Ruth-Anne Damm, warum müssen wir uns erinnern?
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00:00:00: Dieser Podcast ist an Ohrnachrichten Original produziert im Lensing-Media-Port in Dortmund.
00:00:17: verfolgten Menschen systematisch unmöglich gemacht haben.
00:00:21: Also ich zählt mir total schwer das auszusprechen, weil ich mich so schäme.
00:00:25: Beziehungsweise, dass ich nicht aussprechen möchte, warum ich das gesagt habe kriege ich nicht mehr zusammen.
00:00:30: Toll, dass ihr euch für die Hafen war entschieden habt!
00:00:32: Das ist die beste Entscheidung, die man treffen kann.
00:00:34: Das war ein Ansturm mit dem sehr wenig Leute gerechnet haben.
00:00:38: den gibt es seit Ende März diesen Jahres und zwar einen Ansturm auf das US-Nationalarchiv.
00:00:44: Seit Ende Archiv nachforschen.
00:00:49: Wer denn bitte schön Mitglied der NSDRP?
00:00:51: Das war mehr als zehn Prozent der deutschen Bevölkerung noch zum Ende des Zweiten Weltkrieges, acht Komma fünf Millionen waren Mitglied.
00:00:58: Achtzig Millionen ungefähr war die Bevölkerungsgröße und viele Leute haben offenbar die Frage, war meine Opa eine Ur-Oma Nazi oder nicht?
00:01:09: War da was und was war denn da?
00:01:11: Auf die Frage können heute Leute nicht unbedingt immer eine plausible Antwort geben, wenn es um diese Geschichte geht.
00:01:16: Und deswegen ist die Arbeit, die unser heutiger Gast macht so wahnsinnig wichtig.
00:01:20: Ruhl Anne Damm nämlich vertritt das Projekt.
00:01:22: zwei Zeugen viele Zeitzeugen sind mittlerweile gestorben sind nicht mehr da und es geht darum Erinnerung zu bewahren dass man nicht nur in die NSDAP-Mitgliedskartei gucken muss sondern auch eben sehen kann Was ist denn tatsächlich Menschen Im deutschen Namen passiert.
00:01:39: Ruth Annendam ist bei uns.
00:01:40: Das ist sehr schön, dass du heute bei uns bist und wir wollen dir zuerst vortragen was zu deinen Gunsten vorliegt wie es hier eine gute Sitte ist.
00:01:50: Ich
00:01:50: bin gespannt.
00:01:51: Genau!
00:01:51: Was zur Ruth Annedams Gunsten verlegt?
00:01:55: Zichttausend junge Menschen haben durch das Projekt zwei Zeugen erfahren welche Verbrechen in deutschem Namen systematisch begangen wurden.
00:02:02: Ihre freundliche und heitere Ausstrahlung macht dabei klar, dass einen auch dieses schlimme Thema nicht verbittern muss.
00:02:24: In Lensing Media Port in Dortmund begrüßen sie Nicoletta Knust und Jörg Thaddeus.
00:02:36: Heute zu Gast, Ruth Anne Damm
00:02:42: Was zu ihren Ungunsten vorliegt.
00:02:43: Alles andere als das richtige Thema, wenn man mit Freunden einen bunten Abend verbringen möchte dieser Holocaust.
00:02:48: Ruth Anna hätte in Jahrzehnten auch einfach in New York bleiben und weiter für ein cooles Stadtmagazin schreiben können wie sie es schon gemacht hat.
00:02:54: Stattdessen kehrte sie ihn die Heimat zurück um sich jedem büstersten Thema anzunehmen was Deutschland anzubieten hat.
00:03:00: warum nur ist die Frage die damit Ruth Anna natürlich im Raum steht muss man schon sagen tatsächlich dieses dieses Thema das Thema Holocaust, das Thema Verbrechen der Nazis systematischer Massenmord.
00:03:13: Das ist dir schon als junge Frau so begegnet, dass es dich nicht losgelassen hat?
00:03:21: Ich erinnere mich, wenn ich das erste Mal gehört habe vom Holocaust und wirklich erschüttert war.
00:03:26: und da war ich acht Jahre alt.
00:03:27: Da war ich in der zweiten Klasse und da hat meine Mutter mich aufgeklärt.
00:03:31: Es gab eine Situation, da bin ich von der Schule nach Hause gekommen Rundschule, zweite Klasse.
00:03:37: Ich klingel an der Tür und meine Mutter hat über die Freisprecheinrichtung quasi gefragt – Hallo?
00:03:42: Wer ist da?
00:03:42: Und dann habe ich statt meinem Namen tatsächlich Heil-Hädler gesagt!
00:03:47: Also es fällt mir total schwer das auszusprechen, weil ich mich so schäme.
00:03:51: Beziehungsweise, dass ich nicht aussprechen möchte, warum ich das gesagt habe, kriege ich nicht mehr zusammen.
00:03:56: Aber es war etwas in der Schuhe gewesen auf dem Schulweg….
00:04:02: wer
00:04:03: weiß?!
00:04:04: Auf jeden Fall hab ich das gesagt und es war das einzige Mal, dass ich erinnere, dass meine Mutter nicht einfach aufgedrückt hat.
00:04:09: Meine Mutter kam runter und wir haben lange an unserem Estimatisch gesessen und da habe meine Mutter mich aufgeklärt.
00:04:16: Und da war ich acht.
00:04:17: also ich rede oft auch mit Menschen darüber.
00:04:19: wann ist so der richtige Zeitpunkt um darüber zu sprechen?
00:04:22: in unserem Moment gab's definitiv einen Anlass und meine Mutter hat das Thema nicht gescheult und ist mir da auf absoluter Augenhöhe begegnet.
00:04:31: sie hat das nicht verurteilt.
00:04:32: sie hat verstanden dass ich wahrscheinlich nicht weiß, was ich da sage.
00:04:35: Was definitiv der Fall war und ich glaube das das so ein Nachhinein für mich total prägend war und ab dem Zeitpunkt vielleicht nicht direkt unmittelbar aber in all den Jahren danach habe ich immer ein besonderes Interesse an dem Thema gehabt also an dem Holocaust der Shoah Den Nationalsozialismus.
00:04:56: Ich wollte verstehen wie sowas möglich ist Auch im Rahmen eines Vorlesewettbewerbs.
00:05:03: Das liest man sofort?
00:05:05: Ja!
00:05:05: Es ist so witzig, wenn diese alten Geschichten rauskommen... Da war ich in der Sechstenklasse und habe an einem Vorlese-Wettbewerk in der Schule hier in Dortmund teilgenommen.
00:05:15: Und da durften wir alle unser Buch wählen.
00:05:18: Im Nachhinein finde ich das natürlich auch interessant.
00:05:20: Warum war ich dann in der sechsten Klasse?
00:05:22: Da war ja dann elf.
00:05:24: Habe ich das Tagebuch der Anne Frank gewählt.
00:05:27: Zum Nachhinein ist es manchmal schwer zu sagen, was genau war der Moment, der mich wohin bewogen hat.
00:05:33: Aber dass ich das gewählt habe und aus diesem Buch vorgelesen habe, das sei schon für mich wie früh ein ausgeprägtes Interesse war.
00:05:44: Für mich interessant daran ist, dass du daran festgehalten hast weil ich verlege mir heute... Ich interessiere mich auch sehr lange für dieses Thema und ich lese da auch permanent dazu.
00:05:53: nur Mitunter lese ich dann auch Sachen, wo ich genau weiß.
00:05:57: Das werde ich niemandem erzählen.
00:05:58: Weil das so schrecklich ist was ich jetzt gerade gelesen habe Schilderungen aus Konzentrationslager und Schildernung von sadistischen Sachen die SS-Leute gemacht haben, SA-Leuten hier auf der Straße Menschen zusammengeschlagen haben, umgebracht haben teilweise auch einfach.
00:06:16: So gab es nicht den Impuls oder hast du den Impul zwischendurch gespürt zu sagen Jetzt packe ich's mal weg geht?
00:06:21: Das alles so dunkel, das ist so düster.
00:06:24: Also in diesen Zeitpunkten habe ich nicht gedacht, dass das irgendwann mal etwas ist, wofür ich mich außerordentlich viel engagiere.
00:06:31: Oder jetzt ist es ja sogar mittlerweile mein Beruf!
00:06:33: Ich hab neun Jahre lang im Ehrenamt zwei Zäugen mit Freundinnen aufgebaut und seit dem Jahrhundert bin ich hauptamtlich Geschäftsführerin.
00:06:41: Das hat sich so entwickelt – das war nicht ursprünglich der Plan.
00:06:44: Es war aber einfach ein Thema, das mich interessiert hat und was mich auch einfach innerlich so erschüttert hat.
00:06:51: also... Je tiefer man eintaucht und je mehr man erfährt, desto schwerer wird das zu halten.
00:06:58: Da könnte man sagen ich höre jetzt auf und für mich war es aber eher das Gegenteil dass ich gedacht habe Das kann auch nicht wahr sein.
00:07:08: Und wenn wir heute über nie wieder sprechen dann ist das etwas was sich wirklich tief in mir fühle Dass das einfach nie wieder passieren darf.
00:07:17: und je tiefer mein eintaucht Und auch Zeitzeugen-Berichte liest oder mittlerweile habe ich ja wirklich sehr viele Zeitzeuginnen und Zeitzeuging getroffen.
00:07:26: Na zu alle haben gesagt, wir konnten uns das damals gar nicht vorstellen, dass das so schlimm wird.
00:07:31: So...auch mit ... und er macht Übernahme der NSDAP war es immer noch nicht vorstellbar, dass dieses Menschheitsverbrechen stattfinden würde.
00:07:45: Für mich ist es einfach die allergrößte Mahnung.
00:07:47: Also jetzt auch in heutigen Situationen, wo wir möglicherweise die aktuelle gesellschaftliche Situation runtersprechen und denken nach wird ja schon alles nicht so schlimm?
00:07:57: Weiß ich nicht, nee!
00:07:58: Ja.
00:07:58: aber das ist genau die Frage weil was ich stören finde, was andere Leute die Geschichte ernst dem stören finden.
00:08:09: Strich drunter ist der simple Vergleich.
00:08:11: Weil mein wegen, wenn das hat Markus Süder letztens noch gemacht, hat er wieder gesagt wir haben Weimarer Verhältnisse.
00:08:16: Das ist absoluter Unsinn weil die weimarer verhältnisse bedeuten da sind zu dem Zeitpunkt zwölf Millionen kriegsviteranen durch deutschland gelaufen.
00:08:24: Da sind Leute die haben eine armut erlebt die wir heute nicht kennen gebildete Menschen.
00:08:29: man hat leute an universitäten zum großen bildungsabschuss verholfen Die haben aber keine anstellung bekommen.
00:08:34: und dann kommt eine gruppe wie die nsdrp die natürlich auch Dynamik ausgestrahlt hat, wo nicht mehr die G-Rock-Heinis mit den Zylindern usw.
00:08:44: Sondern plötzlich kam da so eine Gruppe und die waren alle irgendwie jung oder hot und rebellisch.
