Heinz Overkamp, wie viele Hühner haben Sie geköpft?
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00:00:00: Dieser Podcast ist an Ruhrnachrichten original produziert im Lensing-Meneaport in Dortmund.
00:00:07: Ich weiß nicht, ob wir das alles schaffen.
00:00:09: Ich hab noch nie einen Taxiteller gegessen.
00:00:12: Wenn ich das Fleisch essen will, muss ich das dir schlachten!
00:00:15: Kannst du auch nicht totkitzeln?
00:00:16: Ach ja ... es war gemütlicher früher.
00:00:19: Es war nicht der Stress.
00:00:21: Schön dass ihr eingeschaltet habt.
00:00:22: um heute begrüßen Jörg und ich Heinz-Owakamp.
00:00:26: Sein Name ist seit Generationen mit dem Dorb unter Höchsten und für viele untrennbar mit Gastfreundschaft verbunden.
00:00:31: Gerade achtzig Jahre alt geworden hat er die Geschichte seiner Familie aufgeschrieben.
00:00:35: eine Geschichte, Sie ist das Buch, ich hab's dir schon gezeigt.
00:00:43: Du hast was du gerade erst entdeckt hast?
00:00:46: Der Umschlag da ist der Stammbaum in der Familie.
00:00:49: Ja dem,
00:00:50: der hilft auf jeden Fall.
00:00:52: Weil man das mal im Ganzen
00:00:54: ... Er hilft!
00:01:30: Ja, sind doch ganz schön viele beteiligt.
00:01:33: Da müssen wir gleich drauf zu sprechen kommen.
00:01:34: Ich will mal vortragen, was zu seinen Gunsten vor.
00:01:36: Die Teins-Overkampf wird oft als Bewahrer einer jahrhundertealten Tradition beschrieben.
00:01:40: Tatsächlich war er aber vor allem ein Veränderer.
00:01:42: aus einem kleinen Familienbetrieb mit Landwirtschaftschmiede und Schankstube hat er Schritt für Schritt eines der bekanntesten Gastronomieunternehmen in der Region gemacht.
00:01:51: Dabei hatte er offenbar mehr als einmal am Rand des Scheiterns gestanden und trotzdem immer einen Weg gefunden.
00:01:56: Mit seinem Buch erzählt er nun nicht nur die Geschichte der Familie Overkampf sondern auch die Geschichte eines Dortmunds Das Verschwunnen ist von Tante Emma-Leden, Flüchtlingsfamilien, Werkleuten und einem höchsten auf dem jedes vorbeifahrende Auto.
00:02:08: noch ein Ereignis.
00:02:09: Weil man kann es sich kaum vorstellen.
00:02:11: Heinz Oberkamm ist deshalb nicht nur Gastronom sondern auch Zeitzeuge einer Stadt die sich in seinem Leben komplett neu erfunden hat.
00:02:18: mindestens einmal muss man sagen.
00:02:20: Ja
00:02:21: genauso haben wir aber auch dabei.
00:02:23: was zu ihren ungewöhnlichen Vorliegen.
00:02:26: Dortmund ist nur im fußball-europäische Spitze.
00:02:29: Kulinarisch konnte es auch Heinz Overkampen nicht schaffen, den weltberühmten Osso Bucco durch Pfefferpotters zu verdrängen.
00:02:36: und wenn Dortmund wie Overkampf schmeckt dann gibt es die Stadt nicht in Süß denn auf der Dessertkarte steht creme brûlée oder schlimmer Bayerisch Creme.
00:02:44: Auch dagegen war Heinz overkamp machtlos.
00:02:47: Es ist richtig Herr Overkamps oder es ist nicht gelungen?
00:02:50: Ossobucco
00:02:52: Nein das ist nicht
00:02:52: groß.
00:02:53: Groß ist was anderes im Kalb, aber
00:03:00: Westfälisch ist regional.
00:03:02: Und deswegen konnte es nie den Status erreichen, wie soll noch so Bucco was international ist.
00:03:10: Sie mögen das aber auch?
00:03:11: Ja sehr gerne!
00:03:12: Kann man das auch sagen weil jetzt haben wir nicht drin stehen...
00:03:14: Ihr habt's auch auf der Karte zwischenzeitlich ja.
00:03:17: Würden sie dazu sagen dass sie sich durch die Weltküchen probiert haben?
00:03:21: Das
00:03:21: haben wir auf jeden Fall getan natürlich.
00:03:23: Wir haben viel ausprobiert und haben am Ende uns entschieden unseren Wurzeln treu zu bleiben und westfällig uns auszurichten, wobei wir nicht die anderen Dinge vergessen.
00:03:36: Wir sind überwiegend westfälisch aber es gibt bei uns auch vernünftige Fische der Seezuhoher an Seeteufeln und es gibt auch ein Bratheering unter Forelle.
00:03:45: Und wie gesagt es gibt gebratene Blutwurst Es gibt eben den Hummercocktail und die Hummersuppe.
00:03:54: und der Enkel Friedrich Wilhelm Willi genannt hier Der bringt sich schon sehr gut mit ein Und er bringt wieder neue Dinge in die Küche und so ist das eben ein stetiger Wandel bei uns.
00:04:07: Wenn Nikoletta und ich Sie jetzt einladen würden, dann würden wir sagen, wir werden für sie kochen.
00:04:12: Wir werden für Heinz-Oferkamp einen Abendessen machen.
00:04:16: Und zwar nach Möglichkeit eins das Ihnen auch gefällt.
00:04:21: Was müssten wir denn zubereiten um ihnen gefallen zu tun?
00:04:24: Wieso
00:04:24: was?
00:04:25: Ich würde gerne eine Glinsensuppe oder Graupensuppele essen.
00:04:29: Im Ernst?
00:04:29: Ja ohne Scherz.
00:04:31: Er sich gern nicht, er ist gerne Eintöpfe sehen Sie ja auch hier ist er hat er gut gewerkt Und ähm... Es muss, ich esse auch gerne an viele Städte.
00:04:41: Oder eine
00:04:41: Linse super, finden Sie gut?
00:04:42: Ja auf jeden Fall natürlich!
00:04:44: Die
00:04:44: würde ich mit meinem Thermomix auch hinkriegen weil ich koche ja gar nicht so viel...
00:04:49: Wir würden nicht Heinz Overkamp eine Linsensuppe aus dem Thermomik schicken.
00:04:52: Meinst du der merkt das?
00:04:53: Natürlich
00:04:53: merkt man das.
00:04:55: Wenn wir schön alles Schritt für
00:04:58: Schritt zubereiten...
00:04:58: Thermomiks
00:04:59: steht für die Gelingen-Garantie.
00:05:00: Mach mir den nicht mal richtig.
00:05:01: Der ist schon ein Jahr nicht mehr angewesen seit ihr arbeitest schon gar nicht.
00:05:05: Deswegen er wird sich freuen wenn er
00:05:07: fangt.
00:05:07: Du hast nicht mehr angewiesen,
00:05:09: hast du gesagt?
00:05:09: Ich
00:05:09: glaube schon.
00:05:11: Aber wie die Linsensuppe... ich weiß das meine Großeltern aus der Niederlausitz, die süß-sauer gegessen haben.
00:05:20: also da muss man... Ja,
00:05:20: klusessig kommt dazu!
00:05:22: Genau, essig und so ein Häufchen Zucker in der Mitte.
00:05:25: Das kenne ich nicht so.
00:05:27: Es
00:05:28: ist auch regional verschieden.
00:05:31: Sollte da eine Fleisch-Einlage für Sie drin sein?
00:05:33: Ja,
00:05:33: entweder ein Bauchspeck, also geräuchertes oder ein räucher Mettwürstchen geht auch.
00:05:40: Auf jeden Fall brauchen sie ein bisschen Rauchgeschmack dabei.
00:05:43: Rauch geschmackt!
00:05:45: Was ja gerade so in Mode ist hier im Ruhrgebiet.
00:05:47: der Taxi-Teller, ich kannte den gar nicht.
00:05:49: Sie was das is?
00:05:50: Ich wusste es auch nicht.
00:05:51: Ich hab's auch erst dann gelesen und ich hab noch nie einen Taxi Teller gegessen.
00:05:55: Und nur weil jetzt irgendwann war das mal in der ... War doch in Drohnachlich ein großer Bericht da.
00:06:01: Ja, mal getestet.
00:06:02: Ja!
00:06:03: Ich wusst das bis dann auch nicht.
00:06:05: also, tut mir leid.
00:06:07: Den Mantateller, den habe ich ja gar nicht ...
00:06:14: noch mal neu gelernt haben.
00:06:16: Byros, Currywurst, Pommes und Tzatziki.
00:06:22: Werden das sowieso was für Sie hier oberkommt?
00:06:25: Also diese Konstellation alleine... Sie sind ja ein kultivierter Mann!
00:06:31: Ich würde das alles mal probieren.
00:06:32: natürlich ist auch kein Problem.
00:06:34: Und was das Tolle ist sie könnten Sie könnten und das können ja viele Leute überhaupt nicht mehr.
00:06:42: Sie könnten, wenn ich jetzt sage Herr Oberkamp, wissen sie was?
00:06:45: Ich möchte der Nikoletta gerne einen Heiratsantrag machen.
00:06:47: Das heißt wir müssen es richtig funkeln lassen.
00:06:49: Wir brauchen tollen Tisch, wir brauchen eine Tischstärke.
00:06:52: Und wir brauchen vor allen Dingen so ein Service wie's denen mal gab diese Fliegengeschichte.
00:06:59: Und Sie könnten uns, weil Sie es gelernt haben Taxi-Teller so servieren dass es so wäre.
00:07:04: oder Oder geht das nicht, passt es nicht zusammen?
00:07:07: Ja irgendwie
00:07:08: wäre schon ein bisschen schreiechmalig wenn ich da im Faktion Taxiteller servieren würde.
00:07:12: Aber ich meine Sie könnten die ganze Gestos wie man das macht.
00:07:15: sie wissen wie man dass
00:07:17: ja sicherlich.
00:07:19: aber wie gesagt die Zeiten haben sich verändert und Da passt irgendwo nicht zusammen Taxiteller und Fragter.
00:07:26: Das heißt, was passt denn dazu?
00:07:28: Also wie haben Sie zum
00:07:29: Fragg oder zum
00:07:30: Taxi... Diese Fragg-Geschichte.
00:07:32: Wie haben sie das...?
00:07:33: Weil man muss ja immer sagen, ihr gehört ja beides dazu.
00:07:35: Gehört der Gast, der eine bestimmte
00:07:38: Kultur hat.
00:07:38: An Spruchhaltung hat er... Klar!
00:07:41: Und dann kommt der Profi, der Koch und Kellner.
