.

01:10:29: Passt darauf kontrolliert, dass nichts Falsches läuft.

01:10:32: Aber Mistrauensgemeinschaften oder sagen wir mal so unprofessionell misstrauische Akteure, sind die eine Autoimmunerkrankung.

01:10:42: Das heißt das was eigentlich geschützt werden soll durch das Immunsystem.

01:10:45: der Körper wird jetzt angegriffen vom Immun-System.

01:10:49: Das ist ne Autoimmunaerkrankung!

01:10:51: Das heisst also unspezifisches Misstrauen?

01:10:53: Was macht denn eine Journalistin?

01:10:55: Die ist misstrausch aber die weiß genau wo muss ich misstraus sein?

01:10:58: Die sagt nicht lass mal checken ob die Erde vielleicht doch ne Scheibe isst.

01:11:03: Die ist also nicht komplett misstrauß sondern Die Profisionalität meint ja, das sind misstrauische Berufe.

01:11:10: Man weiß genau da lohnt es sich.

01:11:13: Misstrauisch zu sein, gar nicht!

01:11:15: Das ist das Immunsystem.

01:11:16: Wenn aber Leute anfangen zu sagen ne und dieses misstrauen.

01:11:21: also Menschen ohne Kompetenz fangen an sich einzumischen in Dinge wo man ohne kompetenz sich nicht einmischen kann und bilden dann auch noch Gemeinschaften.

01:11:33: So, das ist eine Autoimmunerkrankung so würde ich es sehen.

01:11:36: also Misstrauen ist überhaupt nicht verkehrt.

01:11:38: Also wer seinen Kindern beibringt kann sie allen vertrauen.

01:11:42: Das ist es nicht.

01:11:44: Die Kunst ist zu lernen oder entscheiden zu können Da muss der Mistrausch sein da kannst du vertrauen.

01:11:52: Und bei komplexem Ding Astronomie oder Ökonomie und so weiter Sorry, da kann jemand die Komplexität, gerade die wir mittlerweile erreicht haben kann jemand der vom Berufswegen was völlig anderes macht nicht machen.

01:12:07: Also ich würde sagen Misstrauen ist ausgelagert worden und kann eigentlich nur noch im Hauptamt ausgeführt werden.

01:12:14: so komplexes unsere Gesellschaft geworden und das macht Leuten Angst.

01:12:17: und deswegen sage ich auch dass es schon nachvollziehbar und sehr rational dass man das Gefühl hat oh Gott!

01:12:22: Wir müssen uns darauf verlassen dass so zehn Experten die richtigen Entscheidungen treffen und das richtig einschätzen.

01:12:28: Ja genau, aber das war schon immer so.

01:12:31: Das hat sich dahin entwickelt.

01:12:32: Die Menschen haben das Gefühl von Kontrollverlust.

01:12:34: Viele würden sich wünschen wenn man länger darüber nachdenkt wahrscheinlich nicht dass die Regierung etwas kontrolliert.

01:12:39: Die Regierung kontrolliert ja gar nichts!

01:12:42: Die Regierung kontroliert mich wirklich nicht.

01:12:44: Ich kann machen was ich will und ich glaube die Regierung kontrollieren auch die Ruhrnachrichten nicht Und die Regierung Kontrolliert auf nicht irgendeine Geschäftsbank und wir können jetzt alles durchgehen... ...die Regierung kontrolliert nichts Also nichts, was nicht genau in Ihrem Bereich fällt.

01:12:57: Was Beschlüsse durch den Bundestag europäischen angeht und wenn wir dann eine Krise haben wie die Finanzkrise oder die Pandemie und so merken wir das.

01:13:05: Dann merken weh keiner passt auf!

01:13:09: Und dass dann die Leute das Gefühl haben oh Gott.

01:13:14: und dass dann sozusagen das Fertrauen Risse kriegt total nachvollziehbar war aber immer schon so.

01:13:25: und neu ist dass diese Risse jetzt von Leuten eingesammelt werden.

01:13:32: Dass man, das sozusagen alle über digitale Medien die Möglichkeit haben zu kommunizieren und sich zu vernetzen.

01:13:40: Gefährlich!

01:13:40: Aber du bist trotzdem optimistisch?

01:13:43: Ich bin nicht optimistische im Sinne von Wirtschaften aber ich sehe nicht eine Situation wo der Untergang wo das schon eine entschiedene Sache ist, also das sehe ich nicht.