00:08:50: Das war ne Anziehungskraft, das ist ja heute nicht der Fall!
00:08:52: Also man kann ja nicht sagen, da tut man den AfD Leuten sogar viel zu viele Ehre an... Oder man nivelliert das andere.
00:08:59: wenn du solche Vergleiche hörst was machst du dann?
00:09:01: Sagst du dann Freundes es mein Job deswegen
00:09:03: nein?!
00:09:06: Ich sag schon, dass der Holocaust an sich absolut singular ist.
00:09:09: Also dieses Verbrechen ist einzigartig und ich hoffe das es für immer bleibt, also dass das nie wieder passiert.
00:09:17: aber deswegen sind die Vergleiche durchaus kritisch.
00:09:22: Aber was können wir denn mit dem Blick in die Vergangenheit?
00:09:25: Viele fragen mich auch, warum beschäftigst du dich so viel mit der Vergangen- heit?
00:09:28: Naja weil sie eben mein hier und jetzt unser Hier und Jetzt formt weil sie für mich die Navigation für die Zukunft ist.
00:09:34: Ich bin einfach überzeugt, dass wir aus der Vergangenheit so unendlich viel lernen können und das es uns so viel alarmierter auch macht.
00:09:46: Und ich habe letztens eine Rede gehört von Harpe Kerkeling als er am Befreiungstag am zwölften April in Buchenwald gesprochen hat.
00:09:54: Der hat etwas gesagt – und das halt in meinem Ohr so nach – der sagte, Einstige, was uns schützt nicht selber zum Täter zu werden.
00:10:03: Und ich merke so dass im jeden Fall für mich... Ich mach das jetzt echt im sechzehnten Jahr, dass ich mich so intensiv mit dem Holocaust und den Menschen in persönlichen Schicksalen beschäftige und es ist so schmerzhaft und also wirklich macht mich so bewöten, es macht mich traurig.
00:10:19: Es ist all das!
00:10:21: Und zugleich ist es für mich aber auch eben mein Motor der Definiti-Zum-Eine-Wahl Entscheidung tangiert und mit dem ich merke, dass wir als Gruppe, wir als Verein, als der wir tätig sind unglaublich viel bewirken können.
00:10:40: Und das ist schon einfach die Brücke finde ich den man da schlagen kann es zu versuchen zu verstehen und auch zu verstehen wozu der Mensch tatsächlich ja möglich ist.
00:10:52: Fünfzehn Jahre hast du das jetzt schon gemacht.
00:10:54: Zwei Tausend Elf Januar glaube ich, habt ihr gegründet?
00:10:57: Du mit einer Freundin oder wie war das denn?
00:10:59: Ich bin gar nicht die Frau der ersten Stunde.
00:11:03: Ich bin vielleicht so die des Ersten Funks aber angefangen haben dass Sarah Hütten während und meine Schwiegerin Anna Damm also da ist der gleiche Nachname zwar damals die Freunde meines Bruders und ich war in besagten New York und ich bekam das aus der Ferne mit Und die beiden haben die Ursprungsidee gehabt.
00:11:19: Also da gab es einen Bericht im ZDF und er handelte über die Situation von Holocaust-Überlebenden, damals bei Jahrzehnten lebten in Israel noch rund zwei Hundert Tausend.
00:11:30: Es kam dabei raus dass mehr als ein Drittel davon unterhalb der Amurstkänze leben.
00:11:34: Heute sind es weniger weil wir einfach sechzehn Jahre weiter sind.
00:11:39: das Erhältnis ist aber schon dasselbe.
00:11:41: Und was diese erschrocken hat, das bekam ich halt mit.
00:11:45: In diesem Dialog kam ich quasi rein und das hat mich so festgesogen war dieser Erkenntnis wie wenig wir eigentlich über die Situation von Holocaust-Überlebenden nach dem achten Mai-Main-Mann-Nurzehnhundertfünfundvierzig wissen.
00:11:58: Meine schulische Laufbahn – und ich war ja interessiert!
00:12:01: Ich habe auch viel gelesen und ich glaube gerade bei dem Thema gut zugehört singe in der Regel Eher so, thirty-nein, dreißig an.
00:12:12: Vielleicht hab' man noch über drei in dreißzig gesprochen Aber definitiv Ende Tis bei uns am acht Mai, neun, hundert, fünf vierzig.
00:12:18: Und die Frage So kann man das eigentlich überleben und wie kann man dass überleben?
00:12:23: Kann es einen danach geben?
00:12:24: und was war vor allen Dingen auch mit Antisemitismus nach Neunzehnhundertfünfvierzig?
00:12:29: Das war überhaupt nicht Teil unserer schulischen Beschäftigung und ich glaube das hat mich da so reingesogen das als ich dann nach meinem Auslandssemester Was ist wahr Wie der Zurück in Deutschland war für mich völlig klar war, ey hier mach ich mit.
00:12:44: Und das war dann der Beginn einer wirklich tiefen Reise und es haben sich dann in den folgenden Wochen- und Monaten- und Jahren immer mehr Menschen angeschlossen.
00:12:58: Wir waren eine ganze Weile dann drei, fünf... Dann waren wir ne ganze Wele die wilde dreizehn und jetzt haben wir konstant seit mehreren Jahren über hundert konstant engagierte, ehrenamtliche Menschen bei uns im Verein und sind aber auch mittlerweile ein soziales Unternehmen könnte man sagen mit achtundzwanzig Angestellten.
00:13:17: Aus Essen heraus macht ihr das oder?
00:13:19: Nein wir arbeiten bundesweit.
00:13:21: Wir haben jetzt ganz neu beruhreimelt tatsächlich in Essen Aber dass ist tatsächlich neu.
00:13:28: Wir haben bisher immer Dezentral gearbeitet weil wir sind da wo unsere Workshops stattfinden.
00:13:35: Wir arbeiten mit Kindern und Jugendlichen ab dem zehnten Lebensjahr.
00:13:37: Wir gehen in den Schulen, wir arbeiten auch viel im Fußball hier in Dortmund... Wie viele Workshops macht ihr denn im Jahr?
00:13:43: Da kann man das sagen!
00:13:44: Ja letztes Jahr waren es knapp vierhundertsechzig Workshobs.
00:13:49: Dieses Jahr werden wir das definitiv März verdoppeln weil wir gerade auf der Zeichel Zollverein eine große Ausstellung mit begleitend öffnen.
00:13:56: die Holovoices, die mit hologrammen von überlebenden arbeitet Erzeugt noch mal eine Vielzahl weiterer Workshops.
00:14:03: Aber wir sind mittlerweile wirklich täglich, kann man sagen an einer Schule oder einem weiteren Außerschulchen-Learnort in Deutschland tätig und machen junge Menschen zu Zweizäugenden.
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00:14:38: Ich füllte eine Lücke, die haben Leute lange Zeit als die tatsächlich Überlebenden des Holocaust-Älter und älter wurden.
00:14:47: Da begann die Diskussion was machen wir denn wenn alle nicht mehr da sind?
00:14:51: Weil völlig klar war immer wenn gerade junge Leute über Lebende getroffen haben das heißt er saß dann jemanden vorne ein ältera Mensch in der Schulklasse waren die total mitgerissen.
00:15:03: Wir haben das so mitgefühlt.
00:15:06: Und zwar klar, das geht natürlich nicht ewig weiter und in diese Lücke kommt, stoßt ihr jetzt genau rein?
00:15:14: Wie funktioniert das?
00:15:14: Du hast ja schon gesagt die Hollow Voices in Essen gibt es da auf der Zigitz-Holfe ein.
00:15:21: Da kann ich die Zeitzeugen gewissermaßen digitalisiert erleben
00:15:26: Genau.
00:15:28: Tatsächlich wird das ja auch total ungesetzbar der TU Dortmund, der Technischen Universität Dortmund die auch neue Hologramme gerade erstellt und Projektträger auf Zeichelswahlverein ist.
00:15:38: Angerichts hatte das Innenabrandesministerium für Kultur- und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
00:15:43: Das ist total stark.
00:15:45: man kommt quasi in diese Ausstellung.
00:15:47: Man hat eine Ausstellung zu den Geschichten von Inge Auerbacher und Kurz Salomon Meyer.
00:15:51: Das sind bisher die beiden Geschichten dort dargestellt sind und dann gibt es ein Hologrammraum.
00:15:59: Und da kann ich quasi mit deren Holograhmen sprechen, dem Fragen stellen.
00:16:03: Die KI, die hier im Einsatz ist, matcht quasi die Frage, die gestellt wird mit den Fragen, die auch Inge- und Kurt im Originalinterview gestellt wurden.
00:16:14: Beide haben über neunhundert Fragen beantwortet und abgespielt wird tatsächlich nur der Originalantwort.
00:16:21: Weil das ist dir wichtig, du hast es in anderen Gesprächen auch schon gesagt.
00:16:23: Man könnte jetzt glauben ja und da sitzen die dabei bei zwei Zeugen V zusammen und fudeln sich so die Antworten zurecht wie sie's gerne hätten.
00:16:32: Das geschieht genau nicht!
00:16:33: Nein also das war uns auch so wichtig als wir angefangen haben.
00:16:36: Wir haben die ersten zehn Interviews mit Überlebenden in Israel geführt.
00:16:40: Wir sind bis heute vierzig Interviews geführt.
00:16:43: damit davon sind sieben dreißig Holocaust-Überlebende und drei Nachfahren.
00:16:50: In dem Moment, wo ich quasi diese Geschichten als Reizungen weitergebe, habe ich eine unglaubliche Verantwortung.
00:16:57: Denn ich könnte ja auch aufstehen morgens und ein bisschen müde sein und einfach mal ein paar Details durcheinander bringen oder irgendwie was vergessen.
00:17:05: Das wäre menschlich.
00:17:07: uns so gleich müssen wir uns schon vor Augen führen.
00:17:09: Wir geben Geschichte auch anhand von persönlichen Lebensgeschichten weiter und wir kontextualisieren das.
00:17:19: Rolf Abrahamsohn, jemand der mir sehr nah war von den Novemberprogrammen spricht.
00:17:25: Dann erklären wir schon was waren denn die Novemberprogramme im Jahr?
00:17:30: und das ist wichtig.
00:17:31: und gerade da wo wir finde ich eine große Verantwortung tragen dass wir erinnern.
00:17:36: und wie wir erinnern müssen wir natürlich auch gucken dass das historisch korrekt ist.
00:17:41: und deswegen ist mit dem neuen Einbezug der Hologramme für uns recht neu seit Anfang dieses Jahres Wahnsinnig wichtig, dass wir da weiterhin alles dran setzen.
00:17:53: Dass es nicht zu einer hallucinierenden generativen KI kommt aber das hier und das ist eben nicht die KI uns tatsächlich hilft, dass Folgendes stattfinden kann.
00:18:05: ich kann da als Mensch mich reinsetzen und ich habe eine Frage und ich kann sie stellen Und ich hab eventuell noch eine weitere Frage Der Fahrt von Inge Auerbacher in die USA nach der Befreiung in Theresien statt, wenn ich möchte dazu mehr erfahren.