00:07:44: Ja
00:07:44: genau.
00:07:46: Und das heißt, Was macht der Kellner da noch?
00:07:49: Was hat der gemacht früher?
00:07:50: Der Kellner hatte erstmal Manieren gehabt Der wusste sich zu benehmen, Gästen gegenüber und es war ja früher zu der Zeit so, dass viele sicher gar nicht erlauben konnten in die Gastronomie zu gehen.
00:08:02: Zumindest auch nicht in die gehobene Gastronomie, die es damals gab.
00:08:07: ich denke da zurück Ich bin angefangen bei der Firma Ulmar.
00:08:11: Die hatten das Bahnhof die Bahnhofsgastete Und dann gab's damals noch den Wartesaal Erster Zweiter- und Dritterklasse.
00:08:20: Und in der ersten Klasse da war die Züge auch öfter mal aufenthalte, hat man dann vornehm gegessen und getrunken.
00:08:30: Und da gab es schon alles Mögliche – alles edle, Wachten, Schnäpfen weise nicht.
00:08:40: Ich hatte ja eben von der Brüsseler Maspolare gesprochen.
00:08:42: das war aber schon nach dem Krieg.
00:08:44: Die Zeit, die ich jetzt sage mit dem Frag, das war schon vorm Krieg ne?
00:08:48: Das ist danach nicht mehr so... richtig zum Tragen gekommen.
00:08:53: Und die, damit verband man ein besonderes Erlebnis eben wie gesagt und da konnten sich Außenstehende gar nicht rein denken.
00:09:01: Das war...
00:09:02: Also das heißt was Sie zum Beispiel dann gemacht oder was sie machen können?
00:09:05: Sie hätten jetzt wenn ich jetzt nebenan die Sitzung bei Ihnen bestellt oder ich hätte irgendeine andere Dorate bestellt denn Sie hätten können... Ich hätte den
00:09:13: filetiert ja!
00:09:14: Ja
00:09:15: und diese Geschichte mit dem Tuch überm Arm.
00:09:18: Auch.
00:09:19: Aber das ist auch heute noch so, oder?
00:09:21: Nein es ist nach wie vor, wenn es vernünftige Services aus ganz klar ist.
00:09:25: aber wir haben auch noch solche Mitarbeiter die können auch der Forelle filetieren und eine Seezüge filetierend und die sich auch wissend am Tisch zuverhalten zu nehmen.
00:09:39: Andersrum, die Frage muss ich unbedingt loszuhängen.
00:09:41: Ich hab das in Berlin auf der barbarischen Stadt erlebt.
00:09:46: Viele Leute, die da irgendwo arbeiten im Service haben da ja eigentlich keinen Bock drauf.
00:09:51: Die wollen was ganz anderes aber die müssen sich halt... Und jetzt hatte die junge Frau den Daumen in der Suppe, die sie mir brachte und du guckst mich schon so an Nikoletta.
00:10:01: Aber nichts habe ich gemacht weil ich nicht wusste was.
00:10:03: Weil ich mir dachte, mein Gott, die kann es halt nicht besser.
00:10:07: Unangenehm.
00:10:08: Aber was hätte ich machen sollen?
00:10:09: Das frage jetzt euch, das frage ich Heinz Oberkamp als Profi.
00:10:13: Wir sind was, wenn die Dame hübsch ist und ihr den Finger in der Suppe dann sah sie noch gut!
00:10:19: Wenn da so ein Mann ist, der dem Finger in eine Suppe, dann ist das für Sie ein Schwein.
00:10:23: Ja, da sollte ich Ihnen das auch sagen...
00:10:25: Ich denke nicht dass einer den Finger an die Suppe hält.
00:10:28: Wenn er so ungeschickt ist.
00:10:30: aber heute gibt es die Suppei weiß, die in Tassen früher hatten mit Teller Ja, und da kommen sehr schlecht rein.
00:10:35: Da haben sie ja noch ein Teller drunter unter der Tasse.
00:10:37: Deswegen kann das heute weniger passieren.
00:10:39: Früher war es schon so dass Sie mit den Tellern Suppentellern, da blieb es gar nicht aus Vor allen Dingen wenn sie da so eine dünne Suppe, eine Kraftbrühe drauf hatten.
00:10:49: Und ich war früher mal im Stande und hab vier Teller tragen können Drei links und einen rechts.
00:10:55: Ich weiß nicht wie ich das gemacht habe.
00:10:56: Heute könnte ich denn nicht mehr Denn dann lief Ihnen schonmal Das schwappte schon mal über, wenn man etwas verkannte hatte.
00:11:03: Und dann konnte das auch schon mal passieren dass der Finger irgendwo im Weg war.
00:11:08: So lange es gar nicht sieht?
00:11:09: Genau!
00:11:12: Wie muss ich mir das vorstellen?
00:11:13: Sie haben mit zwölf Jahren angefangen am elterlichen Betrieb mitzuarbeiten?
00:11:17: Ja
00:11:17: das war einfach eine Notlage.
00:11:20: meine Eltern wie gesagt die hatten ein schweres Erbe angetreten Und es war kein Geld, da um Leute zu bezahlen und zu beschäftigen.
00:11:29: Andererseits war das auch noch keinen Betrieb wie das heute ist.
00:11:31: Das war eine kleine Gaststube und es waren nur Betriebe.
00:11:34: wenn Sommerzeit schönes Wetter war dann hatten sie zu tun und ansonsten war der Unverfroren bei uns.
00:11:41: Es war ja auch noch weit weg von Dortmund.
00:11:43: die Stadt ist an uns herangewachsen im Laufe der Jahrzehnte und früher war's wirklich so dass wir bei gutem Wetter hatte immer zu wenig Leute war schlechten Wetter Also die Reste nachher wegschmeißen müssen oder verteilen müssen irgendwo.
00:11:59: Und da habe ich sehr stark daran gearbeitet, das zu ändern um einen konstanten Betrieb zu haben damit man auch Mitarbeiter konstant beschäftigen konnte.
00:12:09: und das haben wir nun heute geschafft dass es so ist.
00:12:12: und ja wenn sonst wäre so ein könnte so einem Betrieb gar nicht machen.
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00:12:43: Ja,
00:12:44: ich konnte nicht Handball spielen dann morgens.
00:12:59: Die anderen gingen zum Handballspielen und ich musste eine Theke, musste die Sänger bedienen, da musste den Bier einschütten...
00:13:06: Und der Gesang hat Ihnen nichts bedeutet?
00:13:07: Nein das war schon gerne, ich höre schon gerne den Gesang aber dass ich dadurch gezwungen war Beziehungsweise nicht wie die anderen Jungs Handballspielen oder Fußballspielen gehen konnten.
00:13:21: Das haben mich dann schon ein bisschen gestört.
00:13:23: und wenn es dann Mittagszeit war, dann ging unser Vater auf einen Taubenflachwelle-Tauben hatte und drehte den Tauben ein und da musste ich weiter an der Theke bleiben.
00:13:31: Da fehlt ja auch ein ganzes Stück Kindheit eigentlich.
00:13:33: Merkt man
00:13:33: das?
00:13:33: Die hat nichts gefehlt.
00:13:34: also...
00:13:36: Mit dem Handball waren die anderen Schulkameraden denn auch schon so in...
00:13:42: Nein, nein.
00:13:43: Das sicherlich nicht!
00:13:44: Aber wir haben früher auch sehr viel da oben im Wald zu spielen bei uns mit den ... Als wir Kinder waren und das ... Wir haben das nicht als Belastung oder als irgendwie schwierig empfunden.
00:13:59: Wir kannten es nicht anders und deswegen war das okay.
00:14:01: Und
00:14:01: die harten Arbeitszeiten können Sie ja so sehr nicht gestört haben?
00:14:04: Hätten sie ja den Job nicht gelernt auch richtig?
00:14:08: Man wächst da einfach rein.
00:14:09: Und ich habe früher, wenn nicht zur hohen Siebucht ... Ich musste dann hier, weil Ulmar am Bahnhof die hatten keinen Platz für mich in der Küche zur Ausbildung.
00:14:20: Da musste ich dann auf die Roter Rassen.
00:14:22: Die Firma Ulmar hatte die Roterasen übernommen.
00:14:26: In den ersten April war das Frühjahr angefangen mit dem Rad hochgefahren und dann Die Schicht waren immer sechs Tage die Woche, ein Tag frei.
00:14:42: Dann kam der Schultag, ging davon ab.
00:14:44: Da war man fünf Tage in Betrieb, einen Tag Schule.
00:14:47: Wenn die Schule nicht lang genug war musste man anschließen noch mal in den Betrieb und das immer nach Hohensiehwoch hoch.
00:14:53: Das war für mich eine ganz schöne Stampeleider Und es war so dass ich morgens um viertel nach acht los fuhr und amts meist so um halb elf wieder zu Hause war.
00:15:05: Und weil ich zwischendurch Freistunde hatte, ich konnte dann jedes einzelne Grab da oben in den Ruinen und die Namen der Leute, die da alle gefallen, die gefallen, die geährt werden und zum Denkmal hoch.
00:15:20: aber irgendwann kennt man das und dann hast du dann die Zeit irgendwie totgeschlagen.
00:15:27: Was es war früher so, dass man diese Freistunden hatte.
00:15:29: Konzen nix mit anfangen vor allen Dingen nicht auf hohen Siebhof.
00:15:32: wenn ich jetzt in der Stadt gewesen wäre jetzt meine Stadt gehen können aber da oben war dann nichts mehr.
00:15:36: War denn klar das sie nach der Ausbildung auf jeden Fall wieder an den älterlichen Betrieb zurückkehren oder?
00:15:41: Ja das war an sich nicht so ganz klar.
00:15:42: wenn meine Eltern gesund geblieben wären wäre ich gerne auch.
00:15:47: weitergegangen, dann wüsste ich nicht ob ich hier geblieben wäre.
00:15:50: Aber es hat sich einfach nicht ergeben weil ich auch so viel Verpflichtung hatte meinen Eltern gegenüber dass ich sagt das kann ich nicht machen.
00:15:59: deswegen habe ich auf Fällen istmäßig früh geheiratet.
00:16:01: Ich war mit drei und zwanzig schon verheiratete Weil es für mich keine Chance mehr gab, irgendwie vor die Tür zu kommen und noch groß an was anderes zu erleben.
00:16:12: Und ich hatte meine Frau im eigenen Betrieb kennengelernt, die da ausgleichsweise mitgearbeitet hat.
00:16:19: Angeblich wusste sie nicht dass ich der Sohn das war zur meiner Bundeswehrzeit.
00:16:23: Das heißt angeblich?