01:13:59: Der einzige Grund warum ich mir nicht sicher bin ob pessimismus nicht doch der richtige modus wäre, wobei ich eigentlich grundsätzlich sagen würde dass man sich pessimismos nicht leisten kann.

01:14:12: Pessimismus einfach ne grundlegende negative Eigenschaft grundlegend.

01:14:16: Das was gerade passiert.

01:14:18: Also wir tendieren nicht dazu Vertrauen wieder aufzubauen, sondern wir sind immer noch dabei vertrauen zu verlieren in Demokratie und Rechtsstaat.

01:14:26: Das ist übrigens auch das Ding...das Misstrauen ist nicht gewachsen, glaube ich nicht!

01:14:32: Aber wir haben ja nicht nur Fair-Traum und Mistrauen Wir haben ja auch was dazwischen.

01:14:37: Du entläufst ja nicht durch die Welt und sagst dem vertrau' ich den misstrau' ich.

01:14:40: Sondern.

01:14:41: manchmal Weißt du nicht, Vertrauen?

01:14:43: Ein bisschen Bauchgefühl

01:14:44: hat man schon.

01:14:45: Ja aber ganz oft hast du keine guten Gründe zu vertrauen und keine guten Grunde zu misstrauen.

01:14:49: Weil Misstrauen da ist kein grummeligen Bauch.

01:14:52: Da sagst du Arschloch will ich nichts mitzutun haben.

01:14:55: Thema vorbei!

01:14:56: Toll oder toller Typ will ich was mitzuttun haben?

01:14:59: Und wenn dir dem dann vertraust und der dich enttäuscht

01:15:02: Das ist ganz schlimm klar.

01:15:03: Aber erst mal nur die Entscheidung Was ist denn wenn du nicht genau weiß kann man vertrauen oder nicht?

01:15:08: Da bist du in dieser Zwischenposition Und diese Zwischenposition ist nervig, besonders wenn das eine wichtige Person werden könnte oder ein wichtiger Aktuer ist.

01:15:17: Weil in dieser Zwischen-Position ich kann nicht vertrauen und ich kann mich misstrauen und man will eigentlich eine Entscheidung treffen.

01:15:25: Man muss Informationen sammeln – es ist Ungewissheit!

01:15:28: So und in dieser Zwischenposition befinden sich glaube ich im Augenblick die meisten Menschen in unserer Gesellschaft.

01:15:34: was sich also geändert hat?

01:15:35: von Mehrheit Vertrauen in Mehrheit zwischen Positionen Misstrauen ist relativ unverändert.

01:15:43: Was sich verändert hat, ist von Vertrauen in die Zwischenposition und deswegen kann man aus der Analyse was ableiten.

01:15:50: kümmert euch nicht um die Mistrauschen, die sind genauso viele wie zur Kohlszeit.

01:15:56: Die kriegt man auch wahrscheinlich nicht, die gab es schon immer

01:15:59: usw.,

01:16:00: kümmt euch darum dass die Vertrauenden in die Demokratie nicht weniger werden.

01:16:08: Das heißt, die dazwischen sind die, die trotzdem noch wählen wie immer.

01:16:11: Obwohl sie glauben, die kriegen es auch nicht hin?

01:16:15: Ja würde ich schon sagen... Also denen

01:16:16: das dem Regierungsaufrag gar nicht mal so zu trauen.

01:16:18: aber... Noch gleich ist es so dass man sagen kann, die abdriften in Verschwörungsideologien und Populismus, also der Untertitel einer Anziehungskraft von Verschwörungsideologien oder Populismus da kannst du sagen praktisch komplett misstrauisch.

01:16:34: Die Gemeinsamkeit ist nicht, dass die rechts sind.

01:16:37: Da gibt es auch Linke und Mitte.

01:16:39: Aber was sie gemeinsam haben, ist das hier ein ausgeprägtes Misstrauen gegenüber Expertensystemen, Demokratie oder uns weiter.

01:16:49: Das ist nicht so, dass man die ganz aufgeben muss aber bei knappen Ressourcen sollte man dahin gehen wo es noch bessere Chancen gibt.

01:16:55: Und diese könnten aufhören zu wählen.

01:17:02: Vielleicht will ändern die ihre Wahlverhalten.