00:18:23: Dann stelle ich genau das und ein anderer Mensch sitzt da vielleicht und möchte aber tatsächlich eher was über ihr Hobby als Kind oder ihre Puppe Malene hören.
00:18:32: ja so.
00:18:33: Und das finde ich ist das Schöne dass was ich jetzt Privileg habe ist dass sich so viele Überlebende haben betreffen und befragen dürfen.
00:18:39: und dieses Privilegt das haben viele Menschen gar nicht oder werden es auch nie haben können aufgrund der Zeit, die uns da diese Möglichkeiten nicht mehr bietet.
00:18:49: und da können moderne neue Zugänger eine Brücke schlagen.
00:18:54: Gleich fällt es in den Zeitzeugen sich dir zu öffnen.
00:18:57: also hast du da immer ähnliche Erfahrungen gemacht?
00:19:00: Wie begegnet man deinem Projekt Unterschiedlich.
00:19:03: Also ganz am Anfang mussten wir natürlich viel Überzeugungsarbeit auch leisten, dann irgendwann hatten wir uns auch irgendwie einen stückweiten Namen gemacht und haben auch überlebende oder familienangehörige die uns dann gefragt haben ob sie uns vorstellen könnten die Geschichte aufzunehmen?
00:19:17: Weil Sie erkannt haben dass wir diese Geschichten eben nicht nur konservieren wie archivieren sie nicht nur und schießen sie weg sondern wir geben sie aktiv weiter.
00:19:25: das ist unsere Mission.
00:19:26: Wir haben sogar vor ein paar Jahren so einen interview stopp für uns eingelegt Nicht weil wir nicht noch weiter sprechen wollten, sondern weil wir gesagt haben unsere Mission wofür wir einstehen ist junge Menschen zu Zweizögernen zu machen und sie zu ermutigen, zu erinnern gegen Antisemitismus, gegen Diskriminierung einzutreten.
00:19:47: Und dafür haben wir so viele und persönliche Geschichten dass wir das machen können.
00:19:53: und es gibt ganz tolle Projekte die weiter Interviews führen unterschätzen wir auch total.
00:19:59: Aber für uns ist die Arbeit, das quasi auf die Straße zu bringen.
00:20:03: Zu vermitteln und damit die Brücke ins Union jetzt zu stagen.
00:20:06: Das ist für uns das Allerwichtigste.
00:20:08: Wie läuft so ein Workshop dann ab?
00:20:09: Also gehst du in Schulen, das machst du wahrscheinlich alleine also ihr seid im Team, könnte ich mir vorstellen oder... Das ist es bittereig macht das kaum noch!
00:20:16: Und ich vermisse das total.
00:20:17: und ab und zu jetzt am Mittwoch gebe ich wieder einen Workshop und ich freue mich wirklich Die bohren uns, also wir arbeiten einmal mit Schulen und ich sagte ja auch nicht schulischen Orten hier in Dortmund zum Beispiel sehr viel mit dem BVB Lernzentrum auch.
00:20:35: Also gehen auch in Sport.
00:20:37: Wir wählen auch Lehrkräfte aus und Pädagoginnen mit unserem Konzept ganz vielfältig.
00:20:43: die kommen auf uns zu und fragen uns an Und dann haben wir ein großes Team mittlerweile tatsächlich zu den Schulen fahren, das ist eine Klasse vor.
00:20:53: Genau dann hat man eine Kasse und man hat mindestens ein Workshop von drei Stunden.
00:20:57: in der Regel machen wir aber auch Projekttage von sechs Stunden oder auch AGs oder mehrtägige Programme also von bis.
00:21:05: Aber genau da hat man einfach intensive Zeit mit einer Klasse ab zehn Jahren Ab zehn Jahre.
00:21:11: bis habt ihr ne Grenze?
00:21:12: Nein Okay, und was wissen die von euch?
00:21:15: Ich könnte mir jetzt vorstellen, wenn ich da hinkomme.
00:21:17: Die kennen mich nicht.
00:21:18: Es ist Radau, müssen wir erst mal hinsetzen.
00:21:20: Habt ihr Bock drauf, wenn du es sagen darf oder sind sie... Also wie geht's dann?
00:21:24: Ist das immer gleich?
00:21:25: Erlebst du da oft dasselbe?
00:21:26: Das ist nie alles gleich.
00:21:28: aber was wir schon erleben ist so das, was ganz normal in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist.
00:21:36: Also am Anfang eine Unruhe, manchmal sogar auch ne Ablehnung.
00:21:40: Warum muss ich mich jetzt mal mit diesem Thema auseinandersetzen?
00:21:42: Manchmal aber auch ein besonders großes Interesse.
00:21:45: Endlich kommt mal jemand und erzählt mir davon also von DISS.
00:21:49: Und wir starten halt einfach auch erstmal mit einer Situation wo wir herausfinden wie viel wisst ihr überhaupt?
00:21:55: welche Fragen bringt ihr mit?
00:21:56: Wir haben uns vom Anne Frankzentrum eine tolle Methode abgeschaut die wir einsetzen, die heißt ein ganz normaler Tag.
00:22:04: Da sammeln wir erst mal mit den Kindern wie sieht bei dir eigentlich normaler tag aus?
00:22:07: und dann geht es los ja ich steh auf und nicht frühstück.
00:22:10: ich fahre in die schule.
00:22:11: Dann sagen wir immer was Frühstückst du denn?
00:22:13: Ja Brot mit Nutella und Zucuk und Müsli und hat man nicht gesehen.
00:22:17: und in die Schule?
00:22:18: das wollen wir mal ganz genau wissen kommst du dahin?
00:22:21: Ja mit dem Auto werde ich gebracht oder mit dem Fahrrad mit dem Bus.
00:22:25: also unterschreiben wir alles auf wirklich im Detail und denken sich mein Gott was will jeder da alles wissen?
00:22:32: Das Schöne ist aber, dass an dieser Stelle jeder und jede mitmachen kann.
00:22:36: Wir erfahren ob die gerne Playstation spielen, ob die gern am Handy tatteln, ob sie gerne Fußball spielen oder einen anderen Sport haben.
00:22:42: Und dann führen wir die anti-Jüdischen Gesetze ein.
00:22:45: Und das sind die Gesetzen, die zwischendurch in hundertdreien dreißig bis neunzehnt zweieinvierzig das Leben von als jüdisch verfolgen Menschen systematisch wirklich unmöglich gemacht haben.
00:22:57: Ja ja und wir reden also vom Gesetzen den Ausschluss aus dem Sportverein innehatten, die die Schule nicht mehr ermöglicht haben.
00:23:06: Die nicht mehr erlaubt haben mit dem Bus zu fahren.
00:23:09: Die irgendwann alle Weizenprodukte ausgeschlossen haben und jegliche Schokolade.
00:23:14: das heißt auf diesen Tafelbild kommen die Schülerinnen oder Kinder nach vorne und streichen all das weg was für sie normal ist genau Und was hier passiert, also wir bedienen uns einem didattischen Konzept.
00:23:28: Das heißt Herz, Kopf und Hand?
00:23:31: Und das ist für uns total zutreffend weil wir mit dem Herzen quasi die Geschichten von Überlehnen weiter tragen.
00:23:39: eine Geschichte ganz persönlich.
00:23:41: wenn ich nämlich dann die Geschichte von Rolf erzähle und erzähle was es mit ihm gemacht hat als er nicht mehr in die Schule durfte oder als er nichts mehr Fußball spielen durfte ja das ist total intensiv für jeden.
00:23:55: Und Kopf ist aber, dass die Kinder lernen.
00:23:57: Es gab über zweitausend Gesetze, die erlassen wurden.
00:24:01: Man hat nicht mit neuzartreihen dreißig die Menschen sofort nach Ausschutz deportiert.
00:24:06: Da waren Jahre dazwischen und da hat ganz viel stattgefunden.
00:24:08: Das ist das was ich meine.
00:24:09: mit hier geben wir auch wirklich geschichtliches Wissen weiter.
00:24:13: Was ich mich dabei frage, weil das ist natürlich alles eine farbelhafte Sache.
00:24:18: Das geht eigentlich besser.
00:24:20: nicht nur die Leute, die darf ausgerechnet sind und ich muss ehrlicherweise sagen... So sehr ich mich darüber freue, deutscher sein zu dürfen oder mich das ja von Geburt an privilegiert hat weil ich in Frieden aufgewachsen bin.
00:24:32: So sehr bewahre ich aber eine gehörige Distanz zu meinem Heimatland weil wenn man Geschichte sich so anguckt wie Deutschen sich die gerne angeguckt haben dann sind davon irgendwo her Nazis gekommen und haben zweitausend Gesetze erlassen wie du gerade gesagt hast.
00:24:49: tatsächlich ist es aber so dass jüdische Wertgegenstände wurden sind, sind in Hamburg versteigert worden und vierhunderttausend Leute haben an diesem Versteigerung teilgenommen.
00:25:00: Größtenteils Frauen weil die Männer waren ja zum andere Leute umbringen woanders in Europa unterwegs.
00:25:06: Die Deportationen haben alle bei Tageslicht stattgefunden.
00:25:09: es gibt fürchterliche Fotos wo man sieht hinten raucht einer eine steht aber kong und sieht die leute uns zusammengetrieben worden sind.
00:25:16: ich habe meine ich erinnere mich als die Serie Holocaust kam und ich meiner Oma gesagt hab Und dann überracht sie ihn Tränenausfall.
00:25:22: Sie gesehen hat, wie ihre Nachbarn an den Haaren durch die Straßung gezogen worden sind.
00:25:26: und das ist doch der Unangenehme.
00:25:28: teilweise wenn du erzählst dass den jungen Leuten in der Schule und dann müssten dir fragen was war denn mit Ur-Oma?
00:25:35: oder was waren wir mit unseren Verwandten?
00:25:37: Ja, die Fragen kommen auch.
00:25:39: Und dann haben wir wiederum aber auch Kinder, wo das gar nicht der Fall ist.
00:25:42: Da gibt es eine Zuwanderungsgeschichte und da ist noch mal ne ganz andere Geschichte hinter.
00:25:47: Das heißt ja, dass wir in den Stadt... Das ist aber gerade so wichtig!
00:25:50: Also wir sagen ja auch, das ist nicht... Na's hat reindreißig einfach passiert, da gab´s ne Wahl.
00:25:56: Und genau das, wo beginnt eigentlich Täterschaft?
00:26:00: Was ist mit denen Menschen, die da einfach geschwiegen haben oder die eben mitgemacht haben, die sich möglicherweise bereichert haben als Wohnungen und Häuser geplündert wurden.
00:26:12: Das ist das, wo wir auch ansetzen in der Brücke zu heute.
00:26:15: was kannst du eigentlich tun?
00:26:17: Und da kommen wir zur Hand damit sich das nicht wiederholt.
00:26:21: Also die Königsdisziplin wie kannst Du selber erinnern oder wie kannst Du Dich einfach positionieren wenn Du Zweigebierst von Unrecht, von Diskriminierung?
00:26:31: Das ist ein bisschen diese Brücke.