00:16:25: Ja, ich vermute das ist doch vielleicht Wuster.
00:16:28: Aber sie hatte also genügend Verehrer da in der Theke und die Theke war immer sehr belagert.
00:16:34: War eine ganz attraktive Erscheinung.
00:16:37: Und deswegen wenn ich dann freitagsabend vom Bund nach Hause kam im Uniform ... Dann hat er sich mich da wohl das erste Mal gesehen, sagt sie.
00:16:47: Ich hätte ihr gefallen, als habe ich ihn gesagt!
00:16:50: Und dann ist er nachher mehr draus geworden.
00:16:54: Jetzt sind wir schon sieben, fünf zu jahr verheiratet und so.
00:16:56: Aber wenn Sie das gerade so gesagt haben mit der Tike ... Die Theke ist ja ein Ort, wo Leute normalerweise zum Spaß hingehen auf die andere Seite.
00:17:05: Und dann gibt es natürlich Leute, die sich auch auf der bedienenden Seite sehr stark in diesen Beruf verlieben.
00:17:13: Ging ihnen das aus oder war er mal klar?
00:17:14: Das ist jetzt hier Arbeit.
00:17:16: Das ist kein Spaß, wenn der schorst und ...
00:17:19: Ich hab das nie als Belastung empfunden, aber ich habe sie immer gerne gemacht und hat immer froh, wenn ich viele Gäste hatte und die zufrieden waren.
00:17:29: Dann genug, das war okay.
00:17:32: Was sind die Momente, ich kenne ihr Haus vor allen Dingen von so Festigkeit.
00:17:38: Ich glaube, ich habe mehrere Hochzeiten bei Oberkampen mit gefeiern dürfen und der Beerdigung war auch mal dabei.
00:17:43: Die war auch bei Ihnen also immer so große Gelegenheit.
00:17:46: was ist denn aus Ihrer Sicht für Sie so der größte Spaß gewesen?
00:17:51: Sind das so Silvesterfeiern gewesen Weihnachten eine besondere Anlässe oder...
00:17:55: Ja da sind natürlich immer besondere Herausforderungen zu den Feiertagen vor allen Dingen so Geschichten wie Dortmund und Alakaz, die sich da irgendwann ergeben haben aus einem Kreis befreundet bei Kollegen.
00:18:13: Da waren viele dabei, die Dieter Steger, die Lehmarsche, die Karlsruhe, der Riepe, der Jürgen Wolf und Herr Grube und noch einige, die heute auch nicht mehr da sind.
00:18:24: Das war eine Gemeinschaft, das ist dieses Gebilde entstanden.
00:18:33: Das war eine tolle Sache.
00:18:34: Das war damals zu der Zeit für Dortmund, was ließ die Stadt so ein bisschen hochleben.
00:18:43: Aber da machen Sie nicht mehr mit?
00:18:45: Nein, weil es uns einfach zu viel geworden ist.
00:18:48: Wir haben gar nicht mehr die Mitarbeiterzahlung das noch zusätzlich.
00:18:53: Bewerkstelligen zu können durch den Hotel Neubau und diese Schmäde.
00:18:59: Wir sind so gebunden mit unseren Mitarbeitern, dass wir das kaum noch schaffen könnten oder uns dann einschränken müssten im eigenen Betrieb.
00:19:08: Und es ist einfach so, dass mir der eigene Betrieb immer vorgegangen ist bei allen schönen Dingen die es außerhalb gibt.
00:19:16: aber Wir sind am höchsten und an dem Standort, da stehen wir zur Verfügung.
00:19:21: Und so
00:19:21: fein wie uns das heute vorkommt?
00:19:23: Weil heute ist es ja so wenn man was Besonderes machen möchte dann kann man... Das ist ja wie ein Synonym, ich gehe zu Oberkamp heißt Heute ist man nicht regulär, aber dieses Feine oder sowas besonderes ist dass es eine bestimmte Klasse hat, das ist schon immer so gewesen So ein schicker Ort gegolten habe.
00:19:45: Nein, überhaupt nicht!
00:19:46: Das ist ja alles gewachsen.
00:19:48: und ich sage immer so einen Spruch, man kann sich an seinen Gästen vorbeikochen.
00:19:55: Die Gäste die da waren, den musste ich das anbieten was sie wollten.
00:20:00: Und das war mal eine Zeit lang die großen Teller mit den Schnitzeln, die konnten nicht groß genug sein und Pommes... Soße dazu mit Pilzen oder Paprika, wie auch immer.
00:20:13: Und dann erinnerte sich das nachher und ich habe aber immer, wir haben ja sehr viel von den Menschen gelebt die als Gäste zu uns kamen.
00:20:22: viele waren aber höchstbeschäftig in Hörde oder bei Firmen in Applerbeck, die dann ihre Ausflüge machten und zu uns essen kamen.
00:20:32: Die Essen für eine Hausplatte, das war Leberwurstblutwurst mit Wurstsülze, Kartoffelsalat, halbes Ei, Gurke, Tomate ... Und Streuschen Petersilie für Krönung!
00:20:43: Das waren so die lokalischen Dinge damals.
00:20:47: Dann hat sich das weiterentwickelt.
00:20:48: Ich bin ja der erste ausgebildete Koch auch in einer Familie Und ich habe dann in der Küche mit meiner Mutter angefangen.
00:20:57: Sie haben die Hausplatte auch... Die haben
00:20:59: wir erst noch weiter
00:21:00: gemacht.
00:21:00: Das heißt, wenn ich jetzt hinginge und sagen würde, ihr möchtet die Haus-Platte haben, dann könnten sie mir die sofort suchen?
00:21:09: Ja, das kriegen sie doch!
00:21:10: Gibt es auch eine vegetarische Alternative mittlerweile?
00:21:13: Es gibt viele vegetarischen Alternativen, sogar vegane.
00:21:17: Sogar!
00:21:18: Nein, wir haben also eine sehr große Auswahl an vegetarischem und veganen Speisen.
00:21:23: Aber
00:21:23: in der Familie Oberkamp gibt's auch Vegetarien?
00:21:25: Ja, Enkelin zum Beispiel.
00:21:28: Sie sagen das mit zum Säufzen im Sinne von, naja man kanns nicht ändern.
00:21:31: Man kann sich ändern.
00:21:33: Nein okay ist jetzt Zug der Zeit weiß ich nicht, weil vegetarische heute schon nichts Außergewöhnliches mehr Vegan ist auch langsam verliert, auch so den Status des
00:21:46: Besonderen.
00:21:48: Es wird es gehört dazu!
00:21:51: Na ja, weil ich kann mir auf der anderen Seite Herr Oberkamp vorstellen.
00:21:54: Wenn ich diese Hausplatte, wenn ich an so eine sehr nervöse, unbedingt mit der Zeit gehende Medienleute denke, dann wäre das für die der absolute Albtraum da.
00:22:06: Blutwurst, Süße... Wir würden ja schreien weglaufen!
00:22:09: Aber andererseits sehen Sie dass denn auch als Fachmann, als Genießer der sie sind ist das für Sie eine gute Entwicklung?
00:22:20: Ja, es entwickelt sich ja alles weiter.
00:22:25: Muss ich weiterentwickeln?
00:22:26: Ich sage schon, dass mein Enkel jetzt neue Dinge mit in den Betrieb bringt und neue Sachen auf die Speisekarte schreibt.
00:22:33: Da gibt's jetzt bei Oberkampfs auch Poolpo zu machen!
00:22:37: Und macht das sehr lecker.
00:22:38: Das ist toll und viele andere Dinge.
00:22:42: Er hat richtig gut was gelernt in seinen Stationen, die er hinter sich hat.
00:22:49: Das ist schon eine Bereicherung für uns.
00:22:51: Wie ihr sagt, so entwickelt sich das immer Schritt-für-Schritt weiter und die Ansprüche der Gäste steigen ja auch.
00:22:59: Das kann man nicht drüber weggehen.
00:23:03: Kennen Sie schwierige Gäst beim Reinkommen?
00:23:06: Ja, das kann man manchmal sehen.
00:23:11: Aber wir haben an sich keine schwierigen Gästen.
00:23:14: Wir kommen mit allen zurecht denke ich
00:23:16: Das sind aber zwei verschiedene Paar Schuhe.
00:23:18: Sie haben schwierige Gäste, aber sie kommen auch mit denen zurück.
00:23:20: So könnte man es auch sagen.
00:23:22: Oder ist das so wie Leute manchmal behaupten?
00:23:24: Je schwieriger ich bin, desto besser werde ich behandelt?
00:23:27: Ja, das weiß ich nicht.
00:23:28: Es gibt auch so ein Kipppunkt!
00:23:32: Was ist denn für Sie ein Kippunkt?
00:23:34: Wenn jemand einfach nicht zugänglich ist ... Man kann ihm nichts Recht machen und gar nix tun.
00:23:43: Dann muss man auch schon mal vielleicht sagen, wenn man den hohen Ansprüche nicht gelügen kann.
00:23:47: Muss sich was anderes aussuchen und das ist dann so... Das macht man nicht gerne aber das kommt auch höchsthöchstelten vor.
00:23:55: Aber es kommt mal vor!
00:23:57: Und dass Leute auf der Karte zum Beispiel sagen ich hätte gern das, aber mit dem anderen?
00:24:01: Ja
00:24:01: das ist normal.
00:24:02: Es kommen kaum Bonk ohne Unbestellung in die Küche.
00:24:06: Zusammen Cordon Bleu da stehen Erbsen und Cocketten auf der Karte, dann hätt' ich aber lieber ein Salat.
00:24:11: Und dass der Koketten lieber die Bratkartoffeln, aber die mit Speck und Zwiebeln.
00:24:18: Das ist auch kein Thema!
00:24:20: Wie viele können da abends?
00:24:22: Ich bin meistens zu Festivitäten da gewesen... Unter der Woche, Abend.
00:24:28: Ich hab gar keinen Tag nachts gefunden.
00:24:29: Hier muss irgendwas los sein, war aber nichts los!
00:24:31: Es war einfach voll und Tische werden ja am Abend ruhig zwei-drei Mal vergeben.
00:24:36: Also an dem Tag war das auf jeden
00:24:37: Fall
00:24:38: zweimal schon.
00:24:39: Ja es gibt auch Tische die dreimal belegt werden, aber das ist nicht der normalen Zustand.
00:24:44: Aber so routiniert wie das da abgelaufen ist habe ich das für normal empfunden?
00:24:48: Das war
00:24:48: Menschen.
00:24:49: Und da haben wir zum Glück dadurch dass wir uns orientiert haben uns die Leute jetzt aus Vietnam zu holen.