01:17:07: Das kann man jetzt nicht sagen, aber die driften nicht schnell ab.

01:17:11: Also das glaube ich schon.

01:17:12: Außer... Jetzt guckt ihr die USA über einen längeren Zeitraum an, dass was wir jetzt haben könnte man ungefähr so erkennen in den USA vor zwei, fünf, zwanzig bis dreißig Jahren.

01:17:25: Das heißt nur weil wir jetzt eine Situation haben wo das Misstrauen nicht wächst heißt nicht, dass wenn zu lange, zu viele in der Mitte dazwischen sind.

01:17:35: Dass nicht irgendwann die zum Misstrauenslager rübergehen.

01:17:40: und heute hat man den USA ein... Diese Misstraunsgemeinschaften sind riesig!

01:17:45: Dort?

01:17:46: Dort sind sie riesig.

01:17:47: bei uns sind die nicht riesig Quantitivität.

01:17:49: Die sind stark aber nicht riesige.

01:17:51: Und dort sind die riesig und die waren nicht riesigen.

01:17:54: Es hat sich wirklich was verändert in den USA.

01:17:56: und das heißt diese Beruhigung dass wir keine richtige Polarisierung haben.

01:18:00: und die Amis schon ist keine gute Beruhigung, denn sie hatten auch keine.

01:18:04: Die hatten vor zwanzig dreißig Jahren.

01:18:06: die Situationen, die wir heute haben.

01:18:08: Dass wir das Gefühl haben es ist polarisiert aber es ist nicht so polarisiert also nicht messbar so polariziert.

01:18:14: und dementsprechend würde ich sagen das was das entscheidende Thema isst die die noch auf dem Vertrauenslager sind halten von die die in dazwischen sind wieder gewinn.

01:18:26: da kann man etwas reißen die ausgestiegen sind, aus diesem Vertrauensgame.

01:18:32: Die kann man sich später kümmern.

01:18:33: Damit kann man ja schon mal was anfangen.

01:18:35: Wir würden die fertig werden mit unserem Gespräch.

01:18:38: Du bist mit dem Buch auch nicht fertig geworden?

01:18:40: Hast du das gesagt, dass du noch ein Jahr weiterschreiben könntest an der Nummer?

01:18:44: Du schreibst auch gerade wieder mehrere gleichzeitig wahrscheinlich.

01:18:47: Ich hab

01:18:48: immer mehrere gleichzeitig.

01:18:49: Weiß noch nicht welches als erstes fertig wird.

01:18:51: Also ist noch nichts angekündigt.

01:18:53: Nein!

01:18:53: Ja, dann laden wir dich spätestens wieder ein.

01:18:55: Wir haben eigentlich noch unsere Schäbigen Fragen aber die sind diesmal sehr persönlich und ich glaube, sie würden für eine ganze neue Folge reichen.

01:19:01: Ich hab's gesagt, die Schäbbigen Fragen sollen gehen.

01:19:04: Aber so vieles ist auch im Gespräch einfach... Da sind so Schäppige wie.

01:19:09: was hast du zuletzt gegugelt?

01:19:11: Was habe ich zuletzt gegoogelt?

01:19:13: Hast er heute schon gegobelt?

01:19:14: Heute glaub' ich nicht!

01:19:15: Aber heute hat ich keine Zeit dafür.

01:19:17: Wirst du dir wirklich wissen, also muss jetzt ja kein witziger Gag sein oder so.

01:19:26: Ich achte darauf als ich gesehen habe wie schlecht ich darin bin auf darauf genug Ballaststoffe zu essen und ich hab das letzte mal ge-googelt wo ich einfach wissen wollte wie viel Ballaststoffe das hat was ich zum Abendessen hatte.

01:19:41: Ja du hast dich auch verhindert ne?

01:19:43: Also wenn man jetzt

01:19:44: Ballast-Stoffe zu googen...

01:19:47: Man sieht es ja auch an, glaube ich das zu ernehren.

01:19:49: Ich

01:19:49: will wieder abzunehmen und so.

01:19:51: Deswegen versuche ich jetzt ein bisschen systematisch an die Sache zurückzugehen.

01:19:55: Das ist auch mal eine schöne Sache.

01:19:56: Mindestens zwanzig Sekunden lang was Nettes über Boomer?

01:20:00: Mir fällt gar nicht, dass sich jemals etwas Nicht-Nettes gesagt

01:20:03: hat.