00:26:34: aber dass das so stattgefunden hat.
00:26:36: Das ist das Wichtige zu verstehen, es waren keine Außerirdischen die gekommen sind, die ihr Unheil gestiftet haben und dann am achten Mai fünftiert sich wieder wegflogen.
00:26:44: Genau das eben nicht!
00:26:46: Und das vermitteln wir eben anhand dieser persönlichen Geschichten weil uns die Menschen eben von ihrer Kindheit erzählt haben dem erzählt wer war in ihre Freunde?
00:26:55: wie haben sie die Ausgrenzung erlebt?
00:26:57: Vom wem fand diese Ausgrenzung statt?
00:27:00: Das waren die befreundeten Familien.
00:27:02: Das waren Kinder, das war ein Erwachsener.
00:27:05: Was ist ihnen passiert in der Zeit der Verfolgung?
00:27:07: Wir haben Menschen getroffen, die auf der Flucht waren, die vielleicht sogar im Widerstand waren.
00:27:13: Andere, die in dreizehn verschiedenen verstecken waren.
00:27:17: Rolf Abrams Sohn von dem ich sprach, war in sechs verschiedenen Konzentrations- und Arbeitslagern also von bis... Da erzählen wir eben auch Aber da enden wir eben nicht, sondern wir erzählen auch wie war denn dann das Leben danach.
00:27:29: Wie haben Sie weitergemacht?
00:27:30: Was haben sie erlebt?
00:27:31: und wie haben Sie immer noch Antisemitismus erlebt?
00:27:34: Und wann würdest du sagen dass so ein Workshop für dich erfolgreich war oder ... Du zufrieden bist?
00:27:42: Gibt es da ein Ergebnis, was man erreichen will an ... Wir haben schon eine klassische Evaluation.
00:27:48: Da schauen wir immer erst später drauf, was die Kinder geantwortet haben.
00:27:51: Man spürt das aber.
00:27:53: Was ich so schön finde ist dass dieser Moment, dass du das Gefühl hast, ich müsste mit einem erhobenen Zeigefinger sitzen dem wollen wir nicht und den brauchen wir auch gar nicht.
00:28:02: Denn in dem Moment wo du einfach auf Augenhöhe den Kindern begegnest und anfängst zu erzählen Und ihre Fragen offen beantwortest ist man erstaunt, die vielen Neugierde.
00:28:13: Wie viele Fragen von denen kommen und wie viel, die ja auch verstehen?
00:28:17: Und da gibt es dann zum Teil auch eigene Diskriminierungserfahrungen, von denen sie berichten und einen zinne plötzlichen Austausch und ein Dialog statt.
00:28:26: Das ist für mich so das wahre Erfolgserlebnis wenn wir es schaffen diesen Dialog zu führen und diese Gedanken anzuregen oder auch dass Kinder vielleicht einfach den Mut haben die Fragen zu stellen, wo sie sich sonst nicht so trauen.
00:28:41: Gerade auch in gegenwärtigen Konflikten, die wir haben und der Situationen, wenn Sie in der Lage sind offen über ihre Ängste und Sorgen zu sprechen oder eigene Vorurteile benennen.
00:28:52: So haben wir da dann einfach einen Gesprächsraum, der glaube ich unendlich wichtig ist weil was wir erleben ist ganz auf dieses schwarz-weiß Denken und das da im Wirklichkeit zu wenig Dialog stattfindet und mit dem wieder anregen können.
00:29:07: Aber
00:29:08: es ist ja objektivierbar.
00:29:11: Also wenn wir drei jetzt beschließen würden, wir würden hier vorne um die Ecke das Restaurant Shalom aufmachen und dann machen wir einen schönen Davidstern vornherein.
00:29:20: Dann würde ich mal eine hohe Wetter annehmen, dass wir Stress kriegen in Berlin.
00:29:23: Machen israelische Restaurants mittlerweile zu oder jüdische Restaurantes zu weil die Diskriminierung zu stark ist.
00:29:29: Ich war vor ein paar Monaten in Dessau.
00:29:31: Dessow ist eine sehr ruhige Stadt, tolles Bauhausmuseum.
00:29:34: Wenn man sich alles anguckt es gibt nur einen Ort der wirklich prekär ist und der hochgradig vom Polizeibeschützt ist die Synagoge In Berlin, in Berlin-Neukölln hat ein Linkspartei-Politiker den Bürgermeister der israelischen Partnerstadt.
00:29:49: Der war schwer beleidigt.
00:29:50: Der Mann, der sich mit der Hamas verbrüdert hat, Ferrat Gotschak ist direkt gewählt worden im Deutschen Bundestag für die Linkspartei aus Neu-Kölln.
00:29:58: Das können wir jetzt immer so weiter runterrattern?
00:30:00: Ja!
00:30:02: Ich verstehe, dass du sagst es ist ein Erfolgserlebnis und das könnte nichts anderes sein als ein Erfolgserlebnis.
00:30:07: Aber der Erfolg insgesamt ... Ich bin ja bedauerlicherweise deutlich älter als ihr.
00:30:13: Aber ich bin damit aufgewachsen, wir haben die Holocaust-Serie gesehen und heute erlebe ich das.
00:30:20: Henrike und Heiko, die an der Freien Universität in Berlin oder auch in Dortmund studieren sich ein Palästinensertuch umbinden und sagen sie hätten gerne ihre Gebiete zurück wo man so denkt echt was habt ihr?
00:30:31: Was besitzt ihr denn da ganz genau?
00:30:34: pure Antisemitismus.
00:30:36: Das heißt, greift man da nicht an irgendeiner Stille dann nach deinem Eindruck ins Leere?
00:30:43: Ich habe das im Buch um am Hauptbahnhof gesehen und plötzlich ziehen Leute russchreien nie damit Israel.
00:30:47: Und man denkt geil super schön dass ihr das macht!
00:30:50: Ja das meinte ich vorhin auch.
00:30:51: Hast du ein Gefühl voranzukommen oder holt dich gerade die Realität der aktuelle Zeit ein?
00:30:57: Also wenn ich nicht das tun würde oder wir das tun würden was wir tun dann wäre völlig am Boden.
00:31:05: Also das einzige, was mir irgendwie die Kraft und Hoffnung gibt ist das, was wir tagtäglich erleben.
00:31:10: Wir haben jetzt über hundertachzehntausend Menschen durch unsere Arbeit erreicht Und davon sind mehr als sechzigtausend Kinder- und Jugendliche zwischen zehn und achtzehn Jahren.
00:31:19: Ich weiß einfach dass wir da richtig etwas bewirkt haben.
00:31:23: Das sind lange nicht alle und es ist leider nicht genug.
00:31:29: Als Verein hinterfragen uns stetig, wo müssen wir noch klarer werden?
00:31:33: Wo müssen wir besser werden?
00:31:35: nach dem siebten Oktober im Jahr zum Beispiel alles nochmal darangesetzt zu schauen.
00:31:42: Ist unsere Arbeit eigentlich Antisemitismus kritisch genug?
00:31:45: Was müssen wir an Methoden und Sprache verändern?
00:31:48: Also ich glaube das ist ein notwendiger Schritt in der Selbstreflexion und was wird dann auch brauchen ist mehr.
00:31:54: Ich nenn das mal Allyship.
00:31:56: Also wir müssen uns einfach zusammen tun, da darf nicht nur die einzelnen Räder geben sondern wir müssen wirklich gemeinsam fahren.
00:32:04: Wurde du das sagst?
00:32:05: Ich geb dir in der Almreise und du sollst auch nicht das Gefühl haben ihr gebt Oppositionen aber... Ich hab nicht das Gefühl, dass ich noch auf wahnsinnig viele Demonstrationen gehen muss.
00:32:15: Weil ich war schon auch vielen.
00:32:16: Aber am achten Oktober als jemand der viel Zeit in Berlin verbringt, dachte ich jetzt ist es mal Zeit!
00:32:23: Weil da so schräuslich war was am sieben Oktober passiert.
00:32:25: Da habe ich das gemacht, was man dann macht und las sich AHA Es gibt eine Kundgebung an Brandenburger Tor Das könnte nationaler sein.
00:32:33: Und dann war ich da und dann dachte ich wo sind denn alle?
00:32:36: Ja.
00:32:36: Weil da war keiner, da waren achttausend Leute.
00:32:39: Ein paar Wochen später oder ein paar Monate später hat die Unterhaltungslegende Klasshäufer Umlauf darauf dazu aufgerufen, dass die Unterstützung für Israel müsste eingestellt werden.
00:32:49: Da waren zig Tausende dabei und da habe ich mich zwischendurch gedacht ... Da war jetzt einfach vieles was wir dazwischen durchgemacht haben.
00:32:56: total für die Füße, weil gecheckt hat das wirklich keiner!
00:32:59: Warum?
00:32:59: Israeli bemerken also... Ich
00:33:01: kenne das Gefühl.
00:33:02: Also mir geht es ja auch so.
00:33:05: dass ich einfach am Boden bin und aus Gefühl habe, ist das gerade ein Kampf gegen Windmühlen.
00:33:09: Aber was wäre denn dann die Alternative?
00:33:11: aufgeben?
00:33:12: Das ist die Frage, die ich ja auch schon gestellt hab.
00:33:13: Was ist die Alternativ?
00:33:14: Es gibt keine.
00:33:15: Am Ende nicht!
00:33:16: Und deswegen laufe ich, dass wir gucken müssen, dass unsere Arbeit machen, dass sie besser machen und dass wir sie im besten Fall gemeinsam tun.
00:33:24: Für uns bedeutet es, dass mit Partnern zusammen agieren, dass wir das in die Breite tragen.
00:33:31: Antisemitismus ist tief verankert und er kommt aus der Mitte unserer Gesellschaft.
00:33:35: Wir müssen extrem viel tun.
00:33:38: Der israel-bezogene Antisemitism hat alarmierend zugenommen.
00:33:43: Es ist nicht sicher... Manche meinen dann ich würde übertreiben aber es ist einfach nicht sicher als Mensch jüdischen Glaubens mit einem David Stern oder einer Klipper über die Straße zu gehen.
00:33:56: Das ist doch ein Alarmmoment, da müssen wir doch laut sein.
00:34:00: Und das ist einfach das was ich mir so wünsche dass wir alle wieder näher zusammenrücken und eben auf die Demos gehen.
00:34:10: es nicht zu tun wäre für mich eben nicht...
00:34:12: Wie meintest du mit dem wenn du sagst kommt aus der Mitte der Gesellschaft wie meinst du das?
00:34:17: dass wir Antisemitismus haben, den man nicht nur in einem rechten Rand zuordnen kann.
00:34:22: Dem aber auch schon!
00:34:23: Also da kommt er... ist der weiterhin am breitesten vertreten.
00:34:26: Aber es gibt ihn auch am linken.
00:34:28: Es gibt eben auch den israel-bezogenen Antisemitism, der zunimmt.
00:34:34: das ist so kneipend und salonfähig geworden.
00:34:38: Vielleicht trifft es das?