00:24:58: Beziehungsweise der D. Hoge hat eine Institution gefunden, die Menschen in Vietnam Deutsch beibringt, weil sie im Goethe-Institut oder wo auch immer, die mit einer gewissen Qualifikation dann hier rüber kommen über unsere Ausbildung waren und wir haben mittlerweile von diesen Mitarbeitern ... Wir waren mal fünfzehn glaube ich, haben wir mittlerweile Sowohl im Service wie in der Küche und es macht Spaß mit diesen jungen Leuten.
00:25:23: Die kommen mal aus Milcheln in den Betrieb, die bringen eine Freude in dem Betrieb.
00:25:28: das macht richtig Spaß mit denen zu arbeiten.
00:25:31: Das mit der Freude gab's nicht mehr?
00:25:33: Doch
00:25:33: dass auch aber...
00:25:35: Also was macht das so besonders?
00:25:36: oder ist
00:25:37: das weggelöse?
00:25:37: Nein einfach, das ist so bemerkenswert, dass die so fröhlich in den Laden kommen.
00:25:45: Alles so schrecklich.
00:25:46: Die kommen mit Spaß dahin und sind mit Eifer dabei.
00:25:50: Ja, ist auch anstecken wahrscheinlich
00:25:52: oder?
00:25:53: Das ist toll!
00:25:54: Und die Gäste sagen, Mensch super, toll
00:25:57: ne?!
00:25:58: Und sie haben eine natürliche Freundlichkeit.
00:26:01: Da ist nix aufgesetzt, das kann ich sowieso nicht.
00:26:06: Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was Sie gesagt haben.
00:26:09: Ihr Enkel bringt da so moderne Sachen rein.
00:26:11: Ob da diese berühmte FOSuppe also PHO-Suppel dazu gehört?
00:26:16: Die kommt aus Hanoi ursprünglich, Rindfleischbrühe würde man sagen allerdings mit asiatischen Gewürzen.
00:26:23: ist das in den Overkampf vorstellbar?
00:26:25: Vorstellbar ist alles möglich.
00:26:26: In der haben wir eine ziemlich oft wechselnde Karte.
00:26:29: Das ist ja nicht einmal geschrieben.
00:26:31: Und dann hält das ganze Jahr, das ist schon ehrszeitlich bedingt wird es auf jeden Fall geändert und sogar tageweise je nach Angebot was da ist.
00:26:39: also wir haben sowieso eine täglich wechselnde Mittagskarte und von daher gibt es da immer wieder neue Sachen.
00:26:47: und wie gesagt wir probieren auch so einiges mal aus aber verlieren immer nicht unsere westfälische Grundhaltung die ist einfach da.
00:26:54: aber deswegen sind für dem anderen.
00:27:00: Das ist ja ein Riesenbetrieb geworden mit dem Hotel dran.
00:27:03: Sie bauen noch einen Hotel für Touristen, glaube ich, in Dortmund.
00:27:07: Ich muss mir vorstellen, dass sie
00:27:09: es gibt!
00:27:10: Alle
00:27:11: zwei Wochen im Borussia-Spiel aber auch sonst?
00:27:13: Ja nein, es gibt mittlerweile Leute die den Rot-Industrie-Kultur hier nicht ansprungen nehmen oder sogar teilweise haben wir Gäste, die vom Rotaradweg abzweigen und zu uns kommen.
00:27:25: Für die haben wir auch eine extra Fahrradgebäude mit Lademöglichkeiten für die E-Bikes.
00:27:34: Wie sich das entwickelt hat, für alle der es nicht wissen?
00:27:37: Das war ein kleiner Bauernhof?
00:27:39: Es
00:27:39: waren Landwirtschaft und Schmiede und kleiner Lebensmittelladen und die ganz kleine Kneipe.
00:27:45: Und viele Tiere auch ne?
00:27:46: Viele
00:27:47: Tiere alles mögliche Kühe.
00:27:48: ich habe selbst noch Schweine gefüttert Und auch gemistet, also den Stahlsauber.
00:27:53: Geschlachtet auch
00:27:55: und hab' auch Blut gerührt mit der Hand.
00:27:58: das Verlangte der Metzger, der da war.
00:28:01: Ich sag', er hatten mehrere Metzge der Reihe nachter so Kopfschlechter.
00:28:05: Der erste, der hatte so einen Kopfschlächer nannte man die Tiere Niedermachten, die aus dem Stall holen und dann mit der Bolzen-Schussgerät niederstrecken.
00:28:17: Dann musste das Blut ja aufgefangen werden und es lief in einer Schüssel.
00:28:21: Und dann hatte man ein Holzröhrlöffel und in den Blutschwimmt also einiges, dass ich um den Löffel setze.
00:28:29: Das ist nicht so ganz ...
00:28:31: Wie alt waren Sie denn als sie das erste Mal schlafen?
00:28:33: Da
00:28:33: war ich so zwölf, vierzehn.
00:28:37: Finden Sie das heute nicht zu früh, aus heutiger Sicht als Kind dabei?
00:28:41: Wir sind damit groß geworden.
00:28:43: Wenn es bei uns Sonntags-Hühner-Frikassee auf der Karte gab, dann sagte meine Mutter, Samstagsamtsgäste in Stahl holt sechs Hühner von der Leiter oder von der Stange und dann habe ich die draußen um Hacklots geköpft.
00:28:56: Sie haben das gemacht?
00:28:57: Ja!
00:28:59: Wie viele
00:28:59: Hühners sind da zur Auswahl wenn's sechs braucht?
00:29:02: Also wir hatten ihm an Stahl mit fünfzig sechzig Hühnen
00:29:05: an.
00:29:05: Und wie haben Sie die dann ausgeblieben?
00:29:06: Ich habe einfach, das war ja schon Hühner sehen im Dunkel.
00:29:09: Nichts hab ich mir sagen lassen und deswegen habe ich da einfach zugegriffen.
00:29:13: Da habe ich natürlich auch nichts mehr gesehen.
00:29:14: Das war ja dunkel!
00:29:15: Ich habe den einfach von der Stange runtergenommen.
00:29:21: Du lernst daraus, dass wir in sehr parfümierten Zeiten leben.
00:29:25: Wenn ich mir jetzt vorstelle, irgendjemand würde mehr erzählen ... Ein Kumpel hat am letzten Samstag erst mal sechs Fühner aus seinem Stall geholt und die alle gekürft.
00:29:32: Und ich denk, oh Gott!
00:29:33: Und die Kinder, was haben die Kinder gesagt?
00:29:34: Sie sind all der Traumabahnen los schon.
00:29:37: Aber ihn hat das nichts ausgemacht.
00:29:39: Die haben damit gelebt.
00:29:42: Das war so.
00:29:44: Aber das Hühnerfrikassi wird gut geschmeckt haben.
00:29:47: Das
00:29:47: hat sie nicht auf jeden Fall, ja sicher!
00:29:50: Meine Mutter hatte am Sonntagsmorgen einen Topf getan.
00:29:54: Erstmal mussten die noch gerupft werden.
00:29:56: Die habe ich dann auch noch gemacht.
00:29:57: Ich hab die eingetaucht und ausgenommen.
00:30:03: Dann wurden sie ins Kühe ausgelegt.
00:30:07: Am nächsten Morgen kamen die in den Topf.
00:30:10: Aber wann war das?
00:30:11: Sie haben erzählt, dass auch diese aus heutiger Sicht ... Wenn man das Unternehmen heute erlebt kann, kann man sich das schwer vorstellen.
00:30:19: Dass sich da noch Leute gekloppt haben.
00:30:22: Das
00:30:22: waren früher Lohntüten.
00:30:24: Weil freitags gab es ja immer noch das Geld in der Lohentüte.
00:30:28: und wir hatten früher das Problem.
00:30:32: die Leute hatten immer Durst aber zu wenig Geld in die Tasche.
00:30:35: Und dann kam über der Deckel in die Schublade.
00:30:39: Der Bierdeckel war immer, sagten sie zu unserem Vater Wilhelm Schrief ob.
00:30:44: Also schreibt die Sprache nur platt dann auch noch meistens und dann hatte so die Spezies, die hatten da alle jeden Tag so ein Deckel.
00:30:51: unser Vater hat dann für Freitags immer vorbereitet einen Gummiband drum mit dem Zell drauf was dazu bezahlen war.
00:30:57: Dann kamen die ja auf freitag in aller Regel Manche kam aber nicht Aber in allerregel kamen sie und bezahlten ihren Deckel Und wenn sie den bezahlt haben, dann kamen abends der erste sofort schon wieder in die Schublade.
00:31:08: Das war halt so!
00:31:11: Dann war es auch so, dass die Hand über die Durst dranken und der eine oder andere sich mit dem anderen nicht richtig grün waren.
00:31:18: Da gingen schon mal die Sicherung unter euch und dann wurde auch schon mal ausgeteilt.
00:31:23: Das waren meistens gegen elf, zwölf in der Nacht.
00:31:26: da waren also alle andere Gäste weg.
00:31:29: das ist diese Aufwand.
00:31:31: Aber damit musste man.
00:31:34: Ich konnte mich nicht leben und habe dann versucht, das zu unterbinden.
00:31:39: Aufgrund meiner Statue natürlich schwer viel weil es alles meist Kerle waren, die mir so ein Kopf größer waren als ich und um dreißigvierzig Kilo schwer war.
00:31:49: Aber irgendwann hat's geklappt und sich das auch geregelt.
00:31:53: Sie haben vorhin gesagt, dass sie Verantwortung übernehmen muss von ihren Eltern.
00:32:03: Was wäre denn eine andere Welt gewesen, die Sie sich vorgestellt haben?
00:32:08: Man könnte ja vorstellen das großes Casino Monte Carlo.
00:32:12: Ich wär gerne zum Beispiel zur Ausbildung nach Hamburg gegangen.
00:32:15: Da hatte ich damals auch ein Angebot weil ich Onkel Lundtante war in Hamburg und wenn die Cousine-Urlaubferien hatten in Hamburg dann ist sie mit ihrer Freundin, deren Vater hat einen sogenannten Wochenend in Grömitz.
00:32:30: Dann ist die da immer in Grönmitz gewesen, die ganze Ferienzeit.
00:32:33: Und mein Onkel und Tante haben mich dann mitgenommen.
00:32:36: am Wochenende sind sie mit dem Bus da hochgefahren.
00:32:40: Und dadurch habe ich Grönbets kennengelernt.
00:32:42: Das blieb es seit fünfundsechzig Jahren in Grünwitz oben schon.
00:32:45: das ist auch so verrückt!
00:32:46: Es hat sich so ergeben und der Vater dieser Freundin war empfangsdirekt beim Atlantik Hotel.