01:20:03: Ich sag glaub' ich heute nichts darüber gekommen!

01:20:05: Nein wenn die Forderung ist Mensch, wenn jeder Zehnte einfach mal mit anpacken würde... ...ich glaube auch, dass jedes Mal wenn du das erzählst einer das macht oder ein paar mehr.

01:20:15: Also

01:20:15: du weißt gar nicht, wie viele Leute uns schreiben.

01:20:17: Uns Autoren.

01:20:18: Drio ich habe jetzt immer gesagt schreibt die anderen an.

01:20:20: Ich kann das nicht.

01:20:21: aber es gibt so viele im Vereinsgründung genau in diese Richtung Senior und jetzt schon so vereine gegründet haben um vorbereitet zu sein wenn die Politik endlich mal los legt.

01:20:30: Es gibt auch schon ältere Vereine die sowas machen Die gesagt haben Boah super es kommen voll viele leute zu uns.

01:20:37: Ich habe echt kein ... Meine Sorge ist nicht, dass zu wenig Resonanz darauf kommt.

01:20:42: Aber das Problem ist nicht ,dass die Boomer das verstehen müssen.

01:20:46: Sondern schnell mal vor, die wollen das machen und dann ist keiner da der es koordiniert und keiner da, der sie begleitet.

01:20:53: Das ist das Schlimme!

01:20:54: Also deswegen meinen Hauptthema sind ich nicht die Booma im Sinne von jetzt legt los sondern ich sage zum Beispiel allen Politikern egal ob Landespolitiker oder Kommunalpolitiker dass sie selber erstens das ansprechen sollen, bei jeder Rede.

01:21:10: Es hat gleich circa egal welcher Politiker ist dann immer die Boomer und die Mehrheit von denen zu hören.

01:21:14: kann man das also sagen?

01:21:15: Die erreichen viel mehr als ich wenn Sie das jedes Mal kurz sagen würden.

01:21:19: aber dass sich auch selber sich klarmachen, dass da, dass man richtig was koordinieren muss darum geht es mir nur.

01:21:26: Boomer selbst haben für das Land hier eine riesengroße Bedeutung negativ abbekommen.

01:21:35: In dem Buch schreiben wir, dass deren Biografie wurde als Problemberg beschrieben.

01:21:40: Als sie geboren wurden zu viele Geburten, als sie in die Kita und Grundschule kamen, wurden dann die Klassen auf vierzig erhöht, die Klassensstärke

01:21:51: usw.,

01:21:51: Sie waren einfach immer so viele!

01:21:53: Heute wohl kein Student sitzt da auf dem Boden.

01:21:55: Die Boomer haben praktisch keine Schule gehabt.

01:21:59: Also alle saßen auf dem Boden, auf der Treppe und so weiter.

01:22:02: Daher kommt ja diese Idee, dass man auf die Tauftreppen sitzt.

01:22:04: Das war schon zu meiner Unizeit kaum so.

01:22:09: Also da war Raumplanung schlecht gemacht aber die Boomer waren immer... Der hat für die alles zu wenig Und es war wirklich für die immer zu wenig.

01:22:17: Und nochmal ein Running Gag auch zum Ruhrgebiet.

01:22:19: Ich selbst bin ja im Kreisrichtlinghausen aufgewachsen zu ganz Deutschland, aber soll es zeigen.

01:22:26: Ich bin ab ca.

01:22:26: seventy-eight geboren, also genau zehn Jahre später und ich meine Generationen, also die so zwischen seventy-two und eighty-two geboren sind oder bei seventy-seven bis eighty-five hatten die besten Rahmenbedingungen in Kindheit und Jugend.

01:22:42: Warum?

01:22:43: Wir waren schon weniger als die Boomer Und die Booma für die hat man alles aufgebaut Aber es kam zehn Jahre zu spät.

01:22:49: das war ja früher auch schon so wenn man merkt ein Problem scheiße Und dann hat man angefangen und es war erst zehn Jahre später fertig.

01:22:56: Das heißt, wir waren überversorgt!

01:22:58: Das hat dazu geführt dass ich so viel gemacht habe.

01:23:01: Ich kann so viele Sportarten weil ich die auch richtig im Verein gelernt hab.

01:23:05: Ich kann Musikinstrumente spielen.