00:34:39: Dinge die vielleicht noch vor zehn Jahre weniger sagbar waren, wären es immer mehr.
00:34:45: Wir gewöhnen uns immer mehr daran und ich ärgere mich vor allen Dingen über die Dinge, die ich dann nicht gesagt habe.
00:34:52: das sind die Situationen, die Ich bereue aber nicht die Situation wo ich eingetreten bin und aufgestanden oder Hilfe geholt habe.
00:34:59: wir haben viele Handlungsoptionen Genau.
00:35:03: Es ist interessant, dass du sagst, weil ich mich das jetzt erst vergangene Woche gefragt habe.
00:35:08: Ich war im Italien-Urlaub und es war ein wunderschöner, kann man sich nicht schöner vorstellen, lauschiger Ort, Adria, Pizzeria alles toll... Und an einem Abend gehen wir da lang auf dem Weg zurück in das Ferienhaus und sehen, oh!
00:35:22: Ich dachte zuerst, das sind aber komische Motorräder.
00:35:25: die kommen mir bekannt vor und zwar kenne ich sie aus Kriegsfilmen.
00:35:28: Weil das waren Wehrmachtsmotorräder.
00:35:30: Das heißt es ist so genannte schwere Wehrmachtsgespannen.
00:35:34: Das sind so Motorrädern mit einem Beiwagen da war ein wehrmachtskennzeichen dran Und Siegel die diese Fahrzeuge ausgewiesen haben als ehemalige Motorräda der WaffenSS Und die hatten natürlich deutsche Kfz-Kennzeichen aus Cottbus und aus Thüringen.
00:35:52: Dann haben wir noch angefangen zu diskutieren, ja, müssen das jetzt unbedingt Nazis sein oder können das nicht auch Sammler von merkwürdigen Motorrädern sein?
00:36:00: Am nächsten Tag fuhren die Herren dann mit ihren Frauen im Beiwagen rum und sie trugen Wehrmachtsstahlhelmen und Kampfanzüge.
00:36:08: In dem Moment denkst du dir aber... Also natürlich hatte ich den Impuls zu sagen, ich stecke jetzt die Motorräder einfach an weil die braucht eigentlich keiner mehr so genau.
00:36:17: Da habe ich auch nicht gemacht aber die Radlosigkeit ist so groß wie du sie beschreibst.
00:36:22: was soll man machen in dem Moment?
00:36:25: würde ich zum Beispiel zum Hörerreifen und das anzeigen.
00:36:29: Bei der
00:36:29: italienischen Polizei?
00:36:30: Ach
00:36:30: so in
00:36:31: Italien, stimmt!
00:36:32: Das ist schwer also... Ich habe jetzt mir überlegt dass ich eine Halterfeststellung mache im Cottbus und einfach mit der Zeitung schreibe übrigens her sowieso für ein Nazi-Motorrad durch Italien da wo man sich anders als andere Massaka was die Waffen SS begonnen hat erinnern kann nur weil du machst das jetzt für Jugendliche und mich interessiert deine Perspektive auf die älteren Leute.
00:36:53: Wie viel, wenn du die jungen Leute ... hundertachzehntausend hast du?
00:36:57: Hundertachtzigtausend.
00:36:58: Hundertachzen, die wir in unseren Bildungsangaben
00:37:01: bereichten.
00:37:01: Sie sind schon sehr viele Leute.
00:37:02: Einen sagt man immer, die Jungen Leute müssen was ist denn.
00:37:04: Ich habe halt das Gefühl, dass Ältere das auch nicht suchen oder wissen wollen!
00:37:10: Für uns war einfach wichtig zu konzentrieren, muss ich dazu sagen.
00:37:14: Also wir haben als wir dann angefangen und das in die Breite getragen haben, sind regelmäßig in Momente gekommen... Ich habe selber gesagt, ne?
00:37:22: Ich hab das neun Jahre im Ehrenamt gemacht!
00:37:24: Das war auch echt anstrengend, was ist bis
00:37:25: heute?!
00:37:26: Weil du überhaupt nicht immer den Bedarf so hinterherkommst.
00:37:30: Wir haben seitdem es uns gibt Egal wie sehr wir wachsen, mehr Nachfrage als die bedienen können.
00:37:36: Ja das zeigt ja was da eigentlich zu tun ist.
00:37:39: und wenn ich jetzt sagen würde ich möchte alle gleichermaßen erreichen dann drohe ich mich total zu mich verzetteln.
00:37:46: und wir haben für uns einfach gesagt Jugendliche um Kinder sind einfach diejenigen, die unsere Zukunft formen.
00:37:54: Und wir wollen genau da wirken!
00:37:56: Wir wollen da wirkt wo sich Vorurteile eigentlich erst bilden deswegen auch schon in Grundschulen.
00:38:01: gerade das Alter des Zehnjährigen ist da ein ganz wichtiges in der Entwicklungspsychologie.
00:38:08: Da können wir vielleicht sogar noch präventiv arbeiten wie gut.
00:38:11: wir werden dass erst deutlich später sehen wie groß die Auswirkung tatsächlich ist.
00:38:16: Aber das ist für uns unser Fokus.
00:38:18: Das heißt nicht, dass es falsch wäre mit Älteren zu arbeiten doch auf jeden Fall.
00:38:22: aber wir mussten uns halt konzentrieren um einfach mehr Wirkung entfalten zu können.
00:38:28: Das ist unser Wunsch.
00:38:29: Du sagst ja du hast oder wir sind ja ein Alter ungefähr in der Schule wo das nicht vernünftig behandelt also nicht ausreichend.
00:38:36: Da hat sich aber bis jetzt auch nichts dran geändert.
00:38:38: Oder merkst du, dass ich da pläne?
00:38:41: Ja, es ist dringend.
00:38:43: Es gibt ja nie dieser eine Antwort die dann für alle geht.
00:38:46: Wir erleben so wahnsinnig tolle Lehrkräfte, die das mit so viel Herzblut und mit so tollen Konzepten machen.
00:38:53: Und dann erleben wir immer noch Konzepte wo ich sagen würde oh Gott, die sind einfach wirklich unterirdisch und die sollten so nicht mehr!
00:39:03: Die können da auch echt viel falsch machen.
00:39:05: Also, wir kennen zum Beispiel einen umvorbereiteter Gedenkstättenbesuch.
00:39:10: Zum Beispiel ist es super schwer der dann am Ende kein Raum für die Gefühle und für die Eindrücke hat.
00:39:16: ganz schwer was wir da erleben ist dass sich Menschen auch dem Thema verschließen weil sie davon überfordert sind.
00:39:22: also das sind zb Teile die ich sehr kritisch finde oder auch diese Weitergabe in großen erschreckenden Bildern und Zahlen Zahlen, sechs Millionen ermordete Jüdinnen und Juden.
00:39:38: Und wir reden noch über viele weitere Millionen die als Sinti und Roma, als homosexuell oder mit Menschen mit Behinderung politisch anders denken sozusagen Engagierte.
00:39:52: Das ist ja so heftig!
00:39:54: Das kann sich niemand vorstellen.
00:39:56: das ist wie wenn du in Auschwitz im Stammlager heute bist und dann diese Brillenberge siehst Schuhberger.
00:40:04: Und das ist total übermand, aber du kannst dir ja nicht vorstellen wer hat denn diese Brille getragen?
00:40:10: Wer hat diesen Schuh
00:40:11: angehabt?
00:40:12: Was macht's ja noch schlimmer?
00:40:13: Aber wenn du das dann tust also wenn du dann sagst ich erzähle euch jetzt die Geschichte von einer Person Die hier war und dessen Brille das sein könnte Dann schafft es eben einen anderen Bezug und dann wird dieses unvorstellbare etwas besser vorstellbar.
00:40:32: Ich hab mich schon gefragt, der Gedanke kam jetzt auch so ausgeführt.
00:40:36: Ich hätt tatsächlich schon mal in so einem trüben Moment überlegt vielleicht ... Das ist nur ne Tee sehr.
00:40:44: Aber was ist wenn man den jungen Leuten das ganz erspart?
00:40:49: Weil man einfach sagt, wisst ihr was Freunde?
00:40:51: Genau weil das stimmt, was du sagst.
00:40:53: Weil als erwachsener Mensch nach Buchenwald fährt ich überlege die ganze Zeit nach Krakau zu reisen und ich überlegte die ganze Stadthaft ist nicht nach Auschwitz zu fahren, weil ich genau weiß wenn ich dahin fahre.
00:41:06: Dann wird es mir innerlich neblig zumute, weil das so fürchterlich ist.
00:41:10: Weil ich genau das daher erwarte oder da war der Weißversicht dazu erwarten habe und deswegen hatte ich überlegt, wäre es nicht vielleicht auch denkbar?
00:41:17: Ich hab es in Vietnam erledigt dass junge Leute die auf diesen Motorrädern rumfahren sagen Das einzige wo wir hingucken ist nach vorne Wir gucken nichts zurück weil zurück ist alles so schrecklich.
00:41:26: Warum ist das aus deiner Sicht keine Option?
00:41:31: Unfassbar wichtige Orte, auch der Verbrechen hier alleine in NRW haben wir so.
00:41:38: Ich meine es sind dreiunddreißig Mahnungen Gedenkstätten da kann ich lokale Geschichte erfahren.
00:41:43: Ich bin jetzt hier gerade am Dorfmoner Hafen.
00:41:45: die Steinwache ist ein Handwurf entfernt Da kann ich hin und da kann nicht so viel lernen Und das macht Es so wahr!
00:41:52: Es sind echte Orte an denen diese Verbrechens stattgefunden haben.
00:41:58: unfassbar wichtig.
00:41:59: Erinnern sollte kein einmaliges Ereignis sein, erst recht nicht eins was wir nur einmal im Jahr an den großen Gedenktagen machen sondern etwas was wirklich ein Prozess ist indem ich versuche zu verstehen was auch in meiner eigenen Stadt stattgefunden hat.
00:42:15: Stolpersteine geben auch noch mal eine Möglichkeit dazu.
00:42:18: erfahren diesen Blick nach zurückzuwerfen würde meiner Meinung nach total gefährlich sein weil wir dann wieder drohen, dass das erst recht wieder passieren kann.
00:42:30: Weil wir uns nämlich der Gefahr nicht bewusst werden, weil wir auch negieren wie weit die Folgen bis ins Heute sind.
00:42:39: Wir haben Interviews geführt mit Nachfahren und Enkeln von Überlebenden, die uns von schwersten posttraumatischen Belastungsstörungen ihrer Eltern oder Großeltern erzählen aber auch was das eigentlich mit ihnen gemacht hat.
00:42:54: Und allein diese Situation in der wir sind dieser absolut gestiegene Antisemitismus, der einfach da ist die Kontinuität von Antisemitism.
00:43:04: Also Beispiele kürzlich aus Cottbos oder in Berlin, in Prenzlauer Berg stehen die schrecklichsten antisemitischen Sprüche an den Hauswänden.
00:43:15: Dass so lange das so ist darf niemand aufführen dagegen einzustehen.
00:43:21: und da bin ich einfach überzeugt dass uns da die Vergangenheit absolut Leuchtturm sein kann.