00:32:52: Und da hätte ich die Chance gehabt deine Ausbildung zu machen und hätte mal Onkel und Tante wohnen können.
00:32:59: Und das hat sich dann leider zerschlagen eben aufgrund der Tatsache, dass die Eltern leider beide krank waren.
00:33:05: aber sehen sie wie das so ist.
00:33:06: heute ist mein Enkel in Hamburg in einer Ausbildung.
00:33:09: haben Sie die bewusst rausgeschickt auch?
00:33:11: Gehen wir woanders oder folgen die aus?
00:33:14: es ist einfach wichtig.
00:33:15: ja
00:33:16: Ich habe ja, um für mich selbst etwas noch dazu zu lernen, bin ich freiwillig von Montags bis Freitag in andere Betriebe gegangen.
00:33:24: Weil Montags- bis Freiland-Bose nicht viel los war.
00:33:27: Hab da gearbeitet ohne Bezahlung nur ... zu lernen und hab mit den Augen gestohlen.
00:33:36: Was faszin, was konnten Sie dann mitnehmen?
00:33:39: Zum
00:33:39: Beispiel habe ich einen alten Freund da bei dem ich lange war, dem Rudi Hofmann.
00:33:44: der hat eine Zwiebelsuppe gemacht damals.
00:33:47: Und die haben immer schon sehr gut geschmeckt und das habe ich ihm auch jetzt noch, er war zu meinem Geburtstag, da habe ich ihn noch gesagt, Rudi, die habe ich bei dir geklaut, die Zwiebelsuppe.
00:33:54: Die gibt es nämlich heute noch bei uns auf der Speisekarte und das ist mittlerweile über sechzig Jahre her!
00:34:00: Und wie haben sie rausgekriegt, dass die so gut ist?
00:34:03: Ja
00:34:03: weil ich hab's ja mit gekocht.
00:34:05: Mit ihm da!
00:34:06: Achso er hat... Sie haben gesehen welche Sachen der dann war.
00:34:08: Ja sehr
00:34:08: verständlich.
00:34:09: Gab es sowas wie ein Geheimnis dieser Zwiebeln?
00:34:11: So ein Kniff der auch anwahrt?
00:34:13: Noch Kniff weiß ich nicht aber er nahm einen besonderen Fond dafür.
00:34:20: Dann will ich aber jetzt auch nicht erzählen.. Das war schon die Grundsubstanz für die Suppe.
00:34:27: Der bleibt geheim, Nikolaj?
00:34:28: Nein, das ist ein Geheimnis.
00:34:31: Es gibt bestimmt
00:34:31: lauter geheimen Rezepte...
00:34:33: Ich wollte gerade sagen wie es denn andersrum erobert wird.
00:34:37: Ich würde anfangen bei Ihnen als Mann der im Restaurant arbeitet.
00:34:42: Woran würde ich merken?
00:34:43: dass ich jetzt bei Oberkampf bin?
00:34:45: also was hat sich nicht geändert an den Regeln die für mich gelten würden als jemand der da arbeitet?
00:34:52: Was eben die Regel einzuhalten, dass man pünktlich zur Arbeit kommt und vernünftig gestylt ist.
00:34:59: Und
00:35:00: was heißt denn das heutzutage?
00:35:02: vernünftig gestylet?
00:35:02: Ja da soll es schon vernünptiges weißes Hemd mit dem ordentlichen Kragen haben und nicht so ein schlapper Letzter und die sollen auch ein vernünctiges Auftreten haben.
00:35:12: und ja eben geputzte Schuhe Eine vernünftige bügelte Hose.
00:35:19: Da folge ich, dass gestern die männlichen Mitarbeiter sind...
00:35:23: Keine Gesichtstätowierung?
00:35:25: Nee das mag ich nicht so gern auch wenn sie den Ring durch der Nase haben oder so.
00:35:28: Das würde nicht so ganz gut.
00:35:30: meine Ich brauche es nicht passen aber vielleicht gewöhnen wir uns auch daran noch
00:35:35: Weiß nicht.
00:35:36: Also also, wie nennt man das ein sauberes Erscheinungsbild?
00:35:40: Ja natürlich!
00:35:42: Optik ist ja das erste was der Gast auch Sieht von einem und ...
00:35:49: Er erzählt jetzt eine Freundin, dass sie in einem Lokal war.
00:35:51: Wo der einen Kellnern deswegen unangenehm aufhört, weil er so laut war.
00:35:55: Ja
00:35:55: das ist ...
00:35:57: Gehört das nach Ihrer Meinung zu?
00:35:58: Das
00:35:58: ist ein
00:35:59: Lautsprecher.
00:35:59: Bei Ihnen aus Ihrer Sicht gehört es dazu, dass jemand im Service arbeitet, der nicht laut
00:36:03: ist.
00:36:04: Sollte nicht sein!
00:36:05: Ich bin meist ja lautes und sagen's schon immer.
00:36:09: Okay...
00:36:11: Aber ist der Ton so streng in der Küche?
00:36:14: Nein,
00:36:15: das hat sich alles verändert.
00:36:18: Man kann mit Menschen nicht mehr umgehen wie früher war.
00:36:21: Früher flogen noch Tannen durch die Küche und teilweise habe ich gehört.
00:36:25: Ich hab es nicht selbst erlebt aber sowas hat's bei uns nie gegeben und wir achten schon auf vernünftige Umgangstonen da.
00:36:32: Dass es mal lauter wird, das ist einfach zwangsläufig.
00:36:36: Wenn nämlich der vorne am Pass steht und annunziert was da rausgegeben werden soll beim dritten Mal der Kollege, der dafür zuständig ist, dass immer noch nicht getan hat dann gibt's schonmal ein bisschen lautere
00:36:49: Worte.
00:36:49: Aber wenn das Essen nicht kommt eigentlich?
00:36:51: Ja
00:36:51: ja, wenn der seine Arbeit da nicht vernünftig macht oder wenn er nicht... Es ist ein Zusammenarbeit in vieler Menschen.
00:36:58: bei uns in einer zwanzig Manninaküche Auf der linken Seite wurde es Fleisch und Fisch gemacht.
00:37:07: Da stehen sechs Mann, auf der anderen Seite auch sechs Mann.
00:37:11: Und da muss jedes einzelne Teilchen funktionieren.
00:37:15: Das ist dann die Sache mit den Unbestellungen.
00:37:19: Geht zu dem Gericht, was annunziert wird gegen Koketten.
00:37:22: Er hat die Koketten schon in die Vertöße gehalten.
00:37:25: Dann sagt er, die waren aber unbestellt mit Bratkartoffeln.
00:37:30: in der Brenne, weil er die vielleicht gerade nicht fertig hat.
00:37:32: Und dann gibt es Clash.
00:37:34: Das ist ...
00:37:35: Ja!
00:37:36: In diesem alltäglichen Betrieb sind Sie immer noch jeden Tag dabei?
00:37:39: Nein, ich mach in der Küche bin ich nun nicht mehr außer wenn unser Metzgerurlaub hat, dann vertrete ich den und mach das Fleisch fertig.
00:37:46: Das mag auch so lange ich dat kann und solange sie mich wollen aber sie können mich da immer noch gebrauchen, weil wenn einer fehlt is ja immer so.
00:37:57: Ansonsten halte ich mich mehr vorne auf im Tickenbereich.
00:38:03: Da werde ich beim Frühstück schon mal gucken, ne?
00:38:06: Ich bin immer früh mit da und weil ich das nicht anders ... Ich kenne das ganze Leben lang, deswegen wird man automatisch wach.
00:38:15: Das ist dann so...
00:38:16: Aber ich muss gerade nachher denken, wo Sie das erzählen.
00:38:18: Ich hatte mal ein Interview mit Eckhardt Witzigmann, der erzählt, dass er in seiner Ausbildung noch geschlagen worden ist.
00:38:24: Also er kriegte eine Orpheige bei, weil er das falsch gebacken hatte und das hat nicht gepasst, klappt sich an den Hängen gehabt!
00:38:30: Das ist das was sie meinen?
00:38:31: Ja,
00:38:32: es gab's früher tatsächlich so.
00:38:34: Die wurden echt noch handgreiflich und oft war's dann auch ... weiss ich nicht.
00:38:39: die Leute Wir hatten das einfach so drauf.
00:38:43: Das war so, es gehörte dazu und machte keiner groß aufheben zu davon.
00:38:47: dann gab's mal eben... Was an die Löffel oder hinter den Löffeln, wie man so sagt.
00:38:51: Wo wir den Witzigmann haben?
00:38:53: Witzigmann ist ja derjenige, der die Sterneküche nach Deutschland gebracht hat.
00:38:57: Er hat in München das Tantris erarbeitet und später die Aubergine.
00:39:00: Und er hat im Prinzip den Deutschen was beigebracht, was in Paris so ...
00:39:05: Ja, er hat ja bei Boküs gearbeitet.
00:39:09: Sie sind zu dem Zeitpunkt ein junger vitaler Mann gewesen als Witzichmann gemacht hat.
00:39:15: Sie hätten jetzt auch sagen können, wisst ihr was Das ist doch cool, was der da macht.
00:39:19: Das brauchen wir aber nicht nur in München, das können wir ja auch gebrauchen.
00:39:23: Gab es mal so Momente wo sie gedacht haben ich gehe mal jetzt einen anderen Weg?
00:39:28: Ja
00:39:28: dann wäre er aber gestorben.
00:39:31: Ich habe ihn ja gesagt man kann sich an seiner Klientel vorbeikochen.
00:39:34: Aber Sie sind in einem wohlhabenden Teil von Dortmund?
00:39:36: Ja
00:39:36: das war früher nicht so.
00:39:39: Es waren arme Leute gegen.
00:39:41: Aber heute?
00:39:42: Nein, es waren arame Leute.
00:39:43: Heute ist das anders geworden.
00:39:45: Die Stadt ist noch zu rangewachsendes.
00:39:50: Die ersten Bewohner der Gartenstadt, die sie aus der Gartensstatt entfernten, weil die B.Eins da war, die sind nach Kirchhöhe gezogen oder nach Holmbruch und in die Gegend oder Wichigund aber bis zum Höchsten.
00:40:01: das hat so ein bisschen gedauert bis dahin kamen und wir hatten früher ... Wir haben ja mit Pferd- und Wagen Ware ausgefahren durchs Wandeltal über Sieburch und wir sprachen vorhin von der Siebucht.
00:40:14: heute Vornehmung Wohngegend Die Straße Ortli, die hieß früher Höhenweg.
00:40:20: Und an diesem Höhen Weg wohnten Bergarbeiter, Familien Steinbrüchen da oben arbeiten bei Oberste oder wie ist der andere?