01:23:08: Wir haben uns geritten in welchem Proberaum wir proben?

01:23:12: Und zwar jeden Tag Weil's zu viele Proberäume gab.

01:23:15: Die waren alle nicht ausgelastet.

01:23:17: Wir konnten Musikinstrumente bevor wir eigene haben uns ausleihen von den Jugendzentren.

01:23:23: Es war einfach von allem zu viel da und ich rede jetzt auch nicht nur von Musik und Sport, von allem war soviel da, wir waren überversorgt und dann wurde abgebaut und jetzt ist Unterversorgung man zu streng abgebaut hat.

01:23:36: das heißt die einzige Generationen aus meiner Sicht die über versorgt war es ist meinem Und die Boomer waren unterversorgt völlig unterversorgt.

01:23:46: Man hat das Problem zu spät erkannt hat dann aufgebaut.

01:23:49: Wir haben dann davon profitiert und das ist immer so.

01:23:54: Die Boomer haben hier sehr viel geleistet in unserer Gesellschaft, haben selber schwierige Rahmenbedingungen gehabt, hatten andauernd.

01:24:00: also die schlimmste Jugendarbeitslosigkeit war in deren Zeit.

01:24:05: Die Schwierigkeiten, dass man nach dem Studium einen guten Job bekommt, hatten sie

01:24:09: usw.,

01:24:09: also eine Ausbildungsplatz zu bekommen bei so großen Generationen, die haben wir alle miteinander konkurriert.

01:24:15: Also es gibt wirklich schwere, die hatten wirklich schwierige Herausforderungen.

01:24:19: Aber eine Sache war komplett bei ihnen besser als bei heutigen Kindern und Jugendlichen.

01:24:25: Die Boomer haben erlebt, dass sich Dinge verbessern – die Wirtschaft hat sich verbessert, die Lebenserwartung hat sich bessert, Gesundheit hat sie verbessert.

01:24:34: Es gab dann sogar Wiedervereinigungen und so.

01:24:36: Und dann sagen die immer ja, es gab auch Tschernobyl und Kalten Krieg.

01:24:38: Nee aber der Mut, die Art und Weise wie der Lifestyle war Es wird besser.

01:24:45: Es gibt Probleme, aber es wird

01:24:47: besser.".

01:24:47: Und dann auch noch wurde ja Karlter Krieg und Chernobyl

01:24:51: usw.,

01:24:52: das sind ja alles Erfahrungen gewesen, haben wir einen Griff bekommen?

01:24:55: Das wird bessern!

01:24:56: Das heißt man wächst auf mit, es läuft scheiße, aber ist wird besser.

01:25:00: So können Kinder voll gut aufwachsen.

01:25:03: Heute wachsen Kinder auf, es ist Scheiße und es wird schlimmer.

01:25:07: Schlimmer ist es erst in der Zukunft.

01:25:09: Das heißt mein Leben ist geprägt von heute ist scheiße und mein ganzes Leben wird schlimme.

01:25:14: Und so aufzuwachsen, nochmal als Hinweis zum Anfang zu seelischer Gesundheit.

01:25:20: Zum Wohlbefinden.

01:25:21: Wenn man aufwächst mit heute ist schon nicht gut und es wird noch schlimmer.

01:25:25: das ist einfach anders.

01:25:26: Das heißt von den Rahmenbedingungen materiell hatten die Boomer schlechter Von dem Rahmenbedienung immateriell hatten sie eigentlich gute Situation.

01:25:39: So könnte man über jede Generation sprechen tolle Generation oder eine scheißgeneration, sondern alle haben ihre eigenen Herausforderungen und deswegen würden wir genauso viele positive wie negative Dinger bei jeder Generation einfallen.

01:25:54: Das waren jetzt aber auch lange

01:25:55: Antworten.

01:25:56: Ja, in zwanzig Sekunden war Booma gut dabei!

01:25:59: Wir könnten ewig weiterreden.

01:26:00: Ich bin dir sehr dankbar für deinen Besuch hier im Lensing-Media-Pod gewesen bist.

01:26:05: Kommt gerne wieder, also spätestens wenn hier die Bossebrauereien nebenan braut dann werden wir dich wahrscheinlich sowieso häufiger in der Nähe haben.

01:26:13: Genau vielen lieben da Garnadin!

01:26:15: Bis bald!

01:26:17: Dankeschön!

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