00:43:28: Wie ist es mit deinen Bekannten?
00:43:29: Weil du hast schon vorhin schon gesagt, das ist jetzt dein Beruf!
00:43:32: Ja ich kann mir vorstellen dass dann die Bekannte womöglich sagen aha Wir ruhen alle ein, wir wollen mal einen weiten Bogen um ihren Beruf bauen.
00:43:40: Sonst gehen ja hier die Lampions aus heute Abend.
00:43:44: Weil es so ist wie du es gerade so sehr plastisch gestellt hast.
00:43:47: Das ist ein fürchterliches kaum beherrschbares Thema.
00:43:51: Emotional schwer in den Griff zu kriegen.
00:43:52: das Thema also sagst machst du's dann?
00:43:55: Dann musst du es deinen Freunden oder Bekannten einfacher machen und sagen ... heu, freut mich nicht!
00:44:02: Nein achte so kannst du dich dir nämlich richtig gut kennen.
00:44:06: Ich frage mich mal was, wenn sie es gerade total spannend bin oder sagen ich hasse einen Tipp für das Gespräch mit meinem Sohn.
00:44:14: Dann spreche ich mir darüber.
00:44:15: aber ist jetzt nicht konstant dass wir dann nur bei den Holocaust sprechen?
00:44:19: und das tut auch ganz gut ja.
00:44:21: also das ist auch etwas.
00:44:24: Wenn ich selber das Gefühl habe, was mitteilen zu wollen, tue ich das und sonst behalte ich tatsächlich aber auch viel für mich.
00:44:29: Also ich bin auch selber Mutter von zwei wunderbaren Söhnen und wenn ich dann da auf dem Spielplatz bin, bin ich einfach nicht dass ich da jeder Mutter jedem Vater neben mir vor meinem Job erzähle.
00:44:39: Ich behalt mich da sehr oft zurück nicht weil ich das Dorf finde ganz im Gegenteil aber auch weil diese Pause Manchmal ganz gut tut.
00:44:48: Und ich merke schon, dass das ein Partykiller sein kann auf jeden Fall!
00:44:53: Aber es ist ja auch immer die Frage wie du damit umgehst.
00:44:56: und eine Überlebende hat das mal zu Sarah gesagt mit euch, also unsere ... Die Ursprungsidee hatte die Gründerin und die hat gesagt warum beschäftigst du dich so viel mit dem Holocaust?
00:45:11: Du solltest rausgehen und tanzen...
00:45:14: Das
00:45:15: hat die Überlebene gesagt Und das Schöne ist Sarah und ich.
00:45:19: Wir alle waren schon extrem viel da draußen, haben getanzt so!
00:45:23: Das ist glaube ich auch extrem wichtig.
00:45:25: Es ist nicht so als würden wir jetzt den ganzen Tag nur Tribsall schlagen sondern es gibt uns ja auch Kraft.
00:45:32: Das Schönste zum Beispiel für mich auch dass wir ja auch mit jungen Menschen zum Beispiel arbeiten die zum Beispiel auch selber Fluchtgeschichten haben.
00:45:41: Die nehmen aus diesen grauenhaften Geschichten, nehmen oft ganz andere Dinge Aspekte mit Nämlich die Kraft des Weitermachens, also die Überlebenden, die wir getroffen haben.
00:45:50: Das sind so tolle, tolle Menschen, wo ich immer wieder beeindruckt war und bin wie sie sich in dieser schwierigen Situation zum Teil als einzig überlebende Person ihrer Familie Irgendwie, die da was ausgebaut haben.
00:46:07: Die Leute sind... Denkt an den Vater von dem Komiker Oliver Polak.
00:46:15: Der Vater ist ins Kassett gebracht worden, der hat das überlebt und er ist in die Reutschaft Papenburg-Ems zurückgekehrt, hat ein Modegeschäft aufgemacht.
00:46:26: Das heißt, die Leute, die vorher damit einverstanden waren, dass er weggebracht wird, die waren dann seine Kunden!
00:46:31: Und er kriegte auch so nach seinem Tod, wurde einen Platz nach ihm benannt und Olli war dann da die Laudatio gehalten.
00:46:39: Er hat sich zum Glück endlich mal darüber beschwert, dass bei der Laudatie auf dem ... Bei den Namensgebungen des Platzes nach seinem Vater Klesma Musik gespielt wird.
00:46:48: Weil er sagte, mein Vater hat Klesmagastem, auch der Elvis.
00:46:51: Warum spielt er Klesmar?
00:46:52: Das ist bei unserer Erinnerungskultur natürlich auch Deutsch.
00:46:55: Du hast es vorhin gesagt in den Gedenktagen sind die für dich So viel sie laufen, richtig.
00:47:03: Ist das eine Unterstützung für eure Arbeit?
00:47:05: Also Bundestaggesteck an den Schwarzen Anzug an...
00:47:10: Also die sind ... Total wichtig, würde ich schon sagen.
00:47:14: Sie dürfen nur nicht zu einem Erstaaten Ritual werden.
00:47:17: und wenn ich dann so manche Influencer erlebe die genau am siebenzwanzigsten Januar jeden Jahr was einmal ein Bibi-Memberschild hochhalten und Betrieb gucken Und an all den anderen Tagen im Jahr ist sie einfach herzlich wenig interessiert Dann ist das etwas wo ich so sage also mehr Da finde ich da geht doch einiges mehr Luft nach oben.
00:47:39: Genau.
00:47:40: aber jetzt gerade aus Politik muss ich auch gar nicht so diffamieren sein, weil gerade aus der Politik haben wir jetzt in den letzten Jahren so viel Engagement erlebt.
00:47:50: Menschen die sich wirklich dafür einsetzen und das wirklich vorantreiben wollen und dafür Strukturen schaffen.
00:47:55: also da ist man oft so schnell irgendwie diffamierend unterwegs und ich muss sagen, also gerade da erleben wir ja das Engagement.
00:48:02: Du
00:48:02: hast gesagt ihr werdet von der Kulturministerin in der Brandestag unterstützt?
00:48:06: Das Staatskanzlei schiebt glaube ich mit an und so.
00:48:09: Genau.
00:48:09: Also ihr habt da schon Unterstützung
00:48:10: aus dem Landesamt.
00:48:10: Genau, wenn man Antisemitismus beauftragte dann gibt es das Chancenministerium was zum Beispiel die Arbeit, die Außerschularbeit von uns im Sport fördert.
00:48:20: Also da ist richtig Tatkraft hier allein in Nordrhein-Westfalen hinter.
00:48:25: Und das ist der absolute Hammer!
00:48:28: Hier in Dortmund haben wir eine große Förderung bekommen jetzt von Doktorausbildungen im Unternehmen, was hier gerade in Dortmund die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen möglich macht – mit Erwachsenen, wie nennst du dann die Multiplikatorenausbildung?
00:48:42: Also Menschen zu Multiplikatoren und Mittelplikatorinnen zu machen, die eben dieses Konzept weiter tragen und damit wieder mehr Kinder und Jugendliche erreicht werden können.
00:48:52: Das heißt Förderung und Unterstützung, die wir bekommen sind aus der Wirtschaft von Unternehmen, von Stiftungen mittlerweile auch von der Politik.
00:49:02: Das war das dickste Brett an dem wir gebohrt haben.
00:49:04: da muss man erstmal lange lange arbeiten aber das ist extrem wertvoll.
00:49:11: ich glaube dass was da gesehen wird ist es einfach wirklich ein Beitrag und eine Wirkung hat.
00:49:17: Und da versucht man dann auch irgendwie, die eine Struktur hinterzustellen.
00:49:21: Du machst ja die Workshops jetzt gar nicht mehr so oft hast, weil du auch andere Aufgaben hast.
00:49:25: Genau!
00:49:25: Du warst jetzt zum Beispiel bei Markus Lanz zum zweiten Mal in der Sendung.
00:49:29: Kostet dich das Überwindungen oder genießt du in dem Moment eher die Aufmerksamkeit für euer Projekt?
00:49:35: Ich kostete es über Windung aber... Ich genieße, dass unsere Botschaft dadurch viel mehr Gehör bekommt.
00:49:42: Und das ist auch ernsthaft gefühlt in der Produktion zum Beispiel?
00:49:46: Ja
00:49:47: da schon!
00:49:47: Es gibt es hier übrigens viel zu wenig bei meinem Markus-Lands-Zugast.
00:49:50: Es gibt Leute die laufen mit Polo-Händen rum wo hinten aufsteht Markus Lanz und wir haben viel zu wenige Leute hier die Hafenbarer Hände auf dem Polo.
00:49:57: Nee,
00:49:58: die sehen alle hier.
00:49:59: Guck dir die an!
00:50:01: Aber ich wäre jetzt so eine persönliche Frage wie das bei Lanz gewesen ist... Du warst ja vor zehn Jahren da war ja auch noch Publikum im Studio.
00:50:11: Das haben sehr glaube ich im Zuge der Produktion in der Pandemie sein lassen sind auch dabei geblieben.
00:50:17: Wie war das?
00:50:18: Erklär mal.
00:50:19: Also erstmal vor zehn jahren und noch jetzt weil ich waren denn nicht aufgeriegt.
00:50:23: Das muss ich einfach sagen.
00:50:24: Weil am Ende Auch nur Kameras, wie hier.
00:50:29: Aber man hat dann schon vor Augen okay wow, die Reichweite ist genau wie hier in der Hafenbar.
00:50:35: Ja ne aber das Thema Reichweiten kann ich ja gar nicht authentisch kehren.
00:50:40: Man hat auch Sorge sag' ich jetzt vielleicht was missverstanden werden kann und dann auch eine Demut.
00:50:46: Ich hab da mit Eva Umlauf gesessen einer Holocaust-Überlebenden und Oliver von Brochem dem Leiter der KZ Gedenkstätte Neuen Gamme.
00:50:55: also eine Hochachtung vor diesen anderen Gästen und dann auch so die Ehre, dass ich jetzt dazwischen sitzen darf.
00:51:01: Wow!
00:51:03: Und dann das, was es schwierig macht und spannend zugleich ist – du weißt ja gar nicht, was du gefragt hast?
00:51:11: Ja, der hat mich da abgesprochen oder er war gesprungen.
00:51:13: Man hat ein bisschen Briefing aber genau am Ende musst du einfach reagieren.
00:51:18: In dieser Sendung fand ich's schon auch herausforderungsvoll weil wir wirklich zum Ende hin sehr intensiv und lang über die Herausforderungen durch den Auskonflikt gesprochen haben und auch spezifisch Israel viel thematisiert wurde, ein Thema was super wichtig ist über das wir auch natürlich sprechen.
00:51:37: Aber das ist schwierig in solchen TV-Formaten da die Antworten zu finden in dieser richtigen Zeit.
00:51:47: du hast minimal kurz Zeit.
00:51:50: in dem Fall.
00:51:51: Da bist du bestimmte Fragen, die ich nicht immer ganz einfach fand oder vielleicht auch ja.
00:51:59: Also wo du einfach reagieren musst und wo du keine pauschale Antwort geben kannst.