00:40:32: Da gab es mehrere Steinbrücke und die hatten meist viele Kinder und nicht so viel Geld.
00:40:40: Mein Vater ging dann immer zum Aufschreiben der Bestellungen und kassierte dann wenn's gut ging auch die Lieferung von der Vorwoche.
00:40:51: Und dann wurde ausgeliefert und dann sind wir als Kinder, mein Bruder und ich mit auf dem Wagen gewesen.
00:40:58: Sie müssen sich vorstellen das damals siebenjährige einen Markt kosteten.
00:41:03: Die Leute kamen mit dem Zeitungspapier.
00:41:06: Wir haben denen die sieben-härigen oder vierzehn auch hier.
00:41:08: nachdem Meister waren es große Familien da hatten die richtig gutes Essen für uns!
00:41:13: Kleines Geld, aber die hatten auch nicht mehr.
00:41:14: Wie gesagt das war sehr schwierig und da ist auch sehr viel Geld leider auf der Strecke geblieben weil mein Großvater, der damals noch der Hauptadressat war, der sagte ja doch die Sprache wie gesagt alle Platt und Gedelew hat jetzt kleine Blagen Und da ging's Oberkampf, deswegen ganz schlecht zu der Zeit nach dem Krieg.
00:41:42: Da haben meine Eltern stark drunter gelitten und sehr kämpfen müssen dass der Betrieb überhaupt erhalten wurde.
00:41:48: Aber diese Herzlichkeit ist ja auch immer gehört zur Identität.
00:41:52: Auch an Gäste einzuladen, die sich das nicht leisten können.
00:41:56: Soweit gibt es ja auch wieder dass da veranstaltet wird.
00:42:00: also ich glaube diese Dienstleistungskultur und Herzlichkeit prägt die Identität-Overcamps und wird ja auch sehr im Dreidpöchter.
00:42:09: Und ihr Schwiegersohn hat dann die Leitung inzwischen übernommen?
00:42:14: Wann war der Moment wo sie gemerkt haben?
00:42:16: dem vertraue ich
00:42:18: Ja, nee.
00:42:19: Das ist doch auch vernünftig.
00:42:20: Es muss ja weitergehen und mein Vater wird zu seinen Lebzeiten das Geschäft übertragen.
00:42:25: Das war für den alten Westfalen eine Großtart.
00:42:28: Das waren nicht normalen.
00:42:30: Und wo habe ich es auch gehalten?
00:42:31: Ich bin also schon seit fünfzehn Jahren nicht mehr der Chef da.
00:42:34: Das langzt zwar alle noch Chef aber ich hab mit fünfundsechzig das Geschäft an Günther und dann Dena und Bianca übertragend.
00:42:43: Trotzdem frage ich mich die ganze Zeit, weil Sie das so toll erzählen wie das war.
00:42:46: Das war eine Arme gegen die Leute.
00:42:48: Die Mehrringe, eine Markklopperei am Freitagabend und wenn man das abgleichen ... Also alle, die schon mal da waren, dann denkt man ja im Traum nicht dran, wenn man es mal wieder sieht.
00:42:59: Und die Frage ist, wie kriegt man?
00:43:00: Sie haben das auch vorher mit den Schlitzeln noch einmal gesagt.
00:43:04: Wie kriegt Man denn mit hat Ihre Frau zu Ihnen gesagt, Heinz!
00:43:08: Wir müssen jetzt feiner werden oder wir... Das ist auch
00:43:11: der Entwicklung einfach.
00:43:13: Es geht einfach so?
00:43:13: Das ist
00:43:14: einfach so gewesen.
00:43:15: da, merken sie selbst das geht nicht mehr so weiter, müssen was ändern, müssen es anders machen und wir haben ja auch viel ausprobiert Und auch getan.
00:43:23: und jetzt, ich denke ... Jetzt sind wir auf einen ganz guten Wege.
00:43:27: Und die jungen Leute, die jetzt auch schon fast sechzig werden, haben das ja gut weitergemacht.
00:43:35: Ja, vor allem alles verbunden wie ich auf Ihrer Speisekarte gesehen habe.
00:43:39: Alles verbunden weil Sie sagen mit dem Westfälisch, dass viele Sachen kommen.
00:43:44: Also was eben geht aus der Nachbarschaft?
00:43:47: viel hier Bommeler in Wicke der Anarur, der uns die Fräserforellen liefert und lachs und sonstige Dinge da.
00:43:56: Und Geflügel auf Adai.
00:43:59: Da kriegen wir die Pulladen.
00:44:00: daher das ist und dann ist Neuland Wer kam, sind die glaube ich.
00:44:08: Also alles Möglichst aus der ... Nee, der Spargel kommt aus Raasfelde so ein bisschen weiter weg aber es ist ja auch noch Münsterland und viele andere Dinge.
00:44:19: Alles was es eben möglich ist nehmen wir soweit Es geht aus der Nachbarschaft Und von befreundeten Lieferanten und das gibt natürlich auch dinge, die wir zukaufen müssen anderen Regionen kommen, das ist einfach so.
00:44:34: Wo
00:44:35: kommen denn die Gänse her?
00:44:36: Die
00:44:36: kommen aus Polen und da haben wir auch noch eine Geschichte dazu.
00:44:42: Da hatten wir nämlich als der Krieg vorbei war oder beziehungsweise die Leute auf der Fluchtwand kamen hier ja auch nach Dortmund und wurden dann irgendwelchen Familien zugeteilt.
00:44:53: Wir kriechten Familie Hackbad zugeteilten.
00:44:56: Ernaht.
00:44:57: Ernakbad, was haben Sie gelesen?
00:44:58: Habe ich im Buch
00:44:59: gelesen.
00:45:00: Und Ernhackbad kam von einem Bauernhof aus Pommmern.
00:45:04: Die kannte sich gut mit Geflügel zucht und überhaupt mit Tieren gut aussen, die hat bei uns am Hof mitgewirkt.
00:45:11: Sie hat mir diese Nähe zu den Gänsen beigebracht.
00:45:14: Die hat sich auch die Mühe gemacht im Oktober-November.
00:45:21: einzeln sich vorzunehmen, indem sie dann Haferflocken und Kartoffeln gekocht durcheinander gemacht haben.
00:45:28: Dann hat sich die zwischen den Beinen geklemmt und hat die schön damit vollgestopft, damit die Fleisch auf den Kollen oder auf der Brust kriegt.
00:45:36: Das sind alles so lege!
00:45:37: Und ihr habt die ja noch nachher geschlachtet, die Tiere ne?
00:45:41: Ich erinnere mich daran und da frage ich mich, wie jemand wie Ihnen das vorkommt.
00:45:46: Dass sich die Zeiten so deutlich verandert haben?
00:45:48: Der WDR hat einen Versuch gemacht aufs Quarks, eine Wissenschaftssendung.
00:45:53: Die haben mitten in der Kölner Fußgängerzone so ein Stand aufgebaut mit einem Mann.
00:45:57: Das war ein geprüfter, zertifizierter Gänsezüchter- und Schlachter.
00:46:02: Und das Einzige was der jetzt dann in der Fußgenerzone gemacht hat, was sonst nicht üblich war, der hat die Gänze elektrifiziert und geschlachtet.
00:46:10: Daraufhin haben Leute Passanten, die vorbeikamen, die Polizei angerufen.
00:46:14: Weil der Mann würde ... Eine Passante ist in Tränen ausgebrochen was dieser Mann da Grausames machen würde weil es ja kein Kontakt mehr normalerweise keinen Kontakt mehr gibt von jüngeren Menschen oder mittleren Alters zu dem Ort wo das Essen erzeugt wird.
00:46:34: Wie ist das für jemand wie Sie hier oben?
00:46:36: Ist das für sie eine andere Wahl?
00:46:40: oder sagen sie, ihr müsst euch schon mal interessieren.
00:46:43: Nee, es ist einfach so ... Wenn ich das Fleisch essen will, muss ich das Tier schlachten?
00:46:48: Ich kann's auch nicht totkitzeln!
00:46:50: Das nutzt ja nix und ist gut kitzelt.
00:46:56: Ja was soll ich machen?
00:46:58: wenn ich wie gesagt Höhenafrika esse Essen will, dann muss ich so einen Schlachten.
00:47:06: Das
00:47:08: sind ja Tausende Gänse jedes Jahr.
00:47:11: Können Sie das selber noch sehen und freuen sich auf die Zeit, wenn wir jeden Tag alle nur Gänsel wollen?
00:47:17: Natürlich gerne!
00:47:19: Der Vater hat mal ein Bild gemacht als bei uns die Gäste in der Schlange standen am Heiligabend um ihre Gänsellbraten abzuholen.
00:47:26: Wir da leider zu diesem Zeitpunkt zu wenig Mitarbeiter zur Verfügung hatten, die die daraus gegeben haben.
00:47:33: dadurch bildete sie eine Schlange Und dann hat er... Wollte mir damit eindrücken, sicherlich hatte ich das so ein Bild gemacht.
00:47:42: Weihnachten auf dem Höchsten.
00:47:45: Ist
00:47:46: ja wirklich so, Gänse to go!
00:47:48: Die holst du dir da?
00:47:48: Dann brauchst du zu Hause noch einen Ofen schieben und es ist auch komfort.
00:47:53: Das war ein Jahr, da waren wir wirklich schlecht aufgestellt und da hat's lange Wandzeiten gegeben.
00:47:58: Und dann hab' ich immer Leute mit Stößchen und Glühwein vorbeigeschickt um die Gäste zu beschwichtigen...
00:48:03: Das ist was der gute Gastronom macht.
00:48:07: Er sagt jetzt werde ich mal schön hier eine gute Laune sorgen.
00:48:09: Ja, muss man ja.
00:48:10: Das nutzt ja nichts!
00:48:12: Die Gäste wollten ja ihre Sachen abholen und wie gesagt wir wandern.
00:48:16: leider einmal hat das nicht so richtig funktioniert und da kam Bruno und hat dann ein Bild gewandert.
00:48:22: Ja, bei uns gab's auch
00:48:25: immer.
00:48:25: Dein
00:48:26: Vater verwartet nur Hass und Hetze.
00:48:27: Nein!
00:48:29: Alles okay?
00:48:30: Nein aber auf mein kleinster Bruder jetzt fünfzehn für den ist immer jedes Jahr zum Geburtstag muss es ganz sein.
00:48:38: Aber ihr kehmt nicht drauf dass ihr die ja auch selber machen könnt.
00:48:40: Ich glaube es gab Versuche aber dann wird doch lieber darauf zurückgegriffen...
00:48:44: Vor allem wenn man jetzt so eine Menge Gäste hat.
00:48:47: Die Öffler waren ja heute gar nicht mehr dafür.
00:48:50: Na völlig wohnungsgericht mehrere Tage, dann haben wir so eine ganze ... Ich hab das schon mal selber gemacht, weil man kann die Gänze keulen natürlich nehmen aber das ist ein ...
00:48:55: Nee, das ist aber... Wir machen immer nur Ganze!
00:48:58: Wir machen keine einzeln
00:48:59: Tag.
00:48:59: Aber Sie haben wie uns einen Vögelchen geflüstert hat.
00:49:03: es ist ja so gewesen dass sie jetzt ihren Geburtstag logischerweise, achte es ist der Geburtstag groß gefeiert haben?
00:49:07: Aber Sie gehen dann mit Ihren Leuten zu Tante Amanda in der Wester-Filde Bolschwingeigenen.
00:49:15: Ja, hast du schon passen?
00:49:16: Warum gehen Sie denn?
00:49:17: Es war so
00:49:17: ein guter Freund der Bubi, ein toller Typ und seine Lokalität bot sich an weil da auch Spielgeräte sind.
00:49:26: Und ich die Mitarbeiter mit ihren Familien eingeladen habe also mit Kindern und Partnern konnten die kommen wer wollte.
00:49:34: Deswegen hab' ich das ausgesucht damit für jeden etwas dabei war.
00:49:40: Das wär mein schöner Tag verlebt.
00:49:43: Wenn wir das jetzt so Revue passieren lassen, haben wir dieses tolle Buch von Ihnen diese Erinnerung die Sie ja nicht ohne Grund aufgeschrieben haben.
00:49:51: Es gibt dann Leute der Eindruck vermittelt sich bei ihnen beim Besten Will nicht.
00:49:55: trotzdem will ich sie danach fragen, die sagen früher dies und das war schon besser.
00:49:59: Gibt es mindestens Situationen wenn Sie beschreiben?
00:50:01: Sie haben die Sachen ausgefahren, sie haben die Hühner aus dem Stall geholt.
00:50:05: Gib es mindesten Situationen wo Sie sagen da habe ich manchmal ein bisschen Sehnsucht oder denke ich ach wäre's doch wieder so.
00:50:11: Ja, es war gemütlich früher.
00:50:13: Es war nicht der Stress, den wir heute ... Stress kenne ich an sich gar nicht.
00:50:18: Aber es ist heute schon anspruchsvoller die ganze Geschichte und sie müssen jeden Tag wirklich hundert Prozent da sein sonst haben so Probleme.
00:50:29: Und früher... konnte es schon mal so ein bisschen lascher zugehen.
00:50:33: Aber wie gesagt, das war auch nicht der Anspruch da früher mal oder man hat auch schon einmal an der Theke einen mitgetrunken.
00:50:39: Das war auch so was ich heute erst immer abends nach neun mache wenn's dann so ist aber
00:50:48: Weil
00:50:49: man ja die Übersicht behalten muss.
00:50:50: Weil
00:50:51: Leute nicht sagen, dass man bei der Heinz schon wieder sein bester Kunde ist?
00:50:55: Ja genau und eigentlich nur das!
00:50:56: Ich habe auch früher das Problem gehabt, wir haben in einer Gastronomie alle mit zu kämpfen gehabt, dass viele Mitarbeiter leider viel Alkohol tranken und auch schon morgens.
00:51:06: Und dann hatte ich häufig das dann schon die Kellner mittags so halb Dicke da rumliefen und nichts mehr auf die Reihe kriechten Und dann habe ich gesagt, das gibt's nicht mehr.
00:51:15: Aber was haben Sie denn eigentlich gemacht?
00:51:17: Ich bin der Kellner, ich hab schon richtig schön einsitzen und dann kamen der Chef und dann haben sie was gesehen und gesagt, jetzt gehst du nach Hause.
00:51:24: Ja natürlich, man kann es ja nicht mehr arbeiten.
00:51:28: Wenn es dann nicht anders ging, dann hat man den auch beseitigt.
00:51:30: Dann hat man ihn an der Seite geteilt.
00:51:32: Nuss nix, aber es war früher oft, dass sich Menschen bekrichten keine Leute, dann hast du mit Leuten zusammengearbeitet wenn die abends gegen musste gar nicht optimales wiederkommen.
00:51:42: Das war schon eine schwierige Zeit und dann habe ich damals fünf Tage Woche eingeführt aus eigenem Erleben, das ich sechs Tage arbeiten musste.
00:51:51: Und das immer schon schlecht fand und da haben mich meine Kollegen zwar beschimpft anfangs dafür dass gab nämlich vom Gesetz her war es noch sechs Tage Woche in der Gastronomie.
00:52:02: Es war doch nicht üblich und ich hab das dann angefangen habe dadurch aber auch Mitarbeiter gekriegt.
00:52:07: Dann hat sie einen Stammgebild Und heute ist das unvorstellbar, ne?
00:52:12: Das waren sechs Tage.
00:52:15: Von der Gastzette meiner Eltern weiß es, dass es verführerisch ist, wenn man dann da sowieso schon steht
00:52:20: und
00:52:20: man denkt sich, ach ja komm, einen fernet!
00:52:22: Man isst geselliger auch gleich...
00:52:24: Ja sicher!
00:52:25: Und manche Gäste legt es auch warm ein, ich stricke dabei einen mit.
00:52:28: Genau, genau.
00:52:30: Einen kannst
00:52:30: du doch!
00:52:31: Einen kannst du doch, so ging das.
00:52:33: Oder er hatte einen Kellner, hat drei Gäster am Tisch und die hatten mal Tee so bestellt, da war aber viel gebracht.
00:52:39: Auch sagt er mich vertag, ja dann trinken sie den noch mit.
00:52:42: Nein, nein, da hab ich nicht!
00:52:43: Ach komm, der sieht auch der Herr Chef nicht.
00:52:45: Zack hat er schon einen weg gehabt und das waren so Tricks oder einen.
00:52:50: der hatten da so ein bisschen breiteren Gang, der war nicht einsehbar.
00:52:55: Dann ging der mit dem Tabletter durch, hatte fünf Biere da drauf stehen und wenn der aus der Tür rauskam, war nur noch vier drauf.
00:53:03: Mit solchen Leuten haben wir früher arbeiten müssen Schwierig.
00:53:09: Nein, aber dann kam ja auch die Zeit wo alle motorisiert waren und auch noch fahren mussten.
00:53:13: Wo das sowieso kriminell gewesen wäre.
00:53:15: Ich habe gesagt vor neun Uhr gibt es kein Alkohol.
00:53:17: Das galt auch für den Chef bis heute.
00:53:21: Vor neun Jahren kann nicht mehr viel passieren.
00:53:23: Dann ist das meiste Geschäft gelaufen.
00:53:26: Neun Uhr ist so eine Sonne.
00:53:27: Einzwanzig
00:53:28: Uhr eher?
00:53:28: Nicht neun und morgens!
00:53:31: Hab doch Leute, irgendwo ist immer neun Uhr.
00:53:34: Wollen wir mal vielleicht den U-Kampf mit unseren Sachen konfrontieren?
00:53:41: Ja, das ist die schäbige Kiste so schäbig wie die ... Mit lauter schäbbigen Fragen, ich guck mal durch.
00:53:47: In der Zwischenzeit gibt es den Sachen, worüber sie sich heute weniger Gedanken machen, mit Achtzig als zum Beispiel mit Vierzig.
00:53:56: Ich habe ja nicht mehr, ich bin immer noch mit ihm betrieb.
00:53:59: Aber ich bin überhaupt verantwortlich.
00:54:00: von daher das ist schon angenehm dass man weiß eben es geht in meinem Sinne oder unserem Sinne weiter im Sinne der Familie die das so lange jetzt schon geführt hat und das isch schon beruhigend.
00:54:13: Das ist schon schön.
00:54:17: Welcher prominente Gast hat sich bei Oberkamp am merkwürichsten benommen?
00:54:21: Gibt's da Erinnerungen?
00:54:23: Spezielle Gäste?
00:54:24: Ja, das macht schon sein.
00:54:25: Aber ich würde da nicht drüber sprechen.
00:54:27: über die Gästel ... weiß ich nicht.
00:54:31: Das machen wir nicht, ne?
00:54:31: Ich
00:54:31: glaube, das machen wir noch nicht, nein!
00:54:35: Weil ich hab das mal von Hotel Yes aus Hessen gehört, die dann gesagt haben wie sich so manche Showgrößen bei denen benommen haben.
00:54:44: Also es gab aber auch ... Würden Sie sagen, es gab prominente Gäster wo sie schon furcht hat dass der sich wieder angemeldet hat?
00:54:51: Es
00:54:53: gibt immer mal Situationen, aber das bleibt im Hause.
00:54:58: Das ist dann auch okay!
00:55:00: What plays in Vegas, stays in Vegas.
00:55:01: Was machst du da?
00:55:03: Ich guck mal die Schäbingfragen
00:55:06: an hier.
00:55:06: Ich hab immer so Angst vor deinem Ordnungswahn.
00:55:10: Du bist ein richtiger Zwangscharakter.
00:55:11: Jetzt musst du alles ordentlich sortiert untereinanderlegen!
00:55:13: Ja
00:55:14: ich bin ein Zwangskarakter das stimmt.
00:55:15: aber es ist ja auch immer noch ein Geheimnis wer diese schäbigen Fragen eigentlich macht.
00:55:19: darum bin ich vorher weiß ich es für uns auch eine Überraschung.
00:55:22: Wer kocht den besseren Gänsebraten?
00:55:24: sie oder ihr Schwiegersohn Günther?
00:55:28: Die Leute sagen, scheinbar immer noch.
00:55:29: Aber das macht auch all das milde Seins.
00:55:31: oder beziehungsweise mir gegenbringen, dass sie sagen der Chef muss an den Tisch kommen mit der ganzen ... Den Chef meinen Sie dann immer noch nicht?
00:55:42: Das ist so!
00:55:43: Aber Günther kann damit leben und mein Enkel mag's nehmen weil jetzt auch schon der Willi und er macht das auch schon richtig
00:55:50: gut.".
00:55:52: Was haben Ihre Eltern Ihnen beigebracht was heute kaum noch jemand versteht
00:55:57: Boah, was haben die mir beigebracht?
00:55:59: Ja dass man einfach arbeiten muss.
00:56:03: Das machen heute nicht mehr viele.
00:56:05: das mögen viele Leute vielleicht nicht mehr so richtig verstehen aber für uns war es immer ja es waren notwendig, du musst den Laden dir aufrechterhalten und das hat man einfach gemacht.
00:56:19: das war so Sie haben
00:56:22: das jetzt schon häufiger gesagt, der Oberkampf ist Stressdruck.