00:52:04: Das Gefühl hast du so... das wäre jetzt für das TV-Famat vielleicht wichtig aber es wäre halt überhaupt nicht richtig.
00:52:11: wir müssen gerade In der Thematik müssen wir so stark aufpassen und wir müssen differenzieren.
00:52:19: Und wir müssen auch Gleichzeitigkeiten aushalten.
00:52:23: Das ist unglaublich wichtig, dann nicht auch herausforderungsvoll wenn du da auf diesem Stuhl sitzt und merkst okay, egal wie ich das jetzt sage, dass wird gesendet!
00:52:33: Ich hab da keinen... Ich griff mehr drauf und muss dann auch mit dem umgehen, was da passiert.
00:52:38: Das heißt du hast immer noch Bammel vor Reaktionen danach?
00:52:42: Hast Du die Nacht vorher oder hinterher besser geschlafen?
00:52:45: Oder schlechter?
00:52:48: Bein schön schlecht bei diesem Mal.
00:52:50: Vor zehn Jahren war das so.
00:52:51: Da habe ich in der Nacht vorher schlechtgeschlafen, der Nacht danach gut.
00:52:55: Und bei dieser Sendung war es für mich ein bisschen schwer einzuschätzen tatsächlich ja.
00:53:01: Also wir fanden dich toll, da.
00:53:02: Ja,
00:53:03: ja.
00:53:03: Wir haben nichts von gemerkt.
00:53:04: Wir hatten nichts zu meckern.
00:53:05: also wir haben überlegt ob Markus Lanz nicht die Haare färben sollte aber ansonsten waren wir... also dein Auftritt war farbelhaft und das ist ja am Ende auch nur eine Fernsehsinnung.
00:53:16: muss man davon auch nicht vergessen.
00:53:17: Ja, du brauchst
00:53:19: viel Fernsehen.
00:53:20: Aber wenn man jetzt nicht ... Da ist doch so ein Farbehaftn-Auftritt da hinzulegen.
00:53:24: Du hast das alles sauber nach Hause gefahren und so.
00:53:26: Das war doch spitzenmäßig!
00:53:28: Und ihr habt euch ja auch gut ergänzt.
00:53:29: Aber was würden wir denn jetzt sagen, wenn es andersrum gewesen wäre?
00:53:32: Wie bitte?
00:53:32: Das
00:53:32: würden wir Ihnen jetzt sagen als andersrum gewählt werden.
00:53:34: Dann würden
00:53:34: wir auf die Rum hacken und dann sagen... Was war denn los mit dir?
00:53:37: Warst du betrunken?
00:53:38: Was abschenken die da neuerdings aus dabei, Lanz?
00:53:40: Hättest du oder haben die dich gefragt, was du trinken willst?
00:53:43: Darfest du das aussuchen?
00:53:44: Oder ist es ...?
00:53:45: So
00:53:45: ganz leckere Frikadellen.
00:53:46: Alkoholfreie.
00:53:47: Also ich glaub, während der Sendung gab's Wasser aber ich konnte vorher wie auch nachher ... Alkohlische Getränke auch wählen?
00:53:54: Ja fast gar nicht.
00:53:56: Ich hab vorher auf jeden Fall kein Alkko getrunken Aber danach hab' ich mich dann offensichtlich über das Barsbeiß lang gefreut, dass sich da getrunkt haben.
00:54:02: Wichtig war, du würdest grad ... Du hast uns das gerade so angefangen.
00:54:04: Wie.
00:54:05: danach habe ich mir ja mal richtig reingestellt.
00:54:08: Okay, danach
00:54:10: war ich tatsächlich noch ein Freund von mir.
00:54:12: Ich habe jetzt Kolleginnen und Kollegen in Hamburg, die hab ich noch getroffen.
00:54:16: Das war auch gut!
00:54:17: Da sind wir auf der jeden Fall bar noch gelandet.
00:54:20: Gibt es jemanden, den du danach als erstes anrufst bei solchen Sachen?
00:54:24: Ja also ... Ich weiß nicht mehr, welcher Reihenfolge.
00:54:26: meine Familie, mein Mann.
00:54:29: Und ich hab Sarah mit der ich ... Also Sarah hätte mir mit echt das lesendlichen gebaut haben.
00:54:34: Aber die haben dich alleine da hingeschickt?
00:54:37: Nein, ich war mit Nina da.
00:54:38: Nina Taubenreuther ist mein Pondant in der Geschäftsführung ein großartiger Mensch.
00:54:43: Die haben wir jetzt im Jahr zwanzig in unser Team gewonnen und das wir so Strukturen haben können, dass wir so wachsen konnten, schlaue finanzielle Mixstrukturen haben, die uns auch absichern.
00:54:59: Die dann nicht bedeuten wenn eine Förderung wegfällt dass das ganze Ding irgendwie auf dem Boden liegt.
00:55:04: da ist ganz viel Nina hinter und ihr habt mich auch begleitet und das hat mir richtig gut glaube ich ziemlich viele Frauen einen Haufen Frauen.
00:55:11: also wir haben auch Männer bei uns aber irgendwie Ich glaube es ist schon auch typisch für den sozialen Bereich tatsächlich hat man mehr Frauen als Männer ein.
00:55:22: Ein Hinweis zu den Männern macht doch.
00:55:26: Aber wir haben auch richtig coole Männer, die sich bei uns... ihren amtlich wie auch hauptamtlich engagieren.
00:55:32: Ich weiß aus erster Hand, weil du gerade fragst, wie ist das wenn man den ganzen Tag mit so was zu tun hat und mit vielen düsteren Sachen Partykiller?
00:55:39: Wir haben ja eine gemeinsame Bekannte die mir noch gesagt hat, sie arbeitet so viel, die ist normallochen aber dann sagt ihr um zwanzig mal sowieso jetzt bin ich fertig und dann nehme ich einen Zug und fahrs essen nach Dortmund und wir gehen noch aus Und da hat sie ihre Antaschul dabei und zieht die Turnschuh aus und da sind halt irgendwie Pumps drin und geht's los.
00:55:54: Also sie hat davon gesprochen dass du wirklich unermüdlich bist und soviel Kraft hast und das wirklich trennen kann.
00:56:02: Und das auch genießt diese Momente.
00:56:03: Vielleicht auch trennen muss, also das muss ich auch sagen... Ich habe gerade gesagt es sind vierzig Interviews und ich war nicht bei allen dabei, aber wirklich vielen dabei und das zieht ja halt dem Boden unter den Füßen weg.
00:56:16: Es ist wirklich grausam auch was du da erfährst und auch zum Teil echt schwer auszuhalten.
00:56:22: und es gab dann auch Zeitpunkte in unserer Geschichte wo ich gesagt hab heute macht ihr mal die nächsten Interviews.
00:56:30: Ich guck mal, was ich machen kann.
00:56:31: Das ist ein Vereingründen so ... Okay, ich kann nicht damit reinlesen!
00:56:34: Was braucht man dafür?
00:56:35: Sieben Leute okay
00:56:36: ne?!
00:56:36: Let's do it!
00:56:37: Also sich dann auch quasi für die Sache andere Aufgaben zu suchen weil du es vielleicht auch emotional gar nicht aushältst nochmal und noch einmal im weiteres Gespräch zu machen... Ist halt auch Teil der Wahrheit.
00:56:47: also das ist wirklich nicht leicht und umso wichtiger ist es vielleicht doch deine eigene Abgrenzung zu wählen und dafür Wege auch zu finden.
00:56:58: Ich habe jetzt hier die schöne Aufgabe, unsere schäbige Kiste anzukündigen... Aber
00:57:02: ich hab schon die erste Frage, die schließt inhaltlich an das was ihr gerade besprochen habt, was uns vorhin bewegt.
00:57:10: Wie hast du entschieden, was die richtigen Schuhe für den Auftritt bei Markus Land sein können?
00:57:14: Was waren die mit der roten
00:57:16: Schuhe?
00:57:16: Ich wusste vorher, welche Schuhen ich trage.
00:57:18: Weil ich liebe meinen Bruder.
00:57:20: Ich habe zwei ältere Brüder.
00:57:22: Mit dem war ich in einem Second-Händlern in Brücke und er hat mich überzeugt, dass das kurde Schuher sind.
00:57:28: Und ich bin zu dankbar meinem großen Bruder gegenüber.
00:57:31: Das sind
00:57:31: die Auftrittsschuhe!
00:57:31: Ja,
00:57:32: das sind die Aftrittsschuhe.
00:57:33: Ich hab heute sie nicht noch mal angezogen weil ich dachte, es wäre jetzt eine Zustarte wie der Hohlung.
00:57:38: Genau.
00:57:39: Die sind wirklich gut... Ich habe gesagt nach zu Freunden nennen, wenn ich das bei Landsversammelt habe Dann hatte ich am Ende immer eine gute Schuhe.
00:57:45: Na
00:57:47: bitte, na bitte!
00:57:48: Die
00:57:49: Schuhen wären neben Bademode glaube ich die Sachen, die ich nicht secondhand kaufen würde.
00:57:54: Nee?
00:57:54: Nein weiß ich nicht.
00:57:55: meine Mutter hat auch wir haben nicht dieselbe Schuhgröße.
00:57:58: aber sie hat auch mal gesagt selbst wenn ich es hätte ich würde dir nix leihen.
00:58:00: Bei Schuher verleiht man nicht oder... Warum nicht?
00:58:04: Ich habe irgendwie vielleicht auch immer eine Schwester gewünscht, wo ich mir Schuhe leihen kann.
00:58:06: Möglicherweise deswegen.
00:58:07: Ich glaube unter Schwestern ist das auch ein Wahnsinn.
00:58:09: Ich bin ja nicht in den Technik-Händlangen gegangen mit dem Stil, Schuhen zu finden.
00:58:12: Ja gut, wenn man was entdeckt richtig... Hier gibt es ne Frage!
00:58:17: Du bist schon zur Sozialunternehmerin des Jahres gewählt worden Ohne was Soziales, wann bist du einer Geschäftsidee sonst schon sehr nah gekommen?
00:58:24: Ist eine Ruttbutik denkbar.
00:58:26: Eine Butik, die nach dir heißt... Also
00:58:27: unsere gemeinsame Bekanntheit gesammelt.
00:58:29: in Mode hast du es eigentlich gar nicht.
00:58:30: Nein ich ne, also die Butik wäre jetzt nicht mein Ding.
00:58:34: Da bin ich auch gar nicht!
00:58:38: Ich trage schon wieder schwarz, weil ich nicht wusste über sie anziehen soll.
00:58:40: Das ist kein anderes viel besser.
00:58:43: Das macht mir dann spaßig.
00:58:43: Keine Butik.
00:58:44: Also welches andere Unternehmen wär denn denkbar wenn du wenn das soziale raus wäre.
00:58:50: Ach,
00:58:50: das Soziale muss raus?
00:58:51: Weil das ist schon etwas was ich sehr bewusst gewählt hab!
00:58:54: Ja den Eindruck haben wir auch.
00:58:56: Also das ist kein Zufall und da bin ich nicht irgendwie gelandet und da wollte ich hin.
00:59:00: Tatsächlich würde mich nochmal das Soziale auf einer größeren systemischen Ebene interessieren.
00:59:08: Wie kannst du noch mehr Wirkung bezeugen?
00:59:11: also wenn ich über Allyship Ich spreche darüber, was es braucht.
00:59:15: Dass wir gemeinsam mehr erreichen können?
00:59:19: Gerade in einer gegenwärtigen Situation hast du immer oder habe ich manchmal das Gefühl, die anderen sind viel mehr.
00:59:25: Das stimmt aber noch gar nicht!
00:59:27: Noch nicht!
00:59:28: Wir sind noch mehr.
00:59:29: Aber warum haben wir denn das Gefühl?
00:59:31: Weil andere da lauter sind und das beschäftigt mich.
00:59:34: Also dass ist dann eher, dass ich mich frage wie können wir unsere Wirkung noch verstätigen erweitern im Sinne des guten Lauter machen.
00:59:43: Lies sich das nicht, weil du bist ja mehr oder weniger politisch aufgewachsen
00:59:49: hast.
00:59:50: Hast du vorher gesagt deine Mutter Amerikanerin gibt es die Möglichkeit eurer Arbeit von Zweizäugen zu internationalisieren?
00:59:58: Das wäre jetzt auch denkbar dass man gerade jemand wie Du denn eigentlich wie seine Muttersprache spricht, das zu wechseln.
01:00:04: Ja sie haben schon ein richtig cooles Projekt gemacht war tatsächlich in Kooperation mit High Schools in den USA und dem Museum of Jewish Heritage in New York.
01:00:14: Und da haben wir digital Jugendliche hier aus Deutschland, mit Jugendlichen aus den USA zusammengeführt.
01:00:22: Die haben jeweils überlebende.
01:00:25: Digital Interviewen dürfen also die amerikanischen Jugendlichen, Überlebende aus unserem Kreis hier in Europa und die deutschen Jugendlichen überlebenden die in die USA Geflüchtet sind und dort leben.
01:00:38: Und das war total toll, weil die Jugendlichen dann selber in den Austausch miteinander gekommen sind.
01:00:45: Und was das deutlich gemacht hat ist dass Geschichte eben nicht an Landesgrenzen endet.
01:00:51: so ganz und gar nicht!
01:00:52: Das hat uns total begeistert und eigentlich brauchen wir jemanden der sagt es ist eine coole Idee Das wäre da ich, dann machen wir nämlich mehr davon.
01:01:01: Weil wir jetzt gerade zum Beispiel auch eine Anfrage aus Österreich haben.
01:01:04: also es gibt schon Bestrebungen aus anderen europäischen Ländern die sagen wir würden euer Konzept gerne bei uns etablieren und wir müssen einfach wirklich Schritt für Schritt gehen gucken dass wir das was wir machen dass wir in einem guten Tempo machen und vor allen Dingen in der Qualität die wir uns davor stellen dass sie uns nicht selber davon galoppieren.
01:01:24: Ich glaube das ist ne große Aufgabe Und es ist auch echt schwierig, ja.
01:01:29: Also wir sind tatsächlich ein spendenfinanzierter Verein und jetzt gerade haben wir achtundzwanzig Hauptangestellt.
01:01:35: die musst du auch erst mal halten so da ist echt viel viel Verantwortung und das ist mein großer Wunsch dass das gelingt und klar dass wir dann auch immer noch mehr machen und das ausweiten unbedingt.
01:01:46: aber ich brauche auch in dem ganzen also einfach eine Sicherheit Weil wir auch einfach wirklich für jetzt mittlerweile auch wirklich für Menschen verantwortlich sind.
01:01:56: Als wir angefangen haben, da waren die Studentinnen, haben das ehrenamtlich gemacht mit allen... Ja!
01:02:02: Mit aller Leidenschaft.
01:02:03: Die Leidschaft ist noch genauso da.
01:02:04: Das Feuer ist genau so da.
01:02:06: Die Verantwortung ist größer geworden.
01:02:08: Wenn du der Ruth Anne von vor gut fünfzehn Jahren eine Sprachnachricht schicken würdest?
01:02:13: Was würdest du ihr gern sagen?
01:02:16: Very cool!
01:02:17: Mach weiter!
01:02:19: Do
01:02:20: it!
01:02:22: Hast du noch einen da?
01:02:23: Ich
01:02:23: hab lauter Fragen, aber so stecken die Leute gar nicht.
01:02:25: Soll ich euch das Witzige sagen manchmal weil ihr gesagt habt wenn es nicht was Soziales wäre?
01:02:28: Ich bin manchmal erwischt, dass ich alles auch echt herausfordern und anstrengend schinde.
01:02:34: Und dann bin ich manchmal so neidisch auf die Menschen Die in Supermärkten An der Kasse sitzen und wer so gerne einfach an der Kassel.
01:02:42: Nicht weil ich denke Das ist ein einfacher Job Gar nicht!
01:02:44: Ich habe keinen größen Respekt.
01:02:45: Aber was das macht ist, das ist immer so piep.
01:02:49: Bei jedem Produkt spüre ich, dass sich das Produkt drüber gezogen hat und am Ende habe ich eine Rechnung.
01:02:54: Und dann kriege ich das Geld und es ist so ein Abschluss!
01:02:59: Das ist cool.
01:03:00: Ich finde das gut, ich habe in den Ruhrnachrichten die tolle Geschichte von dem Kettering Unternehmer Moore gelesen der mit einer Pommesbude angefangen hat und ich hab da lange Zeit auch von geträumt meine eigene Pommes bude zu haben.
01:03:12: weil das stelle ich mir noch schöner vor weil ich mein du machst Menschen natürlich noch glücklicher wenn Du in Pommes gibst als wenn Du ihnen nur einen Einkauf durchs Arrechnis oder?
01:03:19: Aber auch zum Beispiel gekennert, ich hab viel gekennelt.
01:03:21: auch während meiner Studiums In New York habe ich gekennet unglaublich cool, weil du einfach Menschen kennenlernst.
01:03:27: Die versacken da bei dir an der Bar und du lernst einfach Menschenkennen auf die du sonst nicht so
01:03:31: tust.".
01:03:32: Also ich bin schon wahnsinnig neugierig.
01:03:35: War das richtig New York City?
01:03:38: Ja!
01:03:38: Das war schon eine wirklich spannende, coole Zeit.
01:03:40: Hast du mich überlegt zu verlängern?
01:03:42: Weil das... ja!
01:03:44: Aber soll ich was sagen?
01:03:45: New York ist so unfassbar teuer und äh.
01:03:48: also ich ähm das war richtig schwierig überhaupt das Geld zusammenzuarbeiten vorher, um überhaupt dieses halbe Jahr zu ermöglichen.
01:03:57: Und genau ich war da für einen Praktikum bei Amnesty International.
01:04:01: Das hat mich eben sehr geprägt auch.
01:04:03: Es hat mir glaube ich auch viel Mut gemacht einfach zu machen aber dafür bekommst du halt nix und dann bist du in dieser teuren Stadt... Da hab' ich da gekennert!
01:04:11: Dann konnte ich da immerhin auch essen.
01:04:12: also weil alles ist da teuer.
01:04:15: Auch die Lebenserhaltungsosten, dass Essen das klingt total toll und aufregend.
01:04:21: Es ist auch gewesen und es war aber auch ehrlicherweise ziemlich anstrengend, weil ich wirklich neben einem Vollzeitpraktikum einfach an vier Tagen noch nach dem ...
01:04:34: Job
01:04:35: noch gekenntert.
01:04:37: Du hast doch für uns auch schon als du das viele Musik gemacht, warum hast du dir nicht einfach so ein paar traurige Lieder ausgedacht und bist damit von New York aus durchgestattet?
01:04:44: Weil ich dafür viel zu untalentiert wäre.
01:04:46: zu all den Musikerinnen und Musikern die in New York spielen!
01:04:49: Das ist der Absurd, also jede Zuschauer der mal da war kann dass Bezeugen, glaube ich.
01:04:54: Vielleicht wart ihr auch schon da?
01:04:55: Die Menschen, die da an der Subway stehen und singen... Da denkst du, die würden hier in Deutschland doch sofort einen Plattenvertrag bekommen.
01:05:02: American Idol.
01:05:03: Was spricht
01:05:03: das mir gegen Deutschland oder für New York und das ganze Talent?
01:05:06: Das ist die Frage.
01:05:07: Wenn man sagen würde, wir würden hier sofort einen platmen, das kann nicht mehr vorstellen!
01:05:14: Aber gut, also du hattest... Du hast da nicht... Ist das meine Vorstellung, dass du mit Dings und Jeff Bridges zusammen musiziert hast in Bars?
01:05:22: In New York.
01:05:23: Nein!
01:05:23: Das ist nicht der Fall.
01:05:25: Nein, ich hab nur die Bars besucht und durfte dann eben für diesen Live-Music-Gratgeber durch dich zwei Tickel verfassen.
01:05:34: Wir wollen auch keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass die Arbeit, die du machst höchst verdienstvoll ist.
01:05:37: Ich glaube jeder der uns jetzt zugehört oder zuguckt hat, hat da einen Eindruck von gekriegt zumal das sich eine Sache ist, die bergauf geht also auch ein Berg-Aufkampf ist muss man ja tatsächlich sagen.
01:05:49: Ganz toll, dass du Zeit für uns hattest und ganz viel Glück für deine tolle Arbeit.
01:05:52: vielen Dank!
01:05:53: Danke ich will nicht außer, ihr habt echte Respekt vor der Folge und auch vor dem Thema.
01:06:00: Wir von dem Moment, wo wir uns begegnet sind mir da auch echt die Scheu genommen hast.
01:06:04: Also ich werde mich dann nochmal weiter für... oder nach Informieren.
01:06:08: Ihr sucht wahrscheinlich auch noch Leute, also wenn man das jetzt hört kann man sich an euch wenden?
01:06:13: Sind's eher spenden sind es eher mitwirkende?
01:06:15: was kann man für den Verein?
01:06:16: Sowohl als auch spenden ist mehr als willkommen.
01:06:18: Fördermitglieder.
01:06:19: Also die Fördermeckwirtschaften von ein paar Euro im Jahr machen einen großen Unterschied weil wir damit feste rechnen können.
01:06:27: Genau!
01:06:27: Man kann uns buchen Unternehmen können uns buchten Wir haben noch Vakanten auf jeden Fall und man kann sich eben auch engagieren.
01:06:36: Jörg, was du sagst das ganze am Anfang auch wie wichtig es ist in die eigene Vergangenheit zu schauen?
01:06:40: Auch dass man nur anregen kann und bei uns gibt's dann die unterschiedlichen Möglichkeiten einfach mitzuhelfen um die Ärmelbuch zu kampeln.
01:06:49: Schön also würde ich sagen wir schreiben das in die Show Notes, wie man dran kommt am besten und jeden der da nachschauen möchte ein bisschen mehr informieren sich mehr informierend will soll das machen war wirklich toll Dankeschön.
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