00:56:27: Man muss sich anpassen nicht an den Gästen vorbeikochen und wir haben es vorhin beim Anfang auch schon gesagt Es muss ja Momente gegeben haben wo sie sich gedacht haben oh wei.
00:56:37: Also wo sie zu ihrer Frau gesagt haben werden dann da müssen wir jetzt.
00:56:40: Das kann jetzt engen werden.
00:56:43: Ja das
00:56:43: war mal eine Situation.
00:56:45: Da habe ich aus dem Betrieb übernommen Abgang zwangsläufig auflagen von Gesetzeswegen, dann fehlte eine Herren- oder Narren-Tolette und da mussten Toiletten neu gebaut werden.
00:56:57: Und noch einiges andere die Küche musste umgebaut werden.
00:57:00: Dann habe ich einen Kredit aufgenommen vom Fünfhunderttausend D-Markt
00:57:05: mit
00:57:06: zehn Prozent zu verzinsen.
00:57:07: Es gab allerdings fünfzigtausende, zehnprozentige Investitionszulager zur damaligen Zeit.
00:57:15: Und da muss ich ganz ehrlich sagen, da bin ich wirklich nachts schweißgebadet, wach geworden und hab da um mich gestartet.
00:57:21: Meine Frau sagte, was ist los?
00:57:24: Ich weiß nicht, ob wir das alles schaffen wie es geht.
00:57:28: Ich wollte das Ding ja nicht vor die Wand fahren.
00:57:29: Es ist dann alles gut gegangen aber es war schon eine kribbelige Zeit, eine schwierige Zeit.
00:57:36: Wie lange hat diese kribbelige Zeit angehalten?
00:57:38: Ach, nachher als alles eingelaufen waren, nach fünf, sechs, sieben Jahren ging das ... besser.
00:57:45: Aber
00:57:46: in fünf, sechs, sieben Jahren sind Sie auch nicht total auf den Urlaub gefahren?
00:57:50: Meistens habe ich da umgebaut im Urlaub.
00:57:53: Dann war das immer so dass ich meine Frau mit den Kindern zur Ostsee hochgefahren habe.
00:58:00: Am Montag morgens bin ich auf hier oder oben los um acht Uhr auf der Baustelle zu sein und dann ist das abends wieder hochgefahr.
00:58:07: Das war mein Urlaub diese Freitagsamster Sonntag.
00:58:13: Sonst hätte man das nicht machen können.
00:58:15: Es war ja so, dass meine Eltern sehr früh gestorben sind.
00:58:19: Ich war mit drei und dreißig der Alte im Land, weil ich ... War keine mehr da.
00:58:25: Das Elternbeide schon tot.
00:58:28: Und drei kleine Kinder und den Betrieb.
00:58:30: Und das war schon ein Nummer.
00:58:33: Das war in Ordnung aber... Ich hab's ganz gut auf die Reihe gekommen denke
00:58:39: ich.
00:58:39: Erfolgsgeschichte.
00:58:40: Ja, aber wenn Sie ... Mit Ihrem beiden Onkel haben wir auf Geheiß Ihrer Mutter... Meine
00:58:47: Mutter war der Baumeister!
00:58:49: Da hab ich mich gefragt, womöglich wär ich zu sentimental?
00:58:52: Aber wenn ich jetzt wüsste, da vorne ... Ich will jetzt umbauen und das Overkampf größer machen, aber da vorne ist so eine Mauer.
00:58:59: die hat ja Onkel mit dem anderen Onkel zusammengemauert, kann ich sie wirklich wegnehmen?
00:59:03: Gab's sowas bei Ihnen?
00:59:05: Das gab es auch mal.
00:59:06: So ne Situationen zwar.
00:59:08: Wir wollten ursprüngliche Kegelbahnen bauen, die dann nicht genehmigt wurden.
00:59:11: Weil wir aus Abstandsgründen zur damaligen Bundesstraße mussten man dreißig Meter Abstand zum Bau haben.
00:59:18: Das hätte ich hingehauen und da blieb nur so ein Stück von der Hälfte der Kegelsbahn über.
00:59:25: Und dann haben wir nachher dieses Kaminzimmer angebaut – an die heutige Poststube.
00:59:31: Und das damalige Kaminzermer habe ich damals geopfert.
00:59:36: Nach achtzehn Jahren nur, bestand das dann.
00:59:39: Damals waren da fünfzigtausend Marken kostet.
00:59:42: Dann haben wir nach achtzehnten Jahren das abgerissen um den größeren dieser Orangerie mit der Lichtkuppel und mit dem anderen drum und dran Platz zu schaffen.
00:59:51: Und da muss ich ganz ehrlich sagen immer noch oben geguckt ist, aber wenn die Alpen das geht sehen, dann sagen sie, der ist verrückt.
00:59:59: Jetzt dreht er durch!
01:00:01: Mit Lichtkumpel.
01:00:02: Ja, genau!
01:00:04: Denken Sie da manchmal dran was Ihre Eltern wohl denken oder worauf sie besonders stolz wären wenn die das jetzt sehen würden?
01:00:11: Ich denke die würden es dann kaum noch wieder erkennen.
01:00:13: aber oder beziehungsweise schon auch erkennen und ich denke die haben das alles miterlebt.
01:00:18: Die haben das alle mitgekriegt, das denke
01:00:20: ich Die tollste deutsche Kochsendung heißt Kitchen Impossible, in der vor allem Tim Meltzer manchmal mit so deftigen Ausdrücken auffällt.
01:00:28: Welche Schimpfworte haben Sie in der Küche benutzt?
01:00:32: und so wie sie es jetzt erzählt haben von denen Sie nicht wollen würden dass Ihre Enkel Sie mitkriegen?
01:00:38: Ach ich bin schon mal sehr rustikal unterwegs da, aber das will ich gar nicht so erzählen.
01:00:47: Aber das gibt es!
01:00:48: Ja
01:00:48: es gibt so welche Röchtern von meinen Töchern.
01:00:54: Aber ihre Töchter benutzen nicht die Sorgen?
01:00:55: Nein,
01:00:56: auf keinen Fall.
01:01:00: Das haben sie nicht angenommen oder übernommen.
01:01:02: Welche Eigenschaft muss man denn haben um ein echter Overcome zu sein?
01:01:08: Welcher Eigenschaft müssen wir haben?
01:01:11: Man muss arbeiten wollen.
01:01:15: Freude am Leben haben.
01:01:17: Trotz der Arbeit und ... positiv in die Zukunft gucken, beziehungsweise positive Erlebnisse sich verschaffen und um das auch alles gut meistern zu können.
01:01:32: Um das alles zu schaffen.
01:01:34: Stimmt es, dass Ihre Frau zwischendurch für die echte O-Werkamp gehalten wurde?
01:01:38: Ja!
01:01:38: Mit Ihnen
01:01:39: rumschallertackern?!
01:01:40: Nein, das ist tatsächlich so... Das hat aber damit zu tun gehabt, dass ich mit der Mutter in der Küche war und mein Vater mit meiner Frau vorne Und mein Vater und meine Frau, die hatten ein sehr tolles Verhältnis.
01:01:52: Dass die Gäste meinten sie sei seine Tochter!
01:01:55: Und ich hätte eingeheiratet.
01:01:58: Ich wurde mal gefragt wie ich denn hieße?
01:02:01: Ich habe ganz verwundert.
01:02:02: Ich denke war von dir.
01:02:03: Das kann man gar nicht begreifen.
01:02:05: Dann kriegte ich mit ihr das.
01:02:06: Wir hatten gemeint dass eben Sie die Tochter des Hauses waren nicht dazugekommen.
01:02:10: War nicht der Günther wie heute schon eigentlich dabei.
01:02:14: Und es ist ohne Scherz.
01:02:15: wir sind mal über eine Art Macke gegangen Und da hörte ich hinter mir, wen hat denn die U-Werkamp dabei sich?
01:02:26: Das haben wir zu Denken gegeben.
01:02:27: Da hab' ich gedacht jetzt muss er doch ab und zu mal nach vorne gucken auch nicht erst abends um elf weil ich als Alleinkuch damals hatte bis um neun in der Küche volle Pulle zu tun und ich hatte früher keinen Metzger, der mir das Fleisch zerteilt, das musste ich selbst machen und dazu habe ich dann immer erst sein abends später.
01:02:48: Und deswegen bin ich nie nach vorne gegangen, nie nach vorn gekommen.
01:02:51: Ich hörte dann der und er war da alles schön aber ich habe gesehen dass ich beim Fleisch da fertig kriegte Und dann habe ich das aber häufig irgendwann, da wuchs ja auch der Betrieb und ich hatte mehr Mitarbeiter.
01:03:04: Und dann war ich auch gezwungen schon mal nach vorne zu gehen – ganz einfach!
01:03:09: Und dann hat sich das so langsam gegeben...
01:03:11: ...dann
01:03:12: hat es sich wieder Beweis dafür, dass Marken-und Institutionen Gesichter brauchen damit für die Identität und für den Erfolg glaube ich schon.
01:03:22: Ich möchte
01:03:23: gerne wissen, wenn wir über den alten Markt gehen, was wir noch nicht zusammengemacht haben.
01:03:26: Was dann geredet wird?
01:03:28: Wen hat die Knuseln dabei gemacht und mit diesem hässlichen alten Knopf angelacht ... Das ist die Vorhaltssitzungsgeschichte.
01:03:36: Wir haben genug fiese Fragen an Oberkamp gestellt.
01:03:40: Das war ein großes Vergnügen.
01:03:42: Wir nehmen viele Anregungen mit.
01:03:44: Also wie haben vorher darüber geredeht?
01:03:48: Nicoletta hat es bekundet, dass sie keine ganz Freundin durch und durch ist.
01:03:53: Aber dieses Pfeffer-Potters kann nicht sein!
01:03:55: Das war ein siebenundfünfzig Jahre alt und gebürtig in Dortmund, als wir noch nie Pfeffer-Potters gegessen haben.
01:03:59: Hab das nie gegessen?
01:04:01: Vielleicht gibt's ja irgendwann mal wieder
01:04:02: das Pfeiffer-Protter-Fest.
01:04:04: Ich bin hier wirklich geboren, ich hab hier auch vierundzwanzig Jahre alt.
01:04:07: Ihr
01:04:07: habt noch nie pfefferpotters
01:04:08: gegessen?!
01:04:09: Ja dann müsst ihr da
01:04:09: unbedingt vorbeikommen.
01:04:12: Vielen Dank, das war ein großes Vergnügen mit Ihnen.
01:04:14: Alles Gute für Sie.
01:04:15: bleiben Sie sehr gesund bitte.
01:04:16: Danke schön.